Heft 02/14

Körper und Geist: Yoga mal anders

Redaktion: Helene Aecherli; Text: Marc Zollinger; Illustrationen: Lisa Rock

Körper und Geist: Yoga mal anders

Nur Yoga pur? Langweilig! Deshalb ziehen sich nun viele dafür aus oder stellen sich tot. Und das in vollem Ernst.

NACKTYOGA
Yoga ist eine Frage der Haltung. Beim Nacktyoga bekommt diese Aussage neue Dimensionen. Insbesondere bei Umkehrpositionen wie etwa dem Kopfstand, wo sich nicht alle Körperpartien gleich gut kontrollieren lassen. Yoga hüllenlos zu praktizieren, helfe beim Vertiefen der Übungen und der Stärkung des Körpergefühls, sagen dessen Anhänger. Zudem müsse man nicht nur die Kleider ablegen, sondern auch Unsicherheit und Furcht. Kritiker meinen, dies sei nur eine weitere Gelegenheit für Sonderlinge, ihre queren sexuellen Fantasien auszuleben.

PO-YOGA
Wie fast alle neuen Erfindungen im Reich des Yogas stammt auch diese Variante aus Hollywood. Buti-Yoga heisst sie, phonetisch für «booty», womit umgangssprachlich der Hintern einer Frau bezeichnet wird. Klar dreht sich bei dieser Yogaart alles um den Po. Es soll sich um einen Mix aus Yoga, Stammestänzen und Aerobic handeln. Sieht man sich die Bewegungen etwas genauer an, erinnern sie aber eher an eine im Rotlichtmilieu praktizierte Form von Unterleibsyoga. Der einzige Unterschied besteht darin, dass dies nicht um eine Stange kreisend, sondern auf einer Matte geschieht.

TOTENYOGA
Beim Totenyoga, wie es der holländische Yogalehrer Satya Singh in seinem neusten Buch vorschlägt, wird die mentale Beweglichkeit trainiert. Die kommt beim Totenyoga jedoch ziemlich an ihre Grenze. Ist ja nicht so einfach, sich vorzustellen, wie man gerade daran ist zu sterben. Sich auf diese Weise mit dem letzten Stündchen auseinanderzusetzen, könne aber entscheidend dazu beitragen, befreiter zu leben, sagt Singh. Er hat sich übrigens bereits als Erfinder von Baumyoga hervorgetan. Die Übungen, die unter einem Baum gemacht werden, sind lebhafter als Totenyoga. Interessant könnte der Versuch sein, Totenyoga unter einer Trauerweide zu praktizieren.

DOGA
Diese Wortschöpfung vereint Dog und Yoga. Beim Doga geht es darum, sanfte Übungen gemeinsam mit dem besten Freund zu machen. Für einige Übungen können Hunde als Gewicht dienen, um tiefer in die Position sinken zu können oder um sich in Balancehalten zu üben. Beim Krieger etwa wird der Hund auf die Hüfte gesetzt – dafür eignen sich Möpse besser als Bernhardiner. Doga soll vor allem Spass machen und eine bessere Verbindung zwischen Mensch und Tier schaffen. Die Hunde folgen offenbar willig in die Lektionen.

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