Knastkost

Brief aus dem Gefängnis: Der vierte Tag

Text: Dalma Aebischer; Foto: Gabi Vogt

Brief aus dem Gefängnis: Der vierte Tag
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Die Stoffwerkstatt, in der die Frauen kreativer Arbeit nachgehen können

Eine Zelle in der Strafanstalt Hindelbank

Ein Aufenthaltsraum 

Der Speiseraum

Dalma Aebischer sitzt eine mehrjährige Haftstrafe in der Strafanstalt Hindelbank ab. Sie berichtet für uns regelmässig aus dem Gefängnisalltag.

Hier im Gefängnis habe ich andauernd Hunger. Ich glaube, es liegt daran, dass ich nicht essen kann, wonach es mich gelüstet. Ich muss nehmen, was es gerade gibt. Doch ich will mich nicht beklagen, das Essen ist abwechslungsreich, beinahe mit Liebe zubereitet, wenn auch sehr kalorienreich und oft in fettigen Saucen schwimmend. Mittags gibt es Fleisch mit Kohlehydrate-Beilage und Gemüse oder Salat aus dem Gefängnisgarten. Abends sind die Portionen kleiner, es gibt Toast Hawaii mit Salat, Polentaschnitten, Kartoffelgerichte, belegte Brötchen oder Suppe. Da es vom Znacht um 17 Uhr bis zum Frühstück um 7 Uhr am nächsten Morgen eine so lange Zeit ist, bekommen wir für die späteren Abendstunden noch zwei Scheiben Brot, die wir mit Butter und Konfitüre essen können.

Um das Frühstück muss sich jede selbst kümmern. Anfang der Woche bekommen wir alle unseren Frühstücks-Beutel mit einem Stück Butter, Konfitüren, drei kleinen Stückchen Käse, einer Nutella-Portion, einem Müesli und einem Säckchen Kakaopulver. Das muss die ganze Woche reichen. Um Punkt fünf nach sieben stehen die Frauen Schlange vor der Kaffeemaschine. Manche Gesichter sind noch verschlafen und ungewaschen, die Haare struppig, viele sind im Pyjama. Wenn die diensthabende Vollzugsbeamtin nicht aufpasst, gibt es Streit. Denn immer wieder versucht jemand, mehr als eine Tasse von der dunkelbraunen Brühe zu ergattern, die hier Kaffee genannt wird.

Sonntags ist alles legerer. Die Zellen werden erst um 9.30 Uhr geöffnet – für jene, die gern ausschlafen, eine Freude. Für andere, die das Eingesperrtsein nicht ertragen, eine Qual. Sonntags gibt es mehr Kaffee und zwei Scheiben frischen Zopf. Das Mittagessen fällt aus, stattdessen dürfen wir selbst kochen. Die Küche ist klein und immer voll. Man sieht die Frauen stundenlang über dampfenden Töpfen und schmorenden Pfannen. Manche backen auch. Sie wollen ein heimeliges Gefühl herbeizaubern. Endlich schmeckt es ein bisschen wie zuhause!

Dalma Aebischer (Name geändert) wurde wegen qualifizierter Freiheitsberaubung und Entführung sowie Erschleichung einer Falschbeurkundung verurteilt.

Ein Porträt über sie und die Hintergründe ihrer Tat finden Sie hier.

Die älteren Briefe aus dem Gefängnis finden Sie hier:

Nr. 1. Der erste Tag

Nr. 2: Arbeit

Nr. 3: Tischordnung

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