Der Clan im Wandel der Zeit

Kardashians: Vom Reality-Trash zum Milliarden-Imperium

Text: Vanja Kadic; Bilder: Getty Images

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So sahen die Kardashians zu Beginn ihrer Karriere aus: Rob Kardashian, Kourtney Kardashian, Kendall Jenner, Kim Kardashian, Kylie Jenner und Khloe Kardashian (v.l.n.r.) im Jahr 2008.

«Momager» Kris Jenner mit Kourtney, Khloé und Kim Kardashian (v.l.n.r.) im Jahr 2019.

Kim Kardashian galt im Jahr 2007 vor allem als trashy Reality-Sternchen.

Mittlerweile ist Kim erfolgreiche Unternehmerin und angehende Anwältin. Ihr Gesamtvermögen wird auf rund 900 Millionen Dollar geschätzt – unter anderem verdiente sie sich mit ihrem Make-up-Brand KKW oder der Shape-Wear-Linie Skims eine goldene Nase.

Khloé Kardashian im Jahr 2007. Optisch ...

... hat sich Khloé, hier 2019, massiv verändert.

Kourtney Kardashian im Jahr 2007 ...

... und im Jahr 2019.

Kendall und Kylie Jenner im Jahr 2013. 

Kylie und Kendall im Jahr 2017. Kylie schlug aus den Gerüchten, dass sie sich die Lippen aufspritzen liess, Kapital – und lancierte Lip Kits, die sie (angeblich) zur Milliardärin machten. Kendall geniesst heute den Status als Topmodel.

Kylie Jenner, Kim Kardashian West und Kendall Jenner 2019 an der Met-Gala.

Der Kardashian-Clan beerdigt nach 14 Jahren die Reality-Show «Keeping up with the Kardashians». Die Serie war für die Familie ein Sprungbrett zum Mega-Ruhm. Eine Einordnung.

Auf Instagram – wo sonst – verkündete Kim Kardashian das Ende einer TV-Ära: Die Reality-Serie «Keeping up with the Kardashians» verschwindet nach 14 Jahren vom Fernsehbildschirm. «Schweren Herzens haben wir die schwierige Entscheidung als Familie getroffen, uns von ‹Keeping up with the Kardashians› zu verabschieden. Nach 14 Jahren, 20 Staffeln, Hunderten von Episoden und zahlreichen Spin-off-Shows sind wir all jenen mehr als dankbar , die uns die vergangenen Jahre zugeschaut haben – in guten und schlechten Zeiten, bei Tränen, Glück, den vielen Beziehungen und Kindern», schrieb Kim bei Instagram. 

Das Format machte die Familie zur Fame-Dynastie. «Ohne ‹Keeping up with the Kardashians› wäre ich nicht da, wo ich heute bin», schreibt Kim. «Die Show hat uns zu dem gemacht, was wir sind, und ich werde immer in der Schuld von allen stehen, die eine Rolle beim Formen unserer Karriere spielten und unsere Leben für immer veränderten.» Tatsächlich schaffte kaum eine Familie so einen Karrierewandel wie die Kardashians.

Von Trash-Stars zum Milliarden-Imperium

Man kann von ihnen halten, was man will – aber dem Kardashian-Jenner-Clan gelang es wie keinen Reality-TV-Stars zuvor, auf Basis einer seicht gescripteten Unterhaltungsshow ein Milliarden-Imperium zu errichten. Kim Kardashian, die als Freundin und persönliche Assistentin von Paris Hilton bekannt wurde, hatte 2007 durch ihr Sexvideo mit dem Sänger Ray J einen trashy Ruf. Damals galt Kim in Hollywood vor allem als C-Promi mit grossem Hintern, der Auftritte in lausigen Filmen wie «Disaster Movie» hatte. Das reichte aber, um sie und ihre ersten Schritte im Rampenlicht in den Fokus von «Keeping up with the Kardashians» zu rücken.

Die Schwestern Khloé und Kourtney waren zu Beginn eher Nebenfiguren und die Halbschwestern Kendall und Kylie noch kleine Mädchen (damals gerade mal elf und zehn Jahre alt). Letzteren konnte man in den vergangenen Jahren beim Aufwachsen zusehen – und auch ihre Schwestern sehen längst nicht mehr aus wie beim Start der Serie. Die optische Veränderung der Familie stammt nicht zuletzt von zahlreichen Beauty-Eingriffen (klicken Sie sich durch die Bildgalerie oben, um zu sehen, wie drastisch sich die Schwestern optisch teilweise verändert haben).

Der Fokus liegt auf anderen Unternehmenszweigen

Das Billig-Image wurden Kim und ihre Schwestern in den vergangenen Jahren los. Inzwischen gelten sie längst nicht mehr nur als nervige Reality-Sternchen mit nasalen Stimmen, sondern als erfolgreiche, ernstzunehmende Lifestyle-Unternehmerinnen. So wird das Ende von «Keeping up with the Kardashians», das in den vergangenen Jahren eher zum Beigemüse in der Karriere der Schwestern wurde, die Kardashian-Jenner-Maschinerie auch nicht zum Stoppen bringen: Längst liegt der Fokus auf anderen Unternehmenszweigen. Da sind die erfolgreichen Instagram-Profile, lancierte Make-up-Linien und von ihnen kreierte Fashion-Imperien.

Einfluss auf das popkulturelle Schönheitsideal

Der grosse Hintern ist inzwischen zum Markenzeichen der Familie geworden, welches durchaus einen Einfluss auf das popkulturelle Schönheitsideal ausgeübt hat. Die Ehe mit Kanye West dürfte Kim Kardashians Ruf nicht geschadet haben: Der Rapper soll sie zu Beginn ihrer Beziehung diversen Designern vorgestellt und massgeblich zum Image-Wandel seiner Frau beigetragen haben. So hörte selbst Anna Wintour auf, die Nase über Kim zu rümpfen, und nahm sie an der Seite von Kanye 2014 erstmals aufs Cover der «Vogue». Mittlerweile gelten Kim und Kanye in Hollywood als absolutes Power-Couple – auch wenn zuletzt die Unruhen rund um Kanye für Trubel im Hause Kardashian sorgten. Wie es der Zufall will – und wer diese Familie verfolgt, weiss, dass der Zufall meist Kris Jenner heisst –, werden die Skandale der letzten Monate wohl in der letzten Staffel, die nächsten Frühjahr als grosses Finale erscheint, zu sehen sein. Perfektes Timing, also.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

To our amazing fans - It is with heavy hearts that we’ve made the difficult decision as a family to say goodbye to Keeping Up with the Kardashians. After what will be 14 years, 20 seasons, hundreds of episodes and numerous spin-off shows, we are beyond grateful to all of you who’ve watched us for all of these years – through the good times, the bad times, the happiness, the tears, and the many relationships and children. We’ll forever cherish the wonderful memories and countless people we’ve met along the way. Thank you to the thousands of individuals and businesses that have been a part of this experience and, most importantly, a very special thank you to Ryan Seacrest for believing in us, E! for being our partner, and our production team at Bunim/Murray, who’ve spent countless hours documenting our lives. Our last season will air early next year in 2021. Without Keeping Up with The Kardashians, I wouldn’t be where I am today. I am so incredibly grateful to everyone who has watched and supported me and my family these past 14 incredible years. This show made us who we are and I will be forever in debt to everyone who played a role in shaping our careers and changing our lives forever. With Love and Gratitude, Kim

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Kinder, Scheidungen und Millionen von Dollar

Seit der Erstausstrahlung im Oktober 2007 ist bei den Kardashians viel passiert – wir haben einige Fun Facts aus den vergangenen Jahren Reality-TV mit der US-Familie zusammengetragen.

Zehn Kinder erweiterten seit Beginn der Serie den Kardashian-Clan. Je mehr Kinder dazu kamen, desto mehr Kreativität bewies die Familie bei der Namenswahl (und erntete mal mehr, mal weniger Spott dafür): Kourtney Kardashian suchte sich für Tochter Penelope und die Söhne Mason und Reign noch einigermassen gängige Namen aus. Anders ihre Schwestern: Kim wurde Mutter der beiden Mädchen North und Chicago und der beiden Jungs Psalm und Saint. Khloe Kardashian bekam Tochter True, Kylie Jenner wurde Mutter von der kleinen Stormi und Rob Kardashian ist Vater von Dream Renée. Auch der nächsten Kardashian-Generation dürfte es übrigens, wenig überraschend, an nichts fehlen: Die zweijährige Stormi soll laut «Forbes» bereits jetzt drei Millionen Dollar schwer sein.

22 Millionen Dollar verdiente Kendall Jenner 2017, als sie von «Forbes» zum bestbezahlten Model des Jahres gewählt wurde. Im Jahr darauf erhielt sie den Titel erneut: «Money» schätzte ihr Gesamtvermögen 2018 auf rund 18 Millionen Dollar. Sie schaffte im Jahr 2014 nach Aufträgen für Givenchy, Chanel, Balmain, Fendi und als Aushängeschild von Estée Lauder den Sprung in den High-Fashion-Olymp – und konnte sich als Topmodel etablieren.

Für 600 Millionen Dollar soll Kylie Jenner im vergangenen Januar 51 Prozent ihrer Firmen-Anteile von «Kylie Cosmetics» an Beauty-Gigant Coty verkauft haben. Gestartet hat die jüngste der Schwestern ihr Make-up-Business im November 2015. Von 250 000 Dollar Erspartem aus Auftritten in «Keeping up with the Kardashians» und Werbe-Aufträgen liess Kylie, damals 18 Jahre alt, 15 000 Lippen-Kits produzieren. Diese waren dank schlauer Marketing-Strategie auf Instagram im Nu ausverkauft – ihr Beauty-Brand soll Kylie zur Milliardärin gemacht haben. Auch Kim Kardashian, laut «Forbes» 900 Millionen Dollar schwer, feierte Erfolg mit ihrer KKW-Beauty-Linie. Sie verkaufte zwanzig Prozent ihrer Firmenanteile an Coty für 200 Millionen Dollar.

Zehn bis zwölf Stunden dauert ein Drehtag der Reality-Serie, wie «Momager» Kris Jenner der «New York Times» verriet.

72 Tage lang hielt die Ehe von Kim Kardashian und Ex-NBA-Spieler Kris Humphries. Das Paar hatte sich im Mai 2011 verlobt und im August des gleichen Jahres vor Kameras in einer pompösen Hochzeit trauen lassen. Kim und dem Rest der Familie wurde vorgeworfen, dass die Blitz-Ehe ein reiner PR-Gag war. Dieser hatte sich für den Clan finanziell ausgezahlt: Kim soll an der Hochzeit zwei Millionen Dollar verdient haben – davon allein eine Million Dollar für die Ausstrahlung der Trauung im TV. Seit acht Jahren ist Kim Kardashian mit Kanye West zusammen. Die beiden heirateten 2014 in Florenz.

Für Staffel 19 musste sich die Familie während des Corona-Lockdown selbst mit iPhones filmen. Wie der Produzent der Serie, Farnaz Farjam, «Elle» erzählte, bekamen Kim und Co. wöchentlich je ein brandneues iPhone, um sich zu filmen. Jeden Montag sammelte ein Show-Mitarbeiter in einem Schutzanzug die iPhones ein – und verteilte wieder ein neues Smartphone.

Gefühlt 31.78 Millionen Salat-Bowls verspeisten die Kardashians aus Plastikschalen in den vergangenen 14 Jahren vor der Kamera.

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