Kultur

Die fünf schönsten Schwarzweissfilme aller Zeiten

Text: Mathias Heybrock; Bilder: MGM, The Weinstein Company, Warner Bros., Universum Film, Filmcoopi

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Neurotisch in New York: Mariel Hemingway und Woody Allen in «Manhattan».

Die iranische Revolution aus Kindersicht: «Persepolis» von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud.

Hitler in Warschau: Carole Lombard und Stanley Ridges in «To Be or Not to Be» von Ernst Lubitsch.

Frivoles Feuerwerk: «Bringing Up Baby» von Howard Hawks.

Ohne Worte: «The Artist» von Michel Hazanavicius mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo.

Ausgesucht mit viel Liebe für die Grautöne des Lebens: Wir haben für Sie die fünf schönsten Schwarzweissfilme aller Zeiten zusammengetragen.

1. «Manhattan» (1979)
Woody Allen mag umstritten sein, bisher ist er in seiner Art, Grossstadtneurosen einzufangen, allerdings unerreicht. Eine wundervolle Liebeserklärung an die Stadt, die niemals schläft, ist «Manhattan». Die Bilder des New Yorker Stadtteils sind eine Wucht, die melancholische Handlung ist verblüffend hellsichtig. Allen sitzt gewissermassen über sich selbst zu Gericht: Er zeichnet sich als egomanischen Sexualneurotiker, dessen neue Freundin (Mariel Hemingway) gerade mal 17 ist und dessen Ex (Meryl Streep) Bücher über ihn schreibt, die nicht sehr schmeichelhaft ausfallen.

2. «Persepolis» (2007)
Das Leben ist in Farbe. Doch Schwarzweiss bildet es manchmal realistischer ab, wie dieser fantastische Zeichentrickfilm über eine Kindheit im Iran der islamischen Revolution zeigt. Saukomisch und todtraurig zugleich.

3. «To Be or Not to Be» (1942)
Genial konstruierte Verwechslungskomödie: Im zweiten Weltkrieg spielt eine polnische Theatertruppe die nationalsozialistischen Besatzer nach allen Regeln ihrer nicht ganz uneitlen Schauspielkunst an die Wand. Früh beantwortet dieser famose Klassiker damit die immer mal wieder auftauchende Frage, ob man den Faschismus veralbern darf. Und ob! Jedenfalls, wenn die Witze so gut sind wie hier.

4. «Bringing Up Baby» (1938)
Cary Grant als «Mann von einiger Würde» – die ihm von der übersprudelnd lebendigen Katharine Hepburn gründlich geraubt wird. Hinreissender Screwball, ein Feuerwerk an Witz und Frivolität, die Mutter aller romantischen Komödien.

5. «The Artist» (2011)
Diese moderne Verbeugung vor der Stummfilm-Ära hat den Nerv der Zeit perfekt getroffen: Wort-, aber keineswegs gräuschlos wird von einem Star jener Jahre erzählt, der glaubt, den aufkommenden Tonfilm ignorieren zu können. Schlau, einfallsreich, fantastisch gespielt – das Publikum ist sprachlos vor Freude. Übrigens: Uggie, der Jack Russell Terrier, wurde durch diesen Film so berühmt, dass für ihn ein neuer Filmpreis ins Leben gerufen wurde – das «goldene Halsband».

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