Frauenquote

Editorial von Lisa Feldmann zur Frauenquote

Die Quote bringt uns weiter: annabelle-Chefredaktorin Lisa Feldmann zur Frauenquote für die Schweiz.

Ein Hauch von Chanel No 5 und kaltem Zigarettenrauch soll sie umgeben haben – kein Wunder, nannte man Mabel Zuppinger auch die «Coco Chanel von Zürich». Dabei war die Lady auf unserem Cover nicht etwa Designerin, sondern vielmehr die erste Chefredaktorin von annabelle. Berufen von ihren Kollegen bei der «Weltwoche», der sie mit ihren Kolumnen immer wieder erfreuliche Leserzahlen beschert hatte, trat sie kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs an, den Frauen der Schweiz «eine gute Freundin» zu sein. In politischen Themen genauso bewandert wie in Gartenpflege oder Mode, schuf sie in ihrem Heft eine flotte Mixtur aus liberalem Gedankengut, kultureller Inspiration, Kochrezepten und Schnittmustern. Mabel Zuppinger hat die Schweiz verändert. Was einfach ging, weil damals jede Zeitung enormen, unmittelbaren Einfluss hatte. Heute braucht es mehr, um an den Verhältnissen zu rütteln. Die Verhältnisse: Das sind drei Prozent weibliche CEOs in den grossen Schweizer Unternehmen. Nach zig Jahren, in denen weibliche Bachelors und Masters meist besser abschliessen als die Männer. Frauen müssen mehr Macht bekommen, wenn sich unsere Gesellschaft zukunftstauglich entwickeln soll: vielfältig, flexibel, prosperierend. Doch weil sich trotz aller Absichtserklärungen nichts ändert, wird dieses Ziel nicht ohne Frauenquote zu erreichen sein. Ein Mittel zum Zweck, das den regulierungsallergischen Schweizern gehörig widerstrebt. Bleibt offen, was uns Mabel Zuppinger geraten hätte: mit Krücken zu gehen oder für immer stehen zu bleiben.


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annabelle setzt sich ein für eine befristete Frauenquote von 30 Prozent. Hier finden Sie alle weiteren Artikel dazu:

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