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Kamala Harris und Joe Biden geben ihr erstes gemeinsames Interview

Text: Sandra Huwiler, Bild: Getty Images

Sie sprechen über Familienwerte und ehrliche Kritik: Nach ihrer aufsehenerregenden Nomination als Vice-President-Kandidatin gab Kamala Harris ihr erstes gemeinsames Interview mit Joe Biden.

US-Vizekandidatin Kamala Harris erinnert sich daran, letzte Woche während des entscheidenen Zoom-Gesprächs mit Joe Biden kaum zu atmen gewagt zu haben. Dies erzählt die 55-Jährige dem amerikanischen «People»-Magazin in ihrem ersten gemeinsamen Interview mit Biden. Als erste Vice-President-Kandidatin mit jamaikanischen mit indischen Wurzeln – «und verdammt clever», so Biden – schreibt sie bereits jetzt Geschichte. 

«Familie in jeder Version, die es gibt»

«Ich bin begeistert von unserer Partnerschaft», erzählt Harris, «und vom Potenzial unseres Landes, das es noch zu erreichen gilt.» Ihre Verbindung basiere darauf, dass bei beiden der Fokus auf der Familie liegt, sagen Biden und Harris. «Das ist eines der Dinge, die wir gemeinsam haben. Unsere Familienwerte spiegeln sich auch in unserem Führungsstil: Familie in jeder Version, die es gibt.»

Familien-Connections

Sie selbst habe eine sehr moderne Familie, sagt Kamala Harris. Ihre Stiefkinder würden sie nicht Stiefmutter nennen, sondern Momala – und mit der Mutter der Kinder sei sie eng befreundet.

Joe Biden, 77, hat sie über dessen Familie kennengelernt. Sie war befreundet mit Bidens verstorbenem Sohn Beau. Er stellte die beiden einander vor, als Harris noch Kaliforniens Generalstaatsanwältin war. So habe Harris Biden als Person wirklich kennengelernt, indem sie durch seinen Sohn von ihm hörte.

Willkommen in der Familie

Dass Familie für die beiden Kandidaten alles ist, zeigt sich auch daran, dass ihre Partner beide sehr involviert sind. Und Biden legte Wert darauf, Harris’ Familie kennenzulernen und ihr persönlich von der Nomination zu erzählen. «Das ist eines der Dinge, die ich an Joe Biden liebe», so Harris. Er habe ihre Stiefkinder persönlich angerufen, um sie in der Familie willkommen zu heissen.

 

Kritikfähig

Harris scheut trotzdem nicht davor zurück, bei Bedarf Kritik am Präsidentschaftskandidaten zu üben. «Ich werde jeweils als letzte Person im Raum bleiben und ihm ehrliches Feedback geben», sagt sie. Wenn er falsch liege, werde sie ihm das definitiv sagen, meint auch Biden.

Ihre Beziehung beruhe auf Vertrauen. Letztes Jahr sind sie gegeneinander in den Vorwahlen angetreten, sie war wahrscheinlich Bidens härteste Konkurrentin, führte unerbittliche Debatten gegen ihn. Doch er hegt absolut keinen Groll, stellt Biden klar. Dass er sie jetzt zu seiner Vizepräsidentin machen will, ist dafür wohl der beste Beweis.

Biden for President

Joe Biden selbst wird seine offizielle Nomination zum Präsidentschaftskandidaten diese Woche am Donnerstag im Rahmen des Parteitags der Demokraten erhalten. Die Unterstützung der früheren First Lady Michelle Obama haben Biden und Harris bereits definitiv.

 

Im Rahmen des Parteitags der Demokraten sprach sich Michelle Obama nochmals klar für die beiden aus: «Joe Biden ist ein grundanständiger Mann. Er hört zu, sagt die Wahrheit und hört auf die Wissenschaft.» Ein klarer Seitenhieb gegen den aktuellen Präsidenten: «Trump ist der falsche Präsident für unser Land.» Die kommenden Wahlen müssten eine Veränderung mit sich bringen, appelliert Obama: «Falls sich etwas ändern soll, müssen wir Biden und Harris wählen – als ob unser Leben davon abhinge.»

Sandra Huwiler ,
Beauty-Praktikantin
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