Evelyn Lauder

Die öffentliche Thematisierung von Brustkrebs & die rosa Schleife sind das Vermächtnis von Evelyn Lauder

Text: Niklaus Müller; Fotos: Barbara Alper

Evelyn Lauder und Elizabeth Hurley 2010 für die Breast Cancer Awareness Campaign in New York
Diesjährige Pink-Ribbon-Produkte: Chubby Stick und Moisturizing Lotion von Clinique; Serum von Estée Lauder
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Evelyn Lauder und Elizabeth Hurley 2010 für die Breast Cancer Awareness Campaign in New York

Diesjährige Pink-Ribbon-Produkte: Chubby Stick und Moisturizing Lotion von Clinique; Serum von Estée Lauder

Sie machte Brustkrebs vor zwanzig Jahren zum öffentlichen Thema und die rosa Schleife als Symbol dazu weltbekannt. Letztes Jahr starb Evelyn Lauder – doch ihre Stiftung und ihre Kampagne leben weiter.

«Meine Situation spielt eigentlich keine Rolle», antwortete Evelyn Lauder 1995 einem Reporter, der sie über ihre Brustkrebserkrankung befragen wollte. Der Schwiegertochter von Estée Lauder war es viel wichtiger, über die Breast Cancer Awareness Campaign (BCA) zu reden, die sie 1992, drei Jahre nach der Diagnose ihrer eigenen Erkrankung, im Namen der Estée Lauder Companies lanciert hatte.

Dank Evelyn Lauder und der Kampagne wurde Brustkrebs, dessen Früherkennung und Bekämpfung ein öffentliches Thema. Und es war Evelyn Lauder, die vor zwanzig Jahren eine rosa Schleife zum weltweiten Symbol für den Kampf gegen Brustkrebs machte. «Brustkrebs war damals in der Öffentlichkeit nicht präsent. Plötzlich gab es aber die Schleifchen, Medienberichte und die Zusammenarbeit mit Elizabeth Hurley, sodass die Leute anfingen, darüber zu reden», erinnerte sich Evelyn Lauder einst in einem Interview.

Die diesjährigen Veranstaltungen werden auch der Erinnerung an die engagierte Gründerin gewidmet sein, Evelyn Lauder starb letzten November an Eierstockkrebs.


Ihre Idee lebt weiter

Jedes Jahr wird im Rahmen der globalen Kampagne mit dem Verkauf von Produktensowie durch Spenden von Angestellten und Einzelhandelspartnern des Unternehmens Geld für die Brustkrebsforschung gesammelt.

Um für die Erforschung der Krankheit überall auf der Welt eine finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, gründete Evelyn Lauder 1993 auch die Stiftung für Brustkrebsforschung (The Breast Cancer Research Foundation, BCRF). Bis heute hat die BCRF über 339 Millionen Franken gesammelt und damit weltweit 186 Forschungsprojekte gefördert.

Aber Evelyn Lauder ging es auch immer um den Menschen hinter der Krankheit. Auf ihren unzähligen Reisen und bei ihren Auftritten suchte sie immer auch den Kontakt zu Betroffenen. So erinnert sich Schauspielerin und Model Elizabeth Hurley: «Evelyn und ich haben Städte auf der ganzen Welt besucht, rosa Schleifen an unzählige Leute verteilt und sie darüber aufgeklärt, wie wichtig Früherkennung und die Gesunderhaltung der Brust sind. Es hat uns sehr bewegt, so viele Frauen und Männer zu treffen, die auf die eine oder andere Art von Brustkrebs betroffen waren. Und Evelyns unermüdliches Engagement und ihre Energie waren einfach bewundernswert.»

Eine Energie, die Evelyn Lauder auch immer wieder ihrer nicht ganz einfachen Kindheit und Jugend zuschrieb: 1936 als Evelyn Hauser in Wien geboren, floh sie mit ihren Eltern vor den Nazis in die USA, wo sich die Familie schliesslich in New York City niederliess. Evelyn Lauder absolvierte ein Studium am Hunter College, das zur City University von New York gehört, und arbeitete anschliessend mehrere Jahre als Lehrerin in New York City.
 

 

 

Von Hauser zu Lauder

Bereits als junge College-Studentin war sie Leonard A. Lauder, dem ältesten Sohn von Estée und Joseph Lauder, vorgestellt worden, denen eine kleine Kosmetikfirma gehörte. 1959 heirateten die beiden, und noch im selben Jahr übernahm Evelyn Lauder im Familienunternehmen gleich mehrere Funktionen, unter anderem als New Product Director und Marketing Director.

Für eine ihrer ersten grossen Aufgaben – Entwicklung und Aufbau der unternehmenseigenen Schulungsprogramme – erwies sich ihr pädagogischer Hintergrund als perfekte Voraussetzung.

Ihr Gespür für Modetrends und die sich rasch verändernden Bedürfnisse der Kundinnen inspirierten sie zu zahlreichen Innovationen in der Entwicklung von Hautpflege- und Make-up-Produkten sowie von Düften. 1989 wurde Evelyn Lauder Senior Corporate Vice President und Head of Fragrance Development Worldwide. Eine Position, die sie bis zu ihrem Tod innehatte.

Bis zum Schluss arbeitete Evelyn Lauder leidenschaftlich für ihre Stiftung und konnte noch die Jubiläumskampagne für diesen Oktober mitgestalten, die für Elizabeth Hurley nicht nur wegen der runden Zahl besonders sein wird: «Mit dem Jubiläum der BCA-Kampagne werden wir vor allem Evelyn Lauders Vermächtnis und ihre Vision einer Welt ohne Brustkrebs feiern. Dazu gibt es ein neues Konzept und ein neues Werbe-Visual mit dem Titel: ‹Mut. An eine Welt ohne Brustkrebs glauben. Es wird uns geben, bis es sie gibt.› Mut ist auch die Eigenschaft, die Evelyn Lauder besonders ausgezeichnet hat. Denn es war mutig, diese Kampagne in einer Zeit zu starten, als Frauen zwar an dieser Krankheit starben, aber nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen wurde.»
 

Im Oktober wird die BCA-Kampagne weltweit …

  • unzählige Leute erreichen. Allein im Jahr 2011 konnte die Breast Cancer Awareness Campaign (BCA) durch ihre Medienpräsenz Millionen mit ihrer lebensrettenden Botschaft erreichen.
     
  • Millionen der kultigen BCA-Pink-Ribbons (rosa Schleifen) an den Verkaufsstellen der Estée-Lauder-Marken verteilen; zusätzlich zu den 115 Millionen bisher verteilten rosa Schleifen.
     
  • die Botschaft verbreiten, wie wichtig Früherkennung und Brustgesundheit sind; zusätzlich zu den Millionen informativen Kärtchen und Broschüren, die verteilt wurden.
     
  • Pink-Ribbon-Produkte von vielen begehrten Kosmetikmarken anbieten, um Spendengelder für medizinische Forschung aufzubringen.
     
  • zahlreiche Gebäude, Denkmäler und Wahrzeichen in Pink erstrahlen lassen, um die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der Brustgesundheit und der lebensrettenden Früherkennung zu lenken. 2010 hat die BCA-Kampagne für «die meisten Wahrzeichen, die für einen wohltätigen Zweck in 24 Stunden beleuchtet wurden» zum ersten Mal einen «Guinness»-Rekord aufgestellt.
     
  • einflussreiche VIPs als Botschafter für die Initiative «World Pink Ribbon Ambassador (WPRA)» der BCA-Kampagne mobilisieren.
     
  • Für mehr Infos www.bcacampaign.com, www.facebook.com/bcacampaign.

TIPPS der Breast Cancer Awareness Campaign:

Brustkrebs ist am besten behandelbar, bevor er fortgeschritten ist. Früherkennung rettet Leben.

Kennen Sie Ihren Körper

  • Untersuchen Sie Ihre Brüste regelmässig, und informieren Sie Ihren Arzt über jede Veränderung.

Lassen Sie sich untersuchen

  • Gehen Sie in Ihren Zwanzigern und Dreissigern regelmässig zum Arzt, und lassen Sie Ihre Brüste untersuchen.
  • Lassen Sie jährlich eine Mammografie machen, wenn Sie über vierzig sind, oder früher, wenn Sie gefährdet sind.

Bleiben Sie fit

  • Freunden Sie sich mit Gemüse und Früchten an. Ballaststoffe, Antioxidantien und andere Nährstoffe können helfen.
  • Halten Sie ein gesundes Gewicht. Zusätzliches Gewicht bringt zusätzliches Risiko.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein, und prosten Sie einem gesünderen Leben zu.
  • Rauchen Sie nicht. Falls Sie es tun: Hören Sie auf.
  • Machen Sie Sport, oft. Die American Cancer Society empfiehlt 45 bis 60 Minuten bewusste körperliche Aktivität an fünf oder mehr Tagen pro Woche, um das Brustkrebsrisiko zu verringern.
  • Für weitere Infos besuchen Sie die American Cancer Society auf www.cancer.org.

 

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