Buch-Tipp

«Panikherz» von Benjamin von Stuckrad-Barre

Text: Verena Lugert

«Panikherz» von Benjamin von Stuckrad-Barre

«Panikherz» ist ein Roman über das Abstürzen, das Leben auf der Strasse und über Rock'n'Roll. Geschrieben von einem, der weiss, wie sich so ein Leben anfühlt.

«Irgendwie habe ich es nach Hamburg geschafft. In Zürich war es nicht weitergegangen, ich hatte bei allen Dealern Schulden, im Bordell zuletzt meinen Pass und meine EC-Karte hinterlassen.» In Hamburg dann Hausverbot in verschiedenen Hotels, durchmischeln, obdachlos sein, vom letzten Geld saufen und Speed kaufen, dann geht nichts mehr.

Benjamin von Stuckrad-Barre, das arrogante Wunderkind aus der norddeutschen Provinz, Jungstar der deutschen Literaturszene, Popliterat, der wissen wollte, wie das Rockstarleben ist, hat alles mitgemacht: Musik, Alkohol, mehr Alkohol, dann Drogen. Und auch Bulimie, denn wer im Licht steht, der muss dünn sein. Udo Lindenberg, das Idol aus Stuckrad-Barres Jugendjahren, rettet ihn, als nach den Jahren des Entzugs die Depression bleibt. Er nimmt ihn unter seine Fittiche, reist mit ihm nach L. A., bringt ihn im «Chateau Marmont» unter – wo dann dieses Buch entsteht, Stuckrad-Barres dichtestes, ehrlichstes und ganz einfach grandioses Buch.

Benjamin von Stuckrad-Barre: Panikherz. Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln 2016, 564 Seiten, ca. 30 Franken

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