Heft 12/14

Einfach verliebt: Film-Tipp «Gabrielle»

Redaktion: Frank Heer, Mathias Heybrock; Fotos: Xenix Film Distribution

Gabrielle

«Gabrielle»: Singen ist schön, Sex wäre besser.

«Ich bin einer von euch», summt der frankokanadische Chansonnier Robert Charlebois. Es ist das Lieblingslied eines Chors in Montréal, in dem Menschen mit geistiger Behinderung singen. Auch Gabrielle (Gabrielle Marion-Rivard, sie hat das Williams-Beuren-Syndrom) mag den Song – und macht gleich mal die Probe aufs Exempel: Ist sie tatsächlich eine von uns? Wie eigenständig kann sie ihr Leben führen? Wie weit darf ihre Liebe zu ihrem Chorkollegen Martin gehen? Dessen Mutter glaubt nämlich keineswegs, dass die beiden ein ganz normales Paar sein können. Die Regisseurin hingegen schon, das zeigt ihre mitfühlende, gut strukturierte Inszenierung deutlich. Natürlich gibt es bei allem hautnahen Realismus auch ein paar kitschige Momente, in denen die Wunschvorstellung Regie führt. Aber so gehört es sich ja für jede gelungene Romanze.

— Ab 3. 7.: «Gabrielle» von Louise Archambault, die dafür letztes Jahr den Publikumspreis in Locarno erhielt

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