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Ein grosser Trost: Lisa Feldmann testet den BMW 6er-Gran-Coupé

Fotos: Glenn Glasser

Ein grosser Trost: Lisa Feldmann testet den BMW 6er-Gran-Coupé
Ein grosser Trost: Lisa Feldmann testet den BMW 6er-Gran-Coupé
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Lisa Feldmann fühlte sich gut aufgehoben im Gran Coupé von BMW

Die ehemalige annabelle-Chefredaktorin Lisa Feldmann ärgerte sich sehr auf der Fahrt nach Meran. Zum Glück gabs ihn: Den BMW 6er-Gran-Coupé.

Ab sofort gibt es für mich nur noch einen Weg von Zürich ins Südtirol: auf der Autobahn Richtung Chur bis zur Ausfahrt Landquart, dann weiter Richtung Davos über den Flüelapass bis Zernez, danach über den spektakulären Ofenpass und durchs schöne Vinschgau runter nach Meran. So bin ich das erste Mal gefahren, vor sieben Jahren, und viele Male danach. Nur einmal nicht. Genau einmal zu viel. Der Weg, der einem blüht durch Österreich, ist nicht nur weniger spannend, viel dichter befahren und ausserdem ausschliesslich Autobahn, oh nein: Er kostet auch noch ein Vermögen!

Zunächst erstehe ich brav die Tagesvignette am Grenzübergang Schweiz–Österreich. Und traue meinen Augen nicht, als ich kurz danach in eine Zahlstation fahre – es wird nicht die letzte sein. Neben der Gebühr für ihre gepflasterten Schnellstrassen kassieren die Österreicher nämlich auch für jedes Loch, das sie in einen Berg gebuddelt haben, ganz zu schweigen von Wegen, die darüberführen. Und dann kommt die grösste Schikane: Geschwindigkeitsbegrenzungen ohne jeden logischen Zusammenhang!

Wie in Abrahams Schoss

Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie sitzen in einem neuen BMW, sicher wie in Abrahams Schoss, entspannt ins Gespräch vertieft mit Ihrer Co-Pilotin, die im Minutentakt neue kleine technische Spielereien entdeckt und jubelnd darüber berichtet – nähmen Sie dann noch ein komplett willkürlich aufgebautes 80-Stundenkilometer-Schild wahr? Mir jedenfalls servierte man zusätzlich zu den exorbitanten Gebühren nach einigen Wochen auch noch insgesamt drei Bussen (für die Hin- und Rückfahrt). Okay, eine davon kam aus Winterthur – aber auch da wäre ich ja nicht hingefahren, wäre ich nur über Landquart …

Was bleibt, ist dennoch der grosse Fahrspass, den einem dieses Auto bereitet, der Style, für den in Meran Passanten Spalier standen, das unbedingte Reisevergnügen, das Regen und Schnee vergessen liess (wir waren schliesslich nicht zufällig auf dieser Route unterwegs, die Pässe waren gesperrt). Und interessanterweise fühlte ich mich keinen Moment lang fehl am Platz, bin ich doch eigentlich Autos dieser Grössenordnung (in jeder Beziehung) nicht recht gewachsen.

Das neue 6er-Gran-Coupé von BMW strahlt so viel Understatement aus, dass man sich nie overdressed fühlt, sondern einfach nur gut aufgehoben. Auch weil es ganz einfach zu handeln ist – seine Qualitäten erschliessen sich so intuitiv wie die eines iPad. Und das wurde ja auch für uns Frauen erfunden.

Modell: BMW 640i Gran Coupé
Motor: 3 Liter, 6 Zylinder
Fahrleistung: 320 PS, von 0 auf 100 km/h in 5.4 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Masse: Länge 5.01 m, Breite 1.89 m, Höhe 1.39 m
Leergewicht: 1825 kg
Kofferraumvolumen: 460 Liter
CO2-Emissionen: 183 g/km
Energieeffizienzklasse: E
Verbrauch: 7.9 l/100 km
Preis: ab 106 500 Franken
Infos: www.bmw.ch

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