feministische Lektüre

Fünf Bücher, die wir allen empfehlen können

Redaktion: Céline Geneviève Sallustio

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Meine Tochter ist erst vor neun Monaten zur Welt gekommen und ich bin bestürzt darüber, wie sie jetzt schon in altbekannte Muster gedrängt wird. Zu schwer, zu laut, ist das Baby ein Mädchen oder ein Junge? Was ich tun kann: ihr zeigen, wie sie ihr Leben selbstbestimmt lebt – und das selber auch tun. Chimamanda Ngozi Adichie hilft uns mit ihren 15 feministischen Erziehungstipps im Buch «Liebe Ijeawele: Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden». (Stéphanie Hess, Redaktorin)
Chimamanda Ngozi Adichie: Liebe Ijeawele. Ca. 12.90 Franken

Ich weiss nicht, wie oft ich «Frauen und Macht» der britischen Historikerin Mary Beard schon verschenkt habe – an feministische Freundinnen, an weniger feministische Freundinnen und sogar meiner Schwiegermutter hab ich ein Exemplar mitgebracht. Das wahrscheinlich Beste am Mini-Büchlein ist, dass sehr viel Wissen drinsteckt und es sich dank der entspannten Schreibweise trotzdem nach einem harten Tag im Halbschlaf lesen lässt. Meine Erkenntnis Nummer eins: Wir Frauen werden seit eh und je mundtot gemacht – umso wichtiger ist es, unsere Stimme zu erheben, wann immer wir können. (Marie Hettich, Redaktorin)
Mary Beard: Frauen und Macht. Ca. 18.90 Franken

Hosseini erzählt uns abermals – nach seinem erfolgreichen Roman «Der Drachenläufer» – berührend und nüchtern zugleich, die Geschichte von afghanischen Schicksalen. In einer islamisch-patriarchalischen Gesellschaft, die durch Zwang, Gewalt und Unterdrückung beherrscht wird, entsteht zwischen Miriam und Leila, den beiden Ehefrauen von Rashid, eine tiefe Freundschaft. Durch ihre Beziehung erfahren die beiden, was Respekt, Solidarität und Hoffnung bedeutet. Doch nicht nur zwischen Miriam und Leila entsteht eine Freundschaft – auch ich als Leserin fühlte mich den beiden sofort verbunden. Und begriff nochmal aufs Neue, was Solidarität unter Frauen alles bewirken kann. (Céline Geneviève Sallustio, Praktikantin)

Kahled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen. Ca. 15.90 Franken

Ich hatte vor ein paar Jahren die Möglichkeit, Sarah Konrad zu interviewen. Ich war beeindruckt von ihrer Person, von ihrer genauen Beobachtungsgabe, ihrem Humor und ihren treffsicheren Analysen. Bis heute bin ich nicht Fan vom Buchtitel – in erster Linie, weil er vor lauter Provokation manche Leute wohl davor abschreckt, das Buch in die Hand zu nehmen. Und das nicht zu tun, wäre ein grosser Fehler! Konrad dröselt die Geschichte der (weiblichen) Sexualität auf, sie erklärt, was hinter hysterischen Frauen steckt und warum Männer sich bei ihrem Sexleben an Pornofilmen orientieren. Sie hält Frauen aber auch einen Spiegel vor und entlarvt Verhaltensmuster der Anpassung oder Klischees, die wir durchbrechen müssen. Ein Buch, das einen nicht mehr so schnell loslässt – und vor allem schlauer macht. (Kerstin Hasse, stellvertretende Chefredaktorin)

Sandra Konrad: Das beherrschte Geschlecht. Ca. 19.90 Franken

Haben Sie sich schon Mal Gedanken darüber gemacht, ob die städtische Schneeräumung sexistisch sein kann? Oder warum Frauen vor den Toiletten öfters Schlange stehen als Männer? Oder weshalb Büroräume für uns Frauen oftmals viel zu kalt sind? Caroline Criado-Perez zeigt in ihrem Buch «Die unsichtbare Frau» auf, wie die Welt von Männern für Männer gemacht wurde. Das Resultat ist erschreckend und interessant zugleich. (Céline Geneviève Sallustio)
Caroline Criado Perez: Unsichtbare Frauen. Ca. 18.90 Franken

Sie wollen mehr über Feminismus wissen? Diese Bücher hat die annabelle-Redaktion verschlungen. 

Vor einem Jahr marschierten Frauen und Männer durch die Schweiz und demonstrierten für mehr Gleichberechtigung. Was an diesem Tag einmal mehr deutlich wurde: Die Arbeit ist noch lange nicht getan. Doch wo anfangen? Wir finden: Am besten, indem man sich weiterbildet. Es gibt Bücher, die so schlau und pointiert aufzeigen, wo der Schuh drückt, dass sie in jedes Bücherregal gehören. Die annabelle-Redaktion hat einige ihrer Favoriten zusammengetragen. 

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