Michelle Obama spricht über die Menopause

«Als hätte jemand einen Ofen in meinem Inneren angezündet»

Text: Sandra Huwiler; Bilder: Getty Images

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Die frühere First Lady Michelle Obama scheut sich in ihrem neuen Podcast nicht davor, unbequeme Themen anzusprechen. Dieses Mal gehts um die Menopause.

Auch Schauspielerin Gillian Anderson hat ihre Wechseljahre öffentlich schon thematisiert.

Ebenso Kim Cattrall, die nicht nur als Samantha Jones in «Sex and the City» keine Angst vor Tabus hat.

Neu-Podcasterin Michelle Obama spricht in ihrer aktuellen Folge mit einer befreundeten Gynäkologin über die Wechseljahre – und verrät, wie Hitzewallungen ihr Leben schwer machten.

«Die Hälfte der Bevölkerung macht das durch – aber wir leben so, als gäbe es das gar nicht», sagt Michelle Obama in der neusten Folge ihres Podcasts «The Michelle Obama Podcast», die am Mittwoch auf Spotify erschienen ist. Die 56-Jährige spricht darin mit ihrer langjährigen Freundin, der Gynäkologin Sharon Malone, über die Wechseljahre. «Was der Körper einer Frau durchmacht, ist eine wichtige Sache, die in der Gesellschaft Platz einnehmen sollte.»

Die berüchtigten Hitzewallungen, welche die Menopause bei vielen Frauen mitbringt, kennt Michelle Obama bestens. Eine dieser Hitzewallungen hatte sie ausgerechnet in der Marine One, dem Präsidentenhubschrauber, erzählt sie. Schick gekleidet, bereit für einen Auftritt zusammen mit ihrem Mann Barack, damals noch US-Präsident.

«Das ist Wahnsinn, ich schaffe das nicht!»

«Es war, als hätte jemand einen Ofen in meinem Inneren angezündet. Alles begann zu schmelzen und ich dachte nur: Das ist Wahnsinn, ich schaffe das nicht!», erinnert sie sich.

«Unglaublich, was ein Frauenkörper zu tun hat – menstruieren, gebären, und dann schaltet das ganze reproduktive System in der Menopause wieder runter. Die Veränderungen, die Hochs und Tiefs, die hormonellen Veränderungen – darin liegt viel Stärke», findet sie. Stattdessen würden Frauen gelehrt, sich dafür zu schämen und nicht einmal zu versuchen, diese Veränderungen zu verstehen oder sie zu erforschen.

Adieu Kontrolle

Auch andere bekannte Persönlichkeiten wollen die Menopause enttabuisieren. So sagte die 52-jährige Schauspielerin Gillian Anderson in einem «People»-Interview: «Ich fühlte mich, als ob jemand anders die Kontrolle über mein Gehirn übernommen hätte.» Sie sei sich gewohnt gewesen, vieles gleichzeitig zu managen, und plötzlich hatte sie das Gefühl, gar nichts mehr im Griff zu haben. Auf die Idee, dass dafür das Hormon-Chaos in ihrem Körper verantwortlich sein könnte, brachten sie Freundinnen.

Über ihre Menopause gesprochen hat auch «Sex and the City»-Darstellerin Kim Cattrall. Die heute 63-Jährige habe zwar schon als Samantha Jones die Hitzewallungen-Geplagte gespielt, erzählt sie der «Huffington Post». Als sie dann kurz darauf selbst in die Menopause kam, war das dann eine ganz andere Hausnummer. «Die Hitzewallungen waren erschütternd.» Gespräche mit ihrem Arzt hätten ihr geholfen, auf ihren Körper zu hören und die Veränderungen anzunehmen – als Teil eines Prozesses, den fast alle Frauen durchlaufen.

Sandra Huwiler ,
Beauty-Praktikantin
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