Meine Meinung

Oh Tannenbaum!

Text: Jessica Prinz

Jedes Jahr werden tausende Bäume gefällt - Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum
Jedes Jahr werden tausende Bäume gefällt - Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum
Jedes Jahr werden tausende Bäume gefällt - Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum
Jedes Jahr werden tausende Bäume gefällt - Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum
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Weihnachtsbaum mieten:

Baum fällen, Baum aufstellen, Baum schmücken, Baum abräumen, Baum entsorgen. Ziemlich stupid, aber eben doch schön, so ein echter Baum. Auf den muss man nicht verzichten, denn glücklicherweise gibts immer mehr Anbieter von Mietweihnachtsbäumen. Die Bäume werden – wunderbar duftend, weil lebendig – im Topf geliefert und nach dem Weihnachtsfest wieder abgeholt, damit sie in den Folgejahren erneut Weihnachtswütige erfreuen können. Bei Schutz Filisur in Graubünden beispielsweise ist es sogar möglich, einen Familienbaum zu reservieren. Der Baum wird auf den Namen der Familie getauft, und man erhält jedes Jahr wieder den gleichen. Der Baum wächst und wird somit von Jahr zu Jahr schöner und kann – für die, die sich schon kurz nach Weihnachten aufs nächste Jahr freuen – bei Schutz Filisur sogar im Sommer besucht werden.

DIY-Weihnachtsbaum:

Eine weitere Alternative – besonders, falls Sie eigentlich gar keinen Platz für einen Weihnachtsbaum haben, aber doch dieses besondere Feeling ins Haus bringen wollen – ist dieser DIY-Baum. Besorgen Sie sich hierfür ganz einfach eine Handvoll Äste, die Sie an der Wand anbringen. Ein paar Kugeln dranhängen, etwas Lametta, und fertig ist der stimmungsvolle Baum mit echten, duftenden Tannenbaumzweigen.

Minimalistischer Weihnachtsbaum:

Wenn Ihnen der Baum an sich gar nicht so wichtig ist und Sie einfach nur Lust auf Weihnachtsdeko und Christbaumschmuck haben, probieren Sie den Tipp aus unserem Artikel «Schnelle Deko-Ideen für ein festliches Zuhause» aus. Ein leerer Bilderrahmen wird mit Wollschnur und Ihren persönlichen Lieblingskugeln im Handumdrehen zur festlichen Deko. Wers minimalistisch und doch weihnächtlich mag, wird sich in diesem Tipp wiederfinden.

Grow your own Weihnachtsbaum:

Bis zum Weihnachtsfest wird dieser Baum wohl nicht mehr auf die gewünschte Grösse anwachsen, dennoch dürfen Sie sich in wenigen Jahren für lange Zeit an der Schönheit Ihres eigenen Tannenbaums erfreuen – und das für wenig Geld. Dieser Tannenbaumsetzling kommt in einem kleinen Setztöpfchen direkt zu Ihnen nachhause, wo Sie ihn hegen und pflegen und eines Tages festlich schmücken können. Er eignet sich auch besonders gut als Geschenk, damit nicht nur Sie sich an einem ökologischen Weihnachtsbaum erfreuen können, sondern auch Ihr Umfeld. Weitere sinnvolle Weihnachtsgeschenke gibts übrigens hier.

Jährlich werden unzählige Bäume gefällt, um für ein paar Tage geschmückt in die gute Stube gestellt zu werden. Das ist doch doof, findet unsere Autorin. Und liefert gleich ein paar Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum. 

Noch ist es nicht so weit, aber bald steht er in unserer Stube, der obligate Weihnachtsbaum. Jedes Jahr freut es mich, wenn die handgemachten Christbaumkugeln an ihm baumeln, diese unübertrefflich schönen, kleinen Welten. Jahr für Jahr versprüht dieser Baum eine zauberhafte Stimmung, die die ganze Familie entspannen lässt. Ja, für mich gehört ein Weihnachtsbaum ganz eindeutig zum Weihnachtsfest! Und trotzdem bleibt da immer dieser fahle Beigeschmack, denn ökologisch gesehen macht ein Tannenbaum wenig Sinn. Noch immer werden viele Weihnachtsbäume aus dem Ausland importiert – allein diese Tatsache lässt die Ökobilanz der Bäume in den Keller sinken.

Über eine Million Weihnachtsbäume werden durchschnittlich pro Jahr in der Schweiz verkauft. Eine Million Bäume, die nur gefällt werden, weils uns gefällt, zu Weihnachten ein bisschen Kitsch in unser Wohnzimmer zu bringen? Das find ich leicht übertrieben. Im Schnitt wachsen unsere Tannenbäume nämlich bis zu zwölf Jahre lang, bis sie die gewünschte Grösse erreichen und gefällt werden, um zwei Wochen in unserem Wohnzimmer hübsch auszusehen und dann verbrannt oder kompostiert zu werden. Eigentlich ziemlich doof, oder? Gleichzeitig muss man noch davon ausgehen, dass beim Einsatz von Insektiziden und Pestiziden nicht gespart wird. Denn wir alle wollen ihn ja – den perfekten, grossen und dicht gewachsenen Weihnachtsbaum. Natürlich – halt einfach mit ein bisschen unnatürlicher Nachhilfe.

Passt somit ja eigentlich gar nicht zum Motto der Moderne: Natur pur! Alles soll möglichst Bio, vegan, nachhaltig und ohne Zusatz-Aluminium-Konservierungs-Silikone sein. Find ich gut, bin ich dabei. Darum lohnt es sich eben auch bei der Weihnachtsdeko ein paar Abstriche zu machen, ein wenig mehr Geld auszugeben oder einen Schritt weiter zu denken und sich halt keinen klassischen Weihnachtsbaum ins Haus zu holen, sondern Alternativen zu suchen. Die Zeiten, in denen die einzige Alternative nur die altbekannte kitschige und billige Plastiktanne war, sind vorbei.

Denn das mit der Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz ist nicht für alle nur Lifestyle. Schlaue Köpfe tüfteln seit langem an kreativen Alternativen, um das Bedürfnis nach Weihnachtswunderland und Glitzerklimbim zu erfüllen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und dabei sind ebendiese Alternativen, von denen sich Last-Minute-Christbaum-Suchende in der Bildstrecke inspirieren lassen können, mindestens genauso schön wie die echten Bäume. Win-Win also – Welt retten und Weihnachtsbaum schmücken in einem.

Mich freuts, denn vor dem geschmückten Baum in der warmen Stube zu sitzen, das Cheminéefeuer im Hintergrund knistern zu hören, ein Schöggeli vom Baum zu pflücken und die wunderbaren Lichtspielereien der sich drehenden Christbaumkugeln zu bewundern, ist nicht nur wohlig-wärmende Kindheitserinnerung, sondern auch alljährliche Energiequelle, die ich mir aus meinem Leben nicht wegdenken mag.
 

Jessica Prinz ,
Reportagen-Praktikantin

Die Reportagen-Praktikantin mag allerlei Menschen und erzählt gern deren Geschichten – am liebsten multimedial. Sie plädiert für weniger Scheuklappengefühl beim Spaziergang durch die Welt und reist besonders gern nach Osteuropa.

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