Nach Sekunden schon im Abfalleimer

Fünf Alternativen zu Einwegprodukten im Badezimmer

Text: Olivia Goricanec; Bild: Justin Hofman/Instagram

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Nach kurzzeitiger Entzückung folgt Ernüchterung: Ein Seepferdchens
klammert sich im offenen Meer vor Indonesien an den Plastikstiel eines Wattestäbchens. 

Last Swab (hier als klassische Version, in verschiedenen Farben erhältlich) von Lastwab ca. 11 Fr. bei Pretty & Pure 

Reusable Eye Pads (5 Stück) ca. 13 Fr. von Pretty & Pure

Menstruationskappe (1 Stück) von Organic Cup
ca. 26 Fr. bei Ecco Verde

Bio-Reinigungstuch (2 Stück, 20 x 20 cm) ca. 25 Fr. von Qosms 

Stoffbinden (3er-Set) von Imse Vimse
ca. 25 Fr. bei Waschbär

Die Welt hat ein grosses Abfallproblem. Auch rund um die Körperpflege entsteht viel Abfall. An Alternativen mangelt es aber nicht. 

Zahnputztabletten, Haarseifen oder Kosmetikprodukte, die man selbst herstellt und in Glasbehälter abfüllt: Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Beauty-Abfall zu reduzieren. Und gerade in Sachen Beauty-Routine ist es sinnvoll, sich ein paar Gedanken zu machen, denn im Badezimmer wandern besonders viele Einwegprodukte in den Abfalleimer. So etwa die 1.5 Milliarden Wattestäbchen, die täglich produziert werden. Mit diesen fünf Alternativen lässt sich Abfall verhindern – und dabei noch Geld sparen. 

Mehrweg-Wattestäbchen

Der Gedanke, sein Wattestäbchen wiederzuverwenden, mag anfangs zwar etwas merkwürdig sein, bei der Zahnbürste tun wir es jedoch auch. Last Swab (was so viel heisst wie «letztes Wattestäbchen») ist eine wiederverwendbare, nachhaltige und hygienische Alternative zu Wattestäbchen. Es gibt eine klassische Version für die Reinigung der Ohrmuschel und eine Make-up-Version für die Reinigung des Augen-Make-ups. Gereinigt wird das Stäbchen mit Seife und Wasser. Der Stiel ist aus Nylon und die Spitzen aus medizinischem Silikon, die Tragtasche aus einem biologisch abbaubaren Polymer auf Maisbasis. Man soll es tausend Mal verwenden können, was auch zu einer positiveren Ökobilanz führt im Vergleich zu den herkömmlichen Wattestäbchen (ob aus Plastik oder Papier).

Wiederverwendbare Wattepads

Je nachdem, wie intensiv man seine Augen geschminkt und ob man auch eine wasserfeste Mascara verwendet hat, muss man fürs Abschminken teils bis zu vier oder fünf Wattepads benutzen. Jährlich soll jede Frau etwa drei Kilogramm Abfall durchs Abschminken produzieren. Diese wiederverwendbaren Eye Pads sind handgemacht und aus Bio-Bambus und Bio-Baumwolle. Eine Seite ist etwas grober strukturiert, die andere samtig und weich. Man kann sie mit oder auch ohne Augen-Make-up-Entferner benutzen und bei 40 Grad waschen und danach lufttrocknen.
Tipp: Sind die Pads durch das Make-up stark verschmutzt, lohnt es sich, diese gleich nach der Anwendung mit kaltem Wasser (wenn nötig, mit etwas milder Seife) kurz auszuwaschen. In der Waschmaschine wäscht man sie am besten in einem kleinen Wäschesack zusammen mit gleichfarbiger Kleidung.

Alternative zu Tampons

Ob das wohl hygienisch sein mag und auch funktioniert? Experten sagen: Absolut! Der Schritt respektive das Umdenken ist bei der Menstruationskappe wahrscheinlich etwas grösser als bei den Wattepads oder dem wiederverwendbaren Ohrenstäbchen. Frauen, die den Versuch gemacht haben, sind jedoch überzeugt und bleiben dabei. Die Menstruationskappe aus medizinischem Silikon ist frei von Bleichmitteln, Klebstoffen, Chlor sowie Crèmes und soll bis zu zehn Jahren haltbar sein. Nachdem man den Organic Cup gefaltet und in die Vagina eingeführt hat, entfaltet er sich im Körper und wird durch ein leichtes Vakuum an der richtigen Stelle gehalten. Spüren soll man den Fremdkörper nicht. Während herkömmliche Binden und Tampons absorbieren, sammelt der Organic Cup die Flüssigkeit. Dadurch werden Reizungen sowie Trockenheit vermieden und der natürliche pH-Wert bleibt erhalten. Man kann ihn in der Toilette entleeren und danach mit klarem Wasser ausspülen. Wer ein mechanisches Verhütungsmittel trägt (zum Beispiel eine Spirale), soll vor der ersten Anwendung den Arzt oder Gynäkologen fragen. Die Kappe ist in drei verschiedenen Grössen erhältlich.

Adieu, feuchte Reinigungstücher

Obwohl viele Dermatologen davon abraten, sich im Alltag mit abgepackten feuchten Reinigungstücher das Gesicht zu waschen oder das Make-up zu entfernen (man sollte sie grundsätzlich nur auf Reisen oder im Notfall verwenden), benutzen sie viele Frauen. Eine ökologisch sinnvolle und für die Haut dankbarere Alternative sind die wiederverwendbaren Reinigungstücher. Dieses Zweier-Set besteht aus Bio-Bambus und Bio-Hanf. Man kann die Tücher als Dampfkompresse verwenden, indem man sie mit warmem Wasser tränkt und auf sein Gesicht legt und einen Moment einwirken lässt. Dampf öffnet die Poren und bereitet die Haut optimal auf das nachfolgende Pflegeritual vor. Oder man verwendet sie als Waschlappen, tränkt sie mit warmem Wasser, fügt bei Bedarf etwas flüssige Seife oder Reinigungsöl dazu und reinigt Gesicht und Körper. Die Tücher können in der Waschmaschine bei 60 Grad gewaschen werden.

Wiederverwendbare Flügelbinden

So wie es nachhaltige Alternativen für Tampons gibt, finden Frauen, die während ihrer Periode Binden benutzen, ökologischere Produkte. Diese verwendbaren Binden aus Bio-Baumwolle beispielsweise sind weich, saugfähig und in vier verschiedenen Farben erhältlich (es gibt sie auch als Slipeinlagen). Als Nässeschutz wurde eine dünne Schicht Polyurethan (ein Kunststoff) eingearbeitet. Die wiederverschliessbaren Druckknöpfe an den Flügeln der Binden ermöglichen eine einfache Befestigung. Man kann sie bis 60 Grad waschen, sie sind aber für den Trockner nicht geeignet. Tipp: Vor dem Waschen kurz in kaltem Wasser einweichen und mit Fleckenseife behandeln. 

 

 

Kampf gegen Plastik

Gemäss EU-Richtlinien sollten Einwegprodukte (unter anderem Plastik-Ohrenstäbchen, Einweg-Plastikteller und -besteck oder Strohhalme aus Plastik) ab 2021 aus den Supermarktregalen verbannt werden.

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