Bronzezeit: Gepflegt gebräunt durch den Sommer

Text: Lisa Feldmann
Foto: SXU

Wie viel Sonne darfs denn sein? Ein Plädoyer von Chefredaktorin Lisa Feldmann für die zart gebräunte Sommerhaut. Ausserdem: Tipps, Neuheiten und alles, was Sie übers Sünnele längst wissen. Oder vielleicht nur zu wissen glauben?

Wie viel Sonne darfs denn sein? Ein Plädoyer von Chefredaktorin Lisa Feldmann für die zart gebräunte Sommerhaut.

Michelle Hunziker tut es. Demi Moore auch, ausserdem Cameron Diaz oder Heidi Klum. Und Elle Macpherson oder Gisele Bündchen nehmen sogar ihren Kleinen mit. In die Sonne nämlich. An den Strand, in die Wellen auf Bodyboards, an den Pool. Regelmässig tauchen diese Bilder auf. Im Winter, um uns Daheimgebliebene in Minusgradengefilden neidisch zu machen auf die tropischen Temperaturen, im Sommer, um uns noch neidischer zu machen auf die traumhaften Bikinifiguren.

Sind die denn alle lebensmüde? Wollen die unbedingt Hautkrebs kriegen? Oder mindestens fiese braune Flecken auf den Unterarmen, einen Schildkrötenhals und Falten um die Augen, dass es einen graust? Ihren Mienen nach zu urteilen scheinen sie sich jedenfalls gerade sehr wohl zu fühlen in ihrer Haut – und genau darum geht es ja wohl auch im Kontakt mit der Sonne. Aber ist das nicht ein Trugschluss, die naive Einschätzung des Verdrängens?

Nicht nur. Natürlich gilt bei aller Vorsicht und jeder Menge künstlicher Möglichkeiten auf dem Weg zum natürlichen Teint die leicht gebräunte Haut spätestens seit Coco Chanel auch als Statussymbol. Die Frauenbefreierin in Sachen Kleiderzwang (juchhu, endlich schicke Hosen für die Damen!) und Korsagen warf auch gleich den Bleichzwang der feinen Gesellschaft über Bord – einer Luxusjacht, nebenbei – und machte den Lebensstil der Côte d’Azur in der High Society über Nacht populär.

Die Fitzgeralds, Picasso mit wechselnden Frauen, später Cary Grant und Grace Kelly, Romy Schneider und Brigitte Bardot sowie sämtliche Starlets während der Filmfestspiele in Cannes – sie alle transportieren ein Urvertrauen in UV-Strahlen, das noch Generationen später nachwirkt. Und vielleicht ja nicht ganz zu unrecht. Kennt nicht jeder die automatisch bessere Laune bei Sonne? Die Depressionen, die einen im nebligen Flachland im November ereilen – wie weggeblasen wenige Hundert Meter höher, in der Wintersonne. Den Rat des Hausarzts, doch ein wenig
mehr in der Sonne spazieren zu gehen, wenn die Hormone ins Schwanken geraten in den Wechseljahren. Die sprichwörtlichen Frühlingsgefühle, die so prompt erwachen, wenn rausgestuhlt wird vor den Restaurants …

Wir empfehlen, mit der Sonne umzugehen wie mit einem guten Wein. Nämlich: sie in Massen zu geniessen. Und sicher nicht in der höchsten Mittagszeit! Eine Kennerschaft zu entwickeln, was die eigenen Qualitäten angeht – wie viel man verträgt, ist schliesslich nicht nur beim Alkohol zutiefst individuell geregelt. Und nicht zu vergessen, dass braun gebrannt etwa so uncool daherkommt wie total betrunken. Der Trick ist, aufzuhören bei einem leichten Schwips – oder eben mit sanft getönten Oberarmen!

Wers immer noch nicht glaubt, der freue sich wenigstens mit uns daran, wie alt und zufrieden viele berühmte Sonnenfreunde wurden. Das ist vielleicht kein Beweis, aber ein Hoffnungsschimmer. In fein leuchtendem Bronzeton.

Sommer 2012

Sommer, Sonne, Strand! Alles für den Urlaub finden Sie hier.

Empfehlungen der Redaktion

Bademode für Wassernixen: Der Sommer wird heiss!

Mehr aus der Rubrik

Das hilft an mühsamen Tagen

7 Geheimtipps gegen Mens-Beschwerden

Von Sandra Huwiler