Single Mom by Choice

Single-Frau mit Kinderwunsch – diese Wege gibt es

Text: Markus Will, Bild: Getty Images

Kinderwunsch

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ohne Partner ein Kind zu haben. Diese Möglichkeiten bieten sich in der Schweiz und im europäischen Ausland.

Die Zahl der Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden ein Kind alleine zu haben – Single Mom by Choice – nimmt auch in der Schweiz stetig zu. Die Gesetzeslage grenzt allerdings stark ein. Hier haben nur verheiratete, gemischtgeschlechtliche Paare ein Recht auf eine Samenspende, wenn eine Unfruchtbarkeit des Mannes diagnostiziert wird.

Aber es gibt offenbar Bewegung auf der rechtlichen Ebene. Die gesellschaftlichen Entwicklungen werden die rechtliche Situation wohl in nicht allzu ferner Zukunft verändern. Ende Februar 2020 hat die Nationale Ethikkommission (NEK) ein neue Empfehlung abgegeben und schlägt vor, den Zugang zur Samenspende auch für gleichgeschlechtliche Paare und alleinstehende Frauen zu gewähren.

Wer nicht bis dahin warten möchte, hat andere Möglichkeiten. In einigen europäischen Ländern ist die Samenspende auch für Singles und lesbische Paare erlaubt.

Ein Überblick

Deutschland
Momentan ist es ausschliesslich in Berlin und Bayern rechtlich möglich, alleinstehende Frauen in einer Fertilitätsklinik behandeln zu lassen. Allerdings sind nicht alle Kliniken auch unterstützungswillig.

Frankreich
Der französische Senat befürwortet im Januar 2020 eine Gesetzesvorlage der Regierung, nach der alle Frauen eine In-Vitro-Befruchtung in Anspruch nehmen können. Damit löst Emmanuel Macron auch eines seiner Wahlversprechen ein.

Italien
In Italien gilt das umstrittene Fortpflanzungsmedizingesetz aus dem Jahr 2004. Es verbietet die künstliche Befruchtung für Singles und homosexuelle Paare.

Österreich
Das aktuelle österreichische Fortpflanzungsmedizingesetz gilt seit 2015. Eine alleinstehende Frau darf keine medizinisch unterstützte Fortpflanzung in Anspruch nehmen. Es ist nur in einer Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft zulässig – dies gilt allerdings auch für gleichgeschlechtliche Paare.

Dänemark
In Dänemark ist die Behandlung für Singles und gleichgeschlechtlich orientierte Frauen und Single Frauen erlaubt. Neben der Samenspende ist in Dänemark ebenso die Eizellenspende möglich.

Schweden
Die Samenspende und Eizellenspende bei der Behandlung von Single Frauen ist in Schweden seit 2016 erlaubt.

Spanien
In Spanien gilt bereits 2006 eine sehr liberale gesetzliche Regelung. Die Behandlungen zur Erfüllung des Kinderwunsches ist für alle Frauen, unabhängig von ihrer sexuellen Ausrichtung oder dem Familienstand erlaubt. Es besteht auch keine gesetzliche Altersbegrenzung.

Niederlande
Obwohl es gesetzlich erlaubt ist, gibt es auch in den Niederlanden einige Kliniken, die sich weigern Single-Frauen zu behandeln.

Social Freezing

Die modernen Lebensplanungen bringen neue Konzepte hervor. Wie in vielen Ländern steigt auch in der Schweiz das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes kontinuierlich an. Die Fertilität der Eizellen nimmt dennoch ab einem Alter von 35 Jahren stark ab.

Wie generell bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) hat damit auch das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen – das Social Freezing – an gesellschaftlicher Akzeptanz gewonnen. Für viele Frauen stellt das Social Freezing ganz einfach eine Art Eigen-Eizellspende für später dar.

Auswahl der passenden Klinik

Wie wichtig es ist, sich bei der Auswahl des Kinderwunschzentrums rundum gut betreut zu fühlen, können viele Kinderwünschende bestätigen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich persönlich ein Bild über die ausgewählte Klinik zu machen und vor Ort die Ärzte- und das Mitarbeiterteam kennenzulernen.

Sympathie und die zwischenmenschliche Chemie spielt eine entscheidende Rolle und wirkt sich positiv auf den Fertilitätsprozess aus. Selbstverständlich müssen neben dem „Wohlfühlfaktor“ noch weitere Kriterien in die Evaluation einbezogen werden.

Dieser Fragebogen hilft bei der Auswahl der passenden Klinik:

  • Was ist die IVF Erfolgsquote der Klinik? Was heißt das? Wie wird es gemessen?
  • Welches sind die behandelnden Spezialisten und was ist deren beruflicher Lebenslauf und Erfolgsnachweis?
  • Welche Methoden setzen Sie ein? o Ist das technische Equipment auf dem neusten Stand?
  • Wie sind Sie bezüglich der internationalen Patientenbetreuung organisiert?
  • Wie viele Spendereizellen bekomme ich bei einer IVF Behandlung mit Spendereizellen?
  • Garantiert die Klinik eine Minimumanzahl der empfangenen Eizellen?
  • Garantiert die Klinik eine gewisse Embryonenanzahl?
  • Was passiert, wenn Sie nicht die garantierte Embryonenanzahl erhalten? Gibt es eine Geld-zurück-Garantie oder günstige Wiederholungen?
  • Welche Vorzugspackages gibt es generell für Wunscheltern aus der Schweiz?

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit kinderwunschinfo.ch entstanden.

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