Women at Work

Einwanderungsbeamtin Monica Joaquim Vincente

Redaktion: Helene Aecherli, Annette Keller; Foto: Flurina Rothenberger

Einwanderungsbeamtin Monica Joaquim Vincente

Monica Joaquim Vincente (29) aus Pemba in Moçambique ist Einwanderungsbeamtin. Von ihrem Einkommen ernährt sie sieben Personen: Ihre vier Kinder und die drei Brüder.

Wollten Sie schon immer zur Polizei?
Nein, ich wollte Hebamme werden. Aber da ich keinen Job fand, ging ich zur Polizei. Ich denke, das war Gottes Wunsch.

Haben Sie Ihren Schritt bereut?
Nein, ich bin sehr glücklich. Und ich habe gelernt: Was Männer können, können Frauen auch.

Verdienen Sie gleich viel wie Ihre Kollegen?
Ja.

Gehört das Geld, das Sie verdienen, Ihnen?
Ja, ich ernähre damit meine vier Kinder und meine drei Brüder.

Was haben Sie sich von Ihrem ersten Lohn gekauft?
Einen Sarong für meine Tante, die nach dem Tod meiner Mutter für uns gesorgt hat.

Wann beginnen Sie Ihre Arbeit?
Ich stehe meisten um 5 Uhr auf – meine Arbeit beginne ich um 6.35 Uhr. 

Was machen Sie nach der Arbeit?
Nach der Arbeit esse ich zu Mittag und spiele meistens noch eine Runde Karten mit Freunden, bevor ich mich an die Hausarbeit mache.

Wie ist Pemba aus Ihrer Perspektive?
Pemba hat sich in den letzten fünf Jahren sehr verändert. Es ist immernoch eine kleine Stadt, aber eine wunderschöne.

Gibt es Probleme in Pemba?
Nein, es gibt keine – ausser die Hitze. Die Kriminalitätsrate in Mozambique ist sehr gering. Es gibt kaum Diebe dank der ausgezeichneten Polizeiarbeit.

Gibt es einen Ort, an dem Sie lieber wohnen würden?
Ich würde genrn mehr über die Heimatorte und die Kultur der Ausländer, die hier in Mosambique leben, erfahren. Wie die Schweiz, die würde ich gern einemal besuchen, aber nicht dort leben.

Welche Musik hören Sie gern?
Ich mag Tanzanische Musik und Lieder in Macua und Englisch. Moderne Musik gefällt mir nicht – ich war auch nie in einem Club.

Welchen Aktivitäten gehen Sie ausserhalb Ihrer Arbeit nach?
In meiner Freizeit kümmere ich mich um das Haus. Ich mag es nicht, wenn Dinge im Haus oder im Garten ausseinander fallen – ich muss es immer sofort reparieren. Das Haus wurde 1994 gebaut und es wird langsam Zeit für eine Totalsanierung. Ich bete zu Gott, dass er uns das Geld dafür bereit stellt.

Monica Joaquim Vincente (29) ist in einer Beziehung und mit dem fünften Kind schwanger. Ihre Arbeitstage dauern von 6.35 bis 15 Uhr. Zurzeit macht sie eine Ausbildung zur HR-Managerin. Ihren Lohn verrät sie nicht. Ein Coiffeurbesuch kostet ca. 6.50 Franken.

Helene Aecherli

Die Redaktorin will Menschen sicht- und hörbar machen, deren Stimme kaum wahrgenommen wird. Sie ist getrieben von einer fast pathologischen Neugier. Ihre bevorzugten Themen: Naher Osten, Gender, Medizin und Sexualität.

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