Ralph Schelling kocht

Frühlingshafte Pasta mit Meeresspargel

Rezept: Ralph Schelling; Redaktion: Evelyne Emmisberger; Foto: Daniel Valance

Barba di Frate

Primavera dank leckerem Meeresspargel: Die Aromen duften nach Sonne, Süden und Mittelmeer.

Wenn er erstmals auftaucht auf dem Markt oder beim italienischen Lebensmittelhändler, dann ist der Frühling nicht mehr weit: Meeresspargel heisst das Kraut aus dem Mittelmeerraum, das optisch an derben Schnittlauch mit Wurzelwerk erinnert und bei mir geschmacklich akutes Fernweh (Süden! Meer!) auslöst. Meeresspargel ist übrigens gerade furchtbar hip, was ein Glück ist, denn nun bekomme ich ihn auch in unseren Breitengraden in fast jedem Supermarkt.

Doch das Beste am Frühlingsgemüse, dessen kurze Saison spätestens Anfang Juni endet: Seine herb-säuerlichen und leicht salzigen Aromen entfalten sich am schönsten, wenn man die einfachste aller Zubereitungsarten wählt: Mit Knoblauch in reichlich Olivenöl andünsten und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Basta.

Ich habe meinem Rezept dennoch ein paar wenige Raffinessen zugefügt, die dem Gericht eine ziemlich coole weitere Dimension geben: ein Hauch Peperoncino sorgt für Pfiff und die Colatura di Alici, eine Würzsauce aus Sardellen von der Amalfi-Küste (die jede Asia-Fischsauce kulinarisch locker hinter sich lässt), unterstreicht die Meeresaromen des Meeresspargels und der Sepia-Spaghettini aufs Feinste.

MEERSPARGEL MIT SEPIA-SPAGHETTINI

Hauptgericht für 4 Personen

Zutaten
2 Knoblauchzehen bzw. Frühlingsknoblauch
½ Peperoncino 
3–4 EL Olivenöl
300 g Spaghettini Nero di sepia oder beliebige Pasta
Salz
2 Handvoll Meeresspargel
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 EL Colatura di Alici (italienische Würzsauce aus Sardellen)

Knoblauch leicht andrücken und zusammen mit dem Peperoncino im Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur anbraten. In der Zwischenzeit Spaghettini in Salzwasser nach Packungsanleitung al dente kochen. Spaghettini abgiessen und dabei zirka 2 Deziliter Kochflüssigkeit aufbewahren.

Meeresspargel von den holzigen Stielen befreien und kurz in der Knoblauch-Peperoncino-Mischung mitdünsten. Spaghettini und Pastawasser hinzufügen und kurz bei starker Hitze unter ständigem Rühren vermengen. So verbindet sich das Pasta- Wasser mit dem Gericht zu einer homogenen Sauce, und die Meeresspargel-Spaghettini werden mit einem feinen Film überzogen.

Mit Pfeffer aus der Mühle, Colatura di Alici und etwas Olivenöl abschmecken und auf Pastatellern verteilen.

Meine Tipps

  • Pasta nach dem Kochen niemals mit Wasser abspülen oder abschrecken
  • Vorsichtig salzen, der Meeresspargel enthält bereits Salz, die Colatura di Alici und das Pastawasser ebenso
  • Als zusätzliche Umami-Note oder anstelle der Colatura kann man dem Gericht auch ein paar Cherrytomaten hinzufügen

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