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Fünf Dinge, die Sie nicht über Ihr iPhone wussten

Text: Kerstin Hasse; Fotos: Kerstin Hasse

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Eingefangen:

Die Nordlichter in Finnland habe ich nicht mit einer Profi-Kamera gemacht, sondern mit dem iPhone 11 Pro. 

Eine Perspektive, drei Linsen:

Ein Stückchen finnisches Winter-Panorama mit der Teleobjektivlinse. Was man sieht, ist nur ein Naturdetail

Mit der Weitwinkellinse gibt man dem Naturdetail bereits mehr Tiefe

Und mit der Ultraweitwinkellinse geht dem Betrachter eine neue Welt auf

Unsere Onlinechefin Kerstin Hasse dachte, sie hätte ihr iPhone im Griff. Doch wie sich heraustellte, kann auch eine geübte Userin noch manches dazu lernen. 

Ich bin ein Apple-Kind. Ich glaube, anders kann man es nicht sagen. Der erste Computer, an dem ich arbeitete, war ein knallroter iMac, den meine Eltern für uns zuhause gekauft hatten. (Bis heute ist der riesige Verpackungskarton übrigens unsere Weihnachtsbaum-Kiste.) Auch in der Schule und bei meinem ersten Job auf einer Lokalredaktion arbeitete ich auf einem Mac, irgendwann folgte dann das erste eigene Macbook (lang gespart, grosse Aufregung, grosser Stolz) und dann endlich das erste iPhone (noch länger gespart, noch aufgeregter, noch mehr Stolz – weil INTERNET ÜBERALL, BABY!)

Ich liebe digitale Gadgets und ich kann mich bis heute unglaublich an technischem Kleinkram erfreuen. Wenn irgendwie möglich, erneuere ich meinen Handy-Vertrag immer so, dass ich das neuste Modell erhalte – bis heute mit einem iPhone 5 rumhantieren, das könnte ich nicht. Das ist logischerweise auch eine Kostenfrage, Apple-Produkte sind nicht dafür bekannt, günstig zu sein. Umso interessierter war ich, als mir Apple anbot, das neue iPhone 11 Plus zu testen. Ich hatte die Lancierung des Gerätes verfolgt, ich wusste über das Drei-Kamera-System Bescheid, ich hatte es auch schon mal im Apple-Store in den Händen gehalten – aber das wars auch schon, weil besagter Vertrag eben noch nicht auslief. 

Als es dann vor mir lag, ging alles ganz schnell. Ich glaube, an der Art, wie man ein neues Smartphone auspackt, merkt man, dass man erwachsen wurde. Früher glich das einer religiösen Zeremonie. Ich kann mich noch daran erinnern, wie nervös ich war, als ich die Folie meines ersten iPhone-Bildschirms abzog. Und auch die Synchronisation war aufwendiger – Back-up da? Laptop auf dem neusten Stand? Genug Speicherplatz? Die Zeiten sind zum Glück passé: Mit dem Schnellstart ist so ein Gerät im Nu aufgesetzt, alle meine Daten waren innerhalb von weniger Minuten auf dem neuen Smartphone. Ich testete die Kamera, schoss ein, zwei Selfies und hatte recht schnell das Gefühl, das neue Handy im Griff zu haben. Wie gesagt, ich bin ja eine Pro-Userin – right? Nun, nicht ganz. Bei einer Presse-Reise mit Apple musste ich lernen, dass es einige Sachen gibt, die ich tatsächlich nicht wusste – vor allem, wenn es um die fotografischen Möglichkeiten des iPhone geht. Die aufwendig und dramatisch inszenierten Apple-Lancierungen sind anscheinend eben doch nicht nur Drama. Hier also fünf praktische Dinge, die ich gelernt habe: 

Selfie? Slofie!

Mit der Frontkamera kann man jetzt in Slowmotion Videos aufnehmen, sogenannte Slofies. Das macht Spass, weil es ein gewisse Dramatik hat. Sie wollen den perfekten Haar-im-Wind-Moment festhalten? Probieren Sie es mit der Frontkamera im Slowmotion-Modus, Sie werden sich wie ein Kinostar fühlen. 

Lichtquelle nutzen

Der Nachtmodus wird auf dem iPhone 11/Pro automatisch ausgelöst, wenn es dunkel ist. Das sieht man daran, dass oben links ein kleiner gelber Mond erscheint. Der Trick ist, mit der Belichtungszeit zu spielen. Und das klappt so: Sie fixieren zuerst den hellsten Punkt auf dem Bild, also die stärkste Lichtquelle. Tippen Sie ein paar Sekunden darauf, bis der Rahmen um das Lichtfeld einrastet – und leicht erblasst. Tippen Sie nun oben auf den Mond und stellen Sie die Belichtungszeit auf das Maximum (ca. 6 Sekunden, mit Stativ bis zu 30 Sekunden). Dann einfach noch still halten und – zack – plötzlich sieht der Kerzenschein nicht mehr schummrig, sondern strahlend und warm aus. Oder in meinem Fall: Plötzlich werden verschwommene Streifen am finnischen Nachthimmel zu strahlend grünen Nordlichtern. 

Video-Quickie 

Sie wollen spontan beim Fotografieren vom Foto- auf den Videomodus wechseln? Das geht jetzt sehr easy: einfach länger auf der Aufnahmetaste verweilen und die Kamera wechselt automatisch in den Video-Modus. Mit einem Wisch nach rechts rastet der Videomodus ein.

Vom Bild zum Video

Ich habe den Livemodus auf meinem Handy sehr sporadisch und manchmal eher aus Versehen verwendet. Die Livefotos sind lustig anzusehen, aber darüber hinaus wusste ich nicht so richtig, was ich mit den Fotos machen soll. Was mir aber auch nicht klar war: Livefotos können als Videos abgespeichert werden. Dafür auf das Teilen-Symbol unten links klicken, runterscrollen und «Als Video sichern» auswählen. Es können auch mehrere Livefotos aneinandergereiht werden. 

Alles eine Frage der Perspektive 

Ich wusste, dass das iphone drei Kameras hat, wirklich eingesetzt habe ich sie aber nicht – weil ich nicht verstand, wie ich sie nutzen soll. Mein Tipp: Machen Sie mal ein Video mit dem Ultraweitwinkelobjektiv (im Idealfall auch noch in Slowmotion, die Bildstabilisierung macht das möglich) – das Ergebnis ist echt recht spektakulär. Wichtig: Aktivieren Sie die 4K-Auflösung oben rechts. 4K bedeutet Ultra-High Definition, die Auflösung ist also noch besser als in High Definition (HD). Auch ein tolles Experiment: Stellen Sie sich vor ein schönes Panorama und spielen Sie mit den drei Linsen des iPhones. Ein Beispiel dazu finden Sie in der Bildergalerie oben. 

Ein Gadget, das sich lohnt

Das neue iPhone hat zwar eine gute Akkulaufzeit, trotzdem bin ich chronisch mit tiefem Akkustand unterwegs. Ich bin die Art von Nutzerin, die nicht selten versucht, das Maximum aus den letzten zwei Prozent herauszuholen. Ich habe schon die verschiedensten mobilen Aufladegeräte ausprobiert, aber der Teufelskreis ist immer der gleiche: Auch die grösste Powerbank muss irgendwann wieder aufgeladen werden. Ich wusste, dass es Akku-Cases von Apple gibt, hätte mir aber nie eins gekauft – bis ich es testen durfte. Das Case kostet stolze 149 Franken. Das ist viel Geld. Aber der grosse Vorteil: Das Handy hat bei aktiver Nutzung (und ich meine wirklich aktiv) zwei Tage durchgehend Akku. Und kleiner Pro-Tip: Mit der Kamertaste rechts wird die Kamera super easy aktiviert, ohne dass man das iPhone entsperren muss. Ein perfekter Begleiter zum Beispiel für die Fashion Weeks.

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