Dear Mamma

Eine App klärt auf

Redaktion: Helene Aecherli; Foto: iStock

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Wegen Aberglaube, Tabuisierung, fehlender Bildung: Brustkrebs wird in vielen Ländern millionenfach zu spät erkannt. Das will Dear Mamma ändern, die erste Brustkrebs-App für Frauen, die weder lesen noch schreiben können.

Jenseits der Industrienationen ist Brustkrebs ein blinder Fleck: Es mangelt an onkologischen Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmassnahmen. Vor allem aber mangelt es an Wissen. Viele Frauen glauben, Brustkrebs sei wie eine Grippe, andere meinen, die Krankheit sei ansteckend. Wiederum andere wagen den Begriff Brustkrebs gar nicht erst auszusprechen aus abergläubischer Angst davor, selbst zu erkranken, oder scheuen davor zurück, ihre Brust auch nur anzusehen, weil dies als unsittlich oder religiös verwerflich gelten könnte. Die Schweizer Stiftung The Dear Foundation will Abhilfe schaffen: Da Smartphones weltweit stark verbreitet sind, hat sie eine App für Frauen entwickelt, die weder lesen noch schreiben können und in religiös-patriarchalen Strukturen leben, in denen der Frauenkörper als Tabuzone gilt. Die App erklärt mit Bildern, Filmen und gesprochenen Texten auf Arabisch, Hebräisch, Spanisch, Englisch und Französisch, was Brustkrebs ist, wie die Selbstuntersuchung der Brust durchführt und wann eine Krankenstation aufgesucht werden soll. Dazu kommen religiöse Oberhäupter zu Wort, die sich für die Krebsprävention einsetzen. Die Initianten von Dear Mamma hoffen, dass mit der Enttabuisierung der Krankheit in den jeweiligen Ländern künftig mehr Mittel für onkologische Behandlungen bereitgestellt werden.

Dearmamma.org, für Android, nach dem Download offline nutzbar. App für iPhone folgt

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