Moderne Behandlungsmethoden

IVF, ICIS oder Leihmutterschaft – ein Überblick

Text: Markus Will, Bild: Getty Images

Sie haben einen unerfüllten Kinderwunsch? Dann werden Sie bald mit vielen Fachbegriffen und Behandlungsmethoden konfrontiert werden. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten modernen Behandlungsmethoden.

Leider klappt es nicht immer auf natürlichem Weg mit dem Wunschbaby. Und oft gelingt es nur mit Behandlungsmethoden, die in der Schweiz nicht erlaubt sind. Andere Länder haben bereits seit Jahrzehnten sehr liberale gesetzliche Bestimmungen und daher ebenso lange Erfahrung mit den uns verschlossenen Fertilitätsbehandlungen. Intensive Forschungsarbeiten, modernste medizinische Infrastruktur und eine grosse Anzahl erfahrener Spezialisten erklären denn auch die überdurchschnittlichen Erfolgsraten dieser Kliniken. Bei der künstlichen Befruchtung existieren verschiedene Methoden, mit denen die Spezialisten der Samen- und der Eizelle etwas nachhelfen können. Die jeweilige individuelle Situation des Paares bestimmt die richtige Form der assisitierten Reproduktionstechnik (ART).

IVF (In-Vitro-Fertilisation)

Bei der IVF werden der Frau nach vorheriger Stimulation Eizellen entnommen, welche dann im Labor mit dem Samen des Mannes vereint werden. Die Befruchtung verläuft autonom, ohne weitere medizinische Unterstützung. Nach ein paar Tagen wird das Embryo in die Gebärmutter übertragen.

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Bei der Implantationsdiagnostik werden die Gene des Embryos genau unter die Lupe genommen, bevor man ihn in die Gebärmutter einpflanzt. Der Embryo wird dazu mehrere Tage kultiviert. Für die genetische Untersuchung werden ihm in der Regel zwei Zellen entnommen, die entweder auf Chromosomenfehlverteilungen oder einen spezifischen Gendefekt untersucht werden. Liegt kein auffälliger Befund vor, wird der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt.

ICSI (Intra-Cytoplasmatische-Spermien-Injektion)

Sofern keine Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch diagnostiziert werden kann, stellt die ICSI eine weitere Option dar. Der Ablauf ist ähnlich wie bei der IVF. Allerdings hilft man bei der Befruchtung nach, in dem man im Labor das Spermium in die Eizelle injektiert. Ebenfalls nach ein paar Tagen wird dann das Embryo in die Gebärmutter überführt. Die Erfolgsraten bei IVF und ICSI hängen stark vom Alter der Patientin ab. Im internationalen Durchschnitt rechnet man mit ca. 20-30% Schwangerschaftsrate pro Transfer.

Blastozysten-Transfer

Anstatt wie bei der IVF achtzellige Embryonen in die Gebärmutter einzusetzen, lässt man Zellen reifen, bis sie zu Blastozysten geworden sind. Das sind Embryonen zwischen dem vierten und dem siebten Tag der Entwicklung, die bereits unterschiedliche Zelltypen entwickelt haben. Nur widerstandsfähige Embryonen entwickeln sich in Laborbedingungen so weit. Nach der Untersuchung werden die Chancenreichsten in die Gebärmutter eingesetzt

Eizellenspende

Eine der gängigen und erfolgreichen Behandlungsmethoden im Ausland ist die Eizellen-Spende. Mit der können sich Frauen, die beispielsweise aufgrund ihres Alters oder einer Hormonstörung keine fruchtbaren Eizellen haben, ihren Kinderwunsch erfüllen. Dabei unterzieht sich die Spenderin zuerst einer Hormontherapie und lässt sich dann die Eizellen entnehmen. Diese werden mit dem Samen des Wunschvaters befruchtet und danach bei der Wunschmutter eingesetzt. In der Schweiz ist die Eizellenspende verboten aber unter anderem in Spanien, Russland, Ukraine, USA und der Tschechischen Republik erlaubt.

Embryonen-Spende

Die Embryonen-Spende entstand im Rahmen der IVF (In-Vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intra-Cytoplasmatische-Spermien-Injektion) Behandlungen. Oft werden mehr Eizellen befruchtet als für die Kinderwunsch-Behandlung benötigt werden – oder dürfen. Die «überzähligen» Embryonen können gespendet werden und stehen so anderen Wunscheltern zur Verfügung. Länder, die das seit Jahren erfolgreich anwenden sind beispielsweise Spanien und die Tschechische Republik.

Leihmutterschaft

Wenn eine Frau aus medizinischen Gründen selber kein Kind mehr austragen kann, ist eine Leihmutter oft die letzte Möglichkeit den Kinderwunsch doch noch zu erfüllten. Eine Leihmutter trägt das Baby für eine andere Frau aus. Das ist in der Schweiz ebenfalls verboten unter anderem in den USA, Griechenland, Russland und in der Ukraine erlaubt. Dabei gibt es unterschiedliche Formen:

- Die volle oder auch traditionelle Leihmutterschaft: Der Mann der Frau, welche das Kind nicht selber austragen kann, ist der Vater des Babys. Die Befruchtung der Leihmutter wird mittels IVF/ICSI durchgeführt.

- Die partielle oder auch gestationelle Leihmutterschaft: Die Eizelle stammt von der Frau, die kein Kind austragen kann und der Samenspender ist ihr Partner. Die Befruchtung der Leihmutter wird ebenfalls via IVF/ICSI erzielt.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit kinderwunschinfo.ch entstanden.

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