Autotest

Automatisch sympathisch: Der Audi A3 Sportback E-Tron im Autotest

Text: Stefanie Rigutto; Foto: Elisabeth Real

Automatisch sympathisch: Der Audi A3 Sportback E-Tron im Autotest
  • Wie auf Schienen: Audi A3 Sportback E-Tron, Reporterin Stefanie Rigutto

Benzin oder Elektro? Der neue Audi A3 Sportback E-Tron entscheidet selber und zeigt auch sonst Eigeninitiative.

Ist er schon an? Ist der Motor wirklich schon an? Man hört – nichts. Gar nichts. Rückwärtsgang rein, Druck aufs Gaspedal, das Auto fährt lautlos nach hinten, ohne das geringste Geräusch von sich zu geben. «Krass», meint die Beifahrerin. Dann schaut sie plötzlich skeptisch und fragt: «Vielleicht hast du den Motor abgewürgt?» Das wäre gut möglich. In diesem Fall aber nicht: Es ist ein Automat.

Der Audi A3 Sportback E-Tron ist ein Plug-in-Hybrid. Das sind Autos – so erfahre ich aus den Presseunterlagen –, die neben dem Benzinmotor auch über einen Elektromotor verfügen. Man kann rein elektrisch fahren, nur mit Benzin oder die beiden Motoren kombinieren. Capito? Ist die Batterie leer, steckt man das Auto zuhause in der Garage ans Stromnetz. Ein umweltbewusstes Gefährt – I like!

Egal, ob elektrisch oder mit Benzin, da röhrt nichts unter meinem Hintern. Vielmehr gleitet man wie auf Schienen dahin – und überholt das Wohnmobil auf dem Simplonpass mit einem leichten Tippen aufs Gaspedal. Wenn man das Auto voll beschleunigt, schnurrt es wie eine zufriedene Katze: Tempo bekommt der E-Tron elegant hin. Er muss nicht bluffen mit seinem Können. Er kann einfach. Mit 140 km/h auf der Autobahn in Italien? Fühlt sich an, als würde man durch eine 30er-Zone tuckern.

Der E-Tron ist das erste Auto, bei dem ich mich mit der Bordelektronik angefreundet habe. Es funktioniert ein bisschen wie ein Apple-Produkt: Die Bedienung erschliesst sich einem (fast) intuitiv. Dass ich es in gerade mal einer Minute fertigbringe, mein Handy mit dem Bordcomputer zu verbinden – Rekord! Mein Highlight ist der überraschend grosse Bildschirm, der aus dem Armaturenbrett hinauffährt, sobald man den Motor startet. Ich wähne mich im pinkfarbenen Oldtimer-Taxi meines Lieblingsfahrers Humberto in Havanna, auf dessen Bildschirm jeweils heisse Reggaeton-Musikvideos liefen. Ay, caramba! Leider sind wir nicht in Kuba – und ich muss mich mit einer langweiligen Strassenkarte begnügen.

Ansonsten erinnert mich der E-Tron an K. I. T. T., das Supergefährt von David Hasselhoff in «Knight Rider». Der Typ denkt mit! Wenn es tröpfelt, schaltet er die Scheibenwischer ein. Wirds dunkel, macht er Licht. Er zeigt mir auf dem Bildschirm an, wie ich am besten aus dem Parkplatz herausfahre, und ab einer gewissen Geschwindigkeit schaltet er automatisch vom Elektromotor auf den Benziner um, weil dies ökologischer ist. Diese Eigeninitiative ist fast schon beängstigend!

Ich bin richtig beruhigt, als mich der E-Tron nach der Kaffeepause mit einer Parkbusse unter dem Scheibenwischer begrüsst. Er ist halt doch nur ein Auto. Ich meine: K. I. T. T. hätte Münz nachgeworfen, nicht?

Modell: Audi A3 Sportback E-Tron
Motor: 1.4 TFSI-Motor und 75-kW-Elektromotor
Fahrleistung: 204 PS, von 0 auf 100 km/h in 7.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h (hybridisch), 130 km/h (elektrisch)
Masse: Länge 4.31 m, Breite 1.79 m, Höhe 1.42 m
Kofferraumvolumen: 280 bis 1120
Leergewicht: 1540 kg
CO2-Emissionen: 35 g/km
Energieeffizienzklasse: A+
Verbrauch: 1.5 l/100 km (hybridisch), 11.4 kWh/100 km (elektrisch)
Preis: ab 48 400 Franken
Infos: www.audi.ch

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