Nachhaltigkeit

Reizende Inhaltsstoffe in Kosmetika

Redaktion: Miriam Suter; Bild: Freeimages.com

Toxische Inhaltsstoffe in Kosmetik

Viele Kosmetikprodukte enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe, die unsere Haut irritieren können. Auf diese sieben Inhaltsstoffe sollten Sie beim nächsten Besuch in der Drogerie achten.

Die Inhaltsstoffe eines kosmetischen Produkts anzugeben, ist in der Schweiz Pflicht. Diese Angaben befinden sich meist auf der Rückseite und sind in abnehmender Reihenfolge aufgelistet – ausgenommen Farbstoffe, die erst am Schluss genannt werden, unabhängig von der Konzentration. Auf folgende Stoffe sollten Sie beim nächsten Kauf besonders achten, denn Sie können vor allem sensible Haut irritieren und reizen.

Aluminiumsalze

Diese Salze verengen die Poren der Haut. Aus diesem Grund werden sie oft in Deos verwendet. Die Krux: Aluminiumsalze stehen auch im Verdacht, Brustkrebs zu erregen. Denn wenn die Dosis an Aluminiumsalzen, die wir auf unsere Haut auftragen, zu hoch ist, können die Salze die Haut durchdringen bis zu den einzelnen Zellen, die dann absterben. Ausserdem können Aluminiumsalze die empfindliche Haut der Achseln stark reizen und austrocknen.

Formaldehyd

Formaldehyd ist eigentlich ein farbloses Gas, das als starkes, krebserregendes Allergen gilt. In Kosmetikprodukten wird oft eine Abspaltung davon verwendet. Diese kommt dann als Konservierungsmittel zum Einsatz, zum Beispiel in Zahnpasten oder Nagelhärtern. Solche Formaldehyd-Abspaltungen werden unter anderem als Imidazolidinyl-Urea, Bronopol, Hexamidine Diisethionate und DMDM bezeichnet. 

Glycerin

Dieser Inhaltsstoff ist nicht per se schlecht oder gefährlich. Es gibt hier nämlich zwei Ausführungen: Einmal synthetischer und einmal natürlicher Herkunft. Letzteres wird normalerweise ausdrücklich auf der Verpackung erwähnt. Der Unterschied: Synthetisches Glycerin trocknet die Haut aus, der Alterungsprozess wird beschleunigt und die Haut braucht immer mehr Feuchtigkeit. Natürliches Glycerin hingegen unterstützt das Feuchthaltevermögen der Haut.

Lanolin/Wollwachs

Eigentlich ist Lanolin ein Naturprodukt, das aus der Wolle von Schafen gewonnen wird. Manche Schafe werden aber mit Pestiziden gegen Schädlinge in der Wolle besprüht – diese Schadstoffe bleiben dann auch im Lanolin und können zu Hautausschlägen führen. «Sauberes» Lanolin hingegen hilft der Haut gegen Trockenheit. Darum beim Kauf eines Produkts mit diesem Inhaltsstoff auf die Bezeichnung Lanolin anhydrid oder Adeps lanae sine aqua auf der Rückseite des Produkts achten.

Sodium Laureth Sulfate

Sodium Laureth Sulfate sind für die Schaumbildung und die reinigende Wirkung eines Produkts zuständig und oft in Duschgels oder Shampoos enthalten. Eine zu hohe Konzentration davon kann die Haut durchlässig machen. Ausserdem gilt dieses Sulfat als hautreizend und kann dazu führen, dass die Haut austrocknet und beispielsweise mit Schuppen reagiert. Natürlich muss aber auch ein Naturkosmetik-Shampoo reinigen. Dort ist oft die mildere Alternative enthalten: Coco Glucoside.

Paraffine, Silikone und Erdölprodukte

Diese Stoffe kommen zum Beispiel in Melkfett und Vaseline vor und gaukeln eine glatte, weiche Haut vor. Das aber nur aus einem Grund: Sie legen sich auf die Hautoberfläche und verschliessen sie. Das führt dazu, dass pflegende Stoffe nicht mehr in die Haut eindringen können und sie langsam aber sicher unter diesem Film austrocknet. Ein bekannter Nebeneffekt entsteht oft bei Lipenpflegestiften, die diese Stoffe enthalten. Die Lippen fühlen sich immer trockener an, was dazu führt, dass sie noch mehr Pflege benötigen. Auf der Liste der Inhaltsstoffe werden sie unter anderem als Silikonöl (Polymehylsiloxan), Paraffinun liquidum, Microcrystalline Wax, Ceresin, Ozokerit, Dimethicone Copolyol oder Mineral Oil bezeichnet. Als Alternative zu Parrafin werden Pflanzenöle und Wachse eingesetzt.

Kollagen

In den 70er-Jahren war Kollagen ein populärer Inhaltsstoff für Cremes und wurde aus ausgekochten Schweinehäuten oder Kuhplazentas gewonnen. Heute eher aus dem Gewebe von Fischen. Mit einem Anteil von 60 Prozent ist Kollagen der grösste Bestandteil unseres Bindegewebes. Es ist also naheliegend, dass dieser Stoff vor allem in Anti-Falten-Cremes und anderen hautstraffenden Mittelchen enthalten ist. Das Gemeine daran: Auch Kollagen legt sich eher als Schicht auf die Haut und lässt sie so glatt wirken – ohne sie wirklich zu pflegen. Da es sich um ein natürliches Mittel aus tierischen Eiweissstoffen handelt, reagieren etwa drei Prozent aller Menschen darauf allergisch. Eine natürliche, pflanzliche Alternative zu Kollagen ist Collageneer, das aus weissen Lupine-Pflanzen gewonnen wird. 

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