Dokus

Brutales Business im Gefängnis

Text: Vanessa Votta

Brutales Business im Gefängnis

Für ein minimales Gehalt produzieren Häftlinge in US-Gefängnissen täglich Produkte für bekannte Hersteller und Kaufhäuser. Dabei sind körperlicher und geistiger Missbrauch an der Tagesordnung. Wir stellen Ihnen fünf Dokumentarfilme vor, die Licht ins dunkle Geschäft bringen wollen. 

«Prisons are the new Plantations!» («Gefängnisse sind die neuen Plantagen!») – so beschreibt Ava DuVernay in ihrer neuen Netflix-Doku «13th» die Strafanstalten. Das «Gefängnis Business» ist in aller Munde. Bei der amerikanischen Kaufhauskette Nordstrom wurde sogar schon mit dem Slogan «Drinnen gemacht, um draussen getragen zu werden» geworben. Neben den Produktionsarbeiten in Gefängnissen werden auch immer wieder Missbräuche der Häftlinge und inhumane Zustände aufgedeckt. Einen Einblick bieten die folgenden Dokus:

 

13th
Netflix, 2016, 100 Minuten

Ein Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Strafanstalten: In der Dokumentation «13th» wird die Rassentrennung und die damit verbundene Sklaverei sowie die Überfüllung der Gefängnisse aufgedeckt. Der Titel der Doku ist bezogen auf die Abschaffung der Sklaverei im 13. Zusatzartikel in der Verfassung 1865. Auch heute noch werden Afroamerikaner zu sklavenähnlichen Aufgaben genötigt.

Prisons for Profit
Youtube, 2014, 22 Minuten

2011 wurde das erste US-Gefängnis in Staatsbesitz an ein Privatunternehmen verkauft. Seither ist die Kriminalität im Gefängnis in Ohio drastisch gestiegen. Drogen aller Art verkehren in der Strafanstalt, die Gewalt hat stark zugenommen und die Überfüllung der Zellen wird zu einem grossen Problem. Das alles aus einem einfachen Grund: Geld.

Into The Abyss / Tod in Texas
Youtube, 2011, 107 Minuten

Zwei verurteilte Mörder, der eine verbüsst eine lebenslange Haftstrafe und der andere wurde am 1. Juli 2010 hingerichtet. In dieser Dokumentation werden die Morde nachgestellt und die Lebensgeschichten der Täter nacherzählt. Dazu wurden sowohl die Familien der Täter als auch die der Opfer in Interviews befragt. 

Fault Lines – The Prison Factory
Youtube, 2017, 24 Minuten

In einem Gefängnis in Alabama mit der fünft höchsten Inhaftierungsrate wird mit Häftlingen per Handy kommuniziert. Massive Überfüllung macht die Strafanstalt extrem gefährlich. Insassen werden wie Sklaven behandelt. Sie arbeiten ohne dafür entlohnt zu werden und das auch für private Unternehmen. Ein Häftling entschied sich dazu, einen Protest zu organisieren und diesen mittels eines geschmuggelten Handys öffentlich zu machen. 

Angola for Life
Youtube, 2015, 13 Minuten

Im Louisiana State Penitentiary sitzen die meisten Gefangenen lebenslänglich. Die Anstalt ähnelt einer Plantage wie man sie vor 150 Jahren kannte. Insassen arbeiten hier unter dem Deckmantel der Rehabilitation den ganzen Tag auf den Feldern und verdienen bei dieser Arbeit zum Teil nur zwei Cents pro Stunde. 

Vanessa Votta

«Die Reportagen-Praktikantin interessiert sich für die Turbulenzen des Lebens und die Geschichten, die dahinter stecken. Sie schreibt gerne über Menschen und deren Ideen und Träume, denn sie ist selbst auch eine kleine Träumerin»

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