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So wendet man Trockenshampoo richtig an

Text: Olivia Goricanec; Bild: Unsplash

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Haare gut, alles gut
Wir Menschen messen unserem Haar schon seit Jahrtausenden eine besondere Bedeutung bei. Früher galten die Haare sogar als Sitz der Seele und der Lebenskraft und als Symbol körperlicher Stärke, weltlicher Macht und auch magischer Kräfte.

Naturia-Trockenshampoo von René Furterer ca. 24 Fr. bei Manor
Die kaltgepressten ätherischen Ölen aus Minze und Basilikum geben dem extra milden Trockenshampoo einen besonders frischen Duft. Es ist leicht getönt, um sich allen Haarfarben anzupassen.

Shampoo Shampure Dry ca. 43 Fr. von Aveda
Belebt das Haar mit einem aus natürlichen Substanzen gewonnenem Puder, das überschüssiges Öl absorbiert. Das Trockenshampoo ist für alle Haartypen geeignet und beruhigt mit dem sogenannten Shampure-Aroma, welches aus 25 puren Blüten- und Pflanzenessenzen und kontrolliert biologischem Lavendel und Ylang-Ylang besteht.

Brennessel-Trockenshampoo von Klorane ca. 15 Fr. bei Manor
Der Brennesselextrakt in diesem Trockenshampoo absorbiert Talg und ist daher für schnellfettendes Haar gedacht. Es ist in einer getönten und ungetönten Variante erhältlich.

Voluminous Dry Shampoo von Rahua ca. 43 Fr. bei Biomazing
Dieses Trockenshampoo spendet Volumen, erfrischt und stärkt das Haar. Die Rezeptur ist glutenfrei und vegan und enthält Bio-Inhaltsstoffe. Pflanzen und Mineralien arbeiten zusammen, um überschüssigen Talg, Schweiss und Verunreinigungen zu absorbieren.

Reinigungsschaum Fresh Texture von Osis + Schwarzkopf Professional ca. 19 Fr. bei Perfecthair
Ein mit sieben Kräutern angereicherter Schaum mit modifizierter Reisstärke, der normale bis ölige Kopfhaut behandelt, um Ansatzvolumen zu verleihen und Volumen zu reaktivieren. Frei von Sulfaten. 

Trockenshampoo Anti-Frizz von Batiste ca. 5 Fr. bei Douglas
Neben dem Gefühl von frisch gewaschenem Haar schafft es dieses Trockenshampoo gleichzeitig, widerspenstige und umherfliegende Haare zu bändigen. Dank reichhaltigem Kokosnussöl und verschiedenen Nährstoffen pflegt es das Haar bis in die Spitzen und schenkt ihm Geschmeidigkeit und Glanz.

Trockenshampoo Fresh & Mild für blonde und helle Haartöne von Nivea ca. 7 Fr. bei Migros
Das Trockenshampoo für hellere Haarfarben besitzt eine extra milde Formel, spendet eine sofortige und langanhaltende Frische und hinterlässt keine Rückstände. 

Unverzichtbar, der Retter in der Not, die Geheimwaffe, ein Allroundtalent: Ohne Trockenshampoo könnten so einige unter uns nicht leben. Andere wiederum kennen dessen Vorteile, hadern aber damit und lassen lieber die Finger davon. Den Problemen auf der Spur.

Trockenshampoos und die darin enthaltenen Stärken absorbieren überschüssige Öle auf dem Haar und der Kopfhaut und werden heutzutage von Jung und Alt und von Laien und Professionellen benutzt. Mal geht es darum, die Zeit zwischen den Haarwäschen zu verlängern respektive am Morgen etwas länger zu schlafen und so kurzerhand die Haare aufzufrischen (das Gefühl frisch gewaschener Haare ersetzt es jedoch nie!), mal benutzt man es aber auch, weil man sich mehr Volumen und Griffigkeit beim Styling wünscht. (Übrigens: Haarklammern tendieren dazu, aus der Frisur zu gleiten. Am besten vorab die Klammern mit etwas Trockenshampoo besprühen respektive bepudern.) Die Anwendung von Trockenshampoo birgt aber auch Tücken und bei falschem Einsatz sieht man womöglich nicht nur wie einst Karl Lagerfeld aus, sondern hat mit Nebenwirkungen zu kämpfen. 

Die sieben häufigsten Fehler im Umgang mit Trockenshampoos

  • Zu nah an der Kopfhaut
    Beim Trockenshampoo in der Dose muss darauf geachtet werden, dass der Abstand zwischen Kopfhaut und Spray mindestens zwanzig Zentimeter (teils sind sogar dreissig Zentimeter besser) beträgt. Andernfalls ist das Trockenshampoo zu konzentriert und unschöne Flecken können entstehen.
     
  • Zu viel auftragen
    Die Sprühdosen-Produkte muss man vor Gebrauch sehr gut schütteln, damit sich die Shampoo-Partikel auch gleichmässig verteilen. Beim Auftragen eines Trockenshampoos in Puder-Form ist die Anwendung anfangs etwas schwieriger. Am besten man benutzt dazu einen grossen Make-up-Pinsel und gibt nur etwas Puder auf die Handfläche oder in eine kleine Schale. Die Dosierung klappt so besser. Trockenshampoo gehört nur auf den Haaransatz und sollte nicht auf den Haarlängen und in den Spitzen verwendet werden. Das trocknet das Haar nur aus und sorgt für ein stumpfes Finish. Das Trockenshampoo kann auch nur partiell aufgetragen werden, so etwa beim Pony oder nach dem Tragen eines Haarbandes (an den Stellen, wo das Haar etwas aufgefrischt werden muss). Grundsätzlich sollte man sein Haar mit einem Kamm abteilen und sich so Strähne für Strähne durcharbeiten.
     
  • Ungeduldig sein
    Damit Trockenshampoo seine Wirkung entfalten kann, muss es richtig mit den Fingerspitzen eingearbeitet werden. Nur so kann es überschüssiges Öl im Haaransatz absorbieren. Ausserdem braucht das Produkt etwas Zeit für die Wirkung und man sollte es nicht zu früh ausbürsten. Profi-Tipp: Am Abend vor dem Schlafen das Trockenshampoo grosszügig auftragen. Entweder das Haar offen tragen oder einen Zopf flechten und das Produkt über Nacht einwirken lassen.
     
  • Die falsche Farbe
    Während es früher ein Trockenshampoo für alle gab, führen viele Haarpflegemarken heute Trockenshampoos für unterschiedliche Haartöne (hell, mittel, dunkel).
     
  • Sprühdose, Puder oder Schaum
    Wer feines Haar hat, dem genügt der feine Sprühnebel aus der Dose. Bei dickerem oder fettigerem Haar braucht es meistens etwas Konzentrierteres, Trockeneres. Lose Puder (hier etwa von Rahua und Aveda) sind bei diesem Haar ideal. Wer sich mit dem Spray oder dem Puder wegen der allfälligen Rückstände etwas schwertut, soll zum Trockenshampoo in Schaum-Form greifen.
     
  • Zu oft verwendet
    Trockenshampoo sollte zwischen der Haarwäsche nicht mehr als ungefähr zwei Mal verwendet werden – auch nicht fürs Styling. Die Bestandteile des Produkts legen sich auf der Kopfhaut ab und können die Poren verstopfen. Zudem bildet sich bei mehrmaliger Verwendung ein unschöner grauer Schleier. Bedenken Sie, dass die Kopfhaut eine Erweiterung des Gesichts ist: Ein öliges und unreines Gesicht wird man auch nicht über mehrere Tage hinweg abpudern statt es wieder einmal zu waschen.
     
  • Reinigung nicht angepasst
    Die Reinigung von Kopfhaut und Haar sollte nach der Verwendung eines Trockenshampoos besonders gründlich sein und allenfalls angepasst werden (z. B. mehrmals hintereinander waschen). Kopfhautpeelings können zusätzlich dafür sorgen, dass sämtliche Produktrückstände entfernt werden.
     

Übrigens: Wer auf allfällige problematische Inhaltsstoffe im Trockenshampoo verzichten möchte, kann es auch selber machen (und spart dabei ausserdem noch Geld!). Mit einem Make-up-Pinsel ein Bio-Mehl (Weizen oder Roggen, kein Vollkorn) oder Bio-Maizena leicht auf dem Haaransatz verteilen. Bei dunklem Haar kann man übrigens etwas Bio-Kakaopulver hinzumischen. Wer keinen Grauschleier riskieren möchte, kann zur Heilerde greifen (gibt es in verschiedenen Farbtönen).

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