Fab Five

Musik liegt in der Luft

Text: Frank Heer, Marco Kamber, Leandra Nef; Illustration: Jakob Hinrichs

Musik liegt in der Luft
Musik liegt in der Luft
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Das Ambientduo Ohxalá aus Portugal (1) schaut beim Festival «Am Bach» vorbei (2). Beim Waldstock-Openair (3) gibts neben Musik auch Theater und Filme. Das Klassik-Festival Origen bespielt Dorfplätze und Kirchen, Burgen und Scheunen und den Roten Turm (4) auf dem Julierpass – jenes verrückte Opernhaus auf 2300 Metern

Endlich wieder Sommer! Was nicht heisst, dass die Kultur baden geht. Hier sind fünf Vorschläge, um sich schöngeistig auszutoben, ohne dabei auf den Spassfaktor zu verzichten.

1. Im Nirgendwo

«Am Bach» ist zeitgleich Name und einziger Hinweis zur Location dieses Festivals. Bis zum grossen Tag weiss man nämlich nicht, wo es stattfinden wird. Im Festival-Ticket inbegriffen ist die Busfahrt von Luzern zum geheimen Ort im Nirgendwo, wo die Nacht am Bach zu Schweizer Acts aus dem elektronischen Bereich durchgetanzt wird.
Am Stadtrand von Luzern, 19. bis 21. Juli, Festivalpässe von 49 bis 99 Franken

2. Bauernschlau

Das Programm stand bei Redaktionsschluss noch nicht (zu erwarten sind kleine, aber spannende Bands aus den Gefilden des Indierock und der elektronischen Musik, wie etwa Tanya Barany oder The Black Heidis), trotzdem können wir dieses Festival blind empfehlen, allein schon der Bio-Verpflegung und entspannten Atmosphäre wegen. Hier gehts um mehr als nur Musik. 
Schlauer Bauer, Wetzikon ZH, 9. bis 11. August, Festivalpässe von 30 bis 150 Franken

3. Woodstock? Waldstock!

20 Jahre ist es her, dass sich eine Handvoll Freunde auf einer Wiese am Steinhauser Waldrand trafen, um ein Openair-Kino zu veranstalten – mit einer Leinwand, zusammengenäht aus alten Leintüchern. Aus der Zusammenkunft wurde eine Tradition und daraus bald ein sagenumwobenes Fest mit Konzerten (dieses Jahr mit Bands wie Stahlberger aus St. Gallen oder Bokito aus London) und Filmen («Captain Fantastic», «Raving Iran»). Ja, wenn die Bäume nur sprechen könnten – sie wüssten so manche Geschichte über das Waldstock-Openair zu erzählen. Von der spektakulären Festival-Bühne mit Ausblick auf die Berge und den Zugersee. Von den cineastischen und musikalischen Highlights einerseits, aber auch von den Mojitos an der Kuba-Bar, von leuchtenden Augen, durchtanzten Nächten und verkaterten Sonnenaufgängen. Vier Tage dauert die Magie – dann darf die Wiese am Steinhauser Waldrand wieder Wiese sein.
Waldstock-Openair, Steinausen ZG, 31. Juli bis 3. August, Festivalpässe von 20 bis 65 Franken

4. Klein, aber mega

Das Programm dieses kleinen Openairs am Bielersee hat Charakter und keine stilistische Färbung. Folkies wie Headbanger kommen hier gleichermassen auf ihre Kosten. Die schöne Lage und überschaubare Grösse sind eine echte Alternative zu den Schweizer Mega-Festivals. Hier kann man seinen Drink noch mit Münz bezahlen und die eine oder andere Neuentdeckung machen. Denn auch für Geheimtipps haben die Organisatoren offene Ohren.
Openair am Bielersee, Strandwiese Vinelz, 9. bis 11. August, Festivalpässe von 50 bis 65 Franken

5. Klassiker in den Bergen

Giovanni Netzer ist inoffizieller Kulturminister von Graubünden: Seit Jahren bespielt und verzaubert er mit seinem Origen-Sommerfestival rund ums Dörflein Mulegns (und weit darüber hinaus) Plätze, Kirchenschiffe, Gärten, Scheunen oder Bergpässe mit Musik, Tanz und Theater. Auch dieses Jahr werden Künstler aus aller Welt erwartet, etwa vom Staatsballett Wien und Mariinsky- Theater St. Petersburg, welche das Panorama erweitern und das Publikum beglücken.
Origen-Sommerfestival Utopia, bis 11. August, etwa in Mulegns, Chur, Laax, Andeer, Riom, Julierpass

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