La Danseuse

Dieser Film ist kein Tanzfilm

Text: Dinah Leuenberger; Foto: JMH Distributions AG

Dieser Film ist kein Tanzfilm
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Loïe verzaubert mit ihrem revolutionären Tanzstil die Kunstwelt.

Loïe mit ihrem Bewunderer und Förderer Louis. Die beiden pflegen eine eingenartige, jedoch tiefe Beziehung.

Gefährliche Verbindung: Loïe trifft auf die schöne Isadora. 

Führt ein lasterhaftes Leben voller Selbstzweifel: Der wohlhabende Louis. 

Seltener Momend der Unbeschwertheit: Loïe trainiert ihre Schützlinge.

«La danseuse» ist kein Tanzfilm. Vielmehr erzählt er – nach einer wahren Geschichte – von der Vision eines amerikanischen Mädchens, das durch hartes Training, Sturheit und Verbissenheit seinen Traum vom perfekten Tanz verwirklichen will.

Anfang und Ende dieses Dramas könnten weiter voneinander entfernt kaum sein: Loïe Fuller (gespielt von der bubenhaften französischen Schauspielerin Soko), Tochter eines Rodeoreiters, wächst im Westen der USA auf, in ihrer eigenen, träumerischen Welt. Besessen von der Idee, Künstlerin zu werden, fühlt sie sich unwohl und missverstanden. Ihr eigener Tanzstil, ihre einzigartigen und teilweise skurrilen Bewegungen faszinieren, und so findet sie sich dank glücklicher Zufälle und der Hilfe ihres Bewunderers Louis (Gaspard Ulliel) schliesslich in Paris wieder, wo sie an der Oper tanzen soll.

Die Begegnung mit der jungen, bildhübschen Tänzerin Isadora Duncan (Lily-Rose Depp) hat schliesslich einen bedrohlichen Einfluss auf die herbe Schönheit von Loïe. Sie kämpft um Aufmerksamkeit, um Perfektion, um Anerkennung, bis ihr Tanz sie schliesslich fast zerstört. Doch Loïe gibt nicht auf und sucht weiter verbissen und wild nach ihrem Applaus und ihrem Moment des Ruhms.

«La danseuse» ist ein feinfühliger Film, der ans Herz geht. Die Geschichte scheint zeitweise zu gross für einen Kinofilm, gern möchte man mehr davon sehen. Die Emotionen der grossartigen Soko sind echt und machen den Film sehenswert – für Tanzbegeisterte und alle, die grosse Geschichten mögen.

– «La danseuse» von Stéphanie Di Giusto wurde am Filmfestival in Cannes in der Kategorie «Un certain regard» gezeigt und läuft in der Deutschschweiz ab dem 10. November in den Kinos.
 

 

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