Olympia-Blog

Sportliche Grüsse aus Rio de Janeiro

Redaktion: Miriam Suter; Text und Fotos: Jeannine Gmelin

Sportliche Grüsse aus Rio de Janeiro
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Dieser Ausblick entschädigt locker für die 20-stündige Reise von der Schweiz nach Brasilien

Jeannine Gmelins Zuhause für die nächsten beiden Wochen: Das Athlete Village

Entspannung, nein danke! Auch zwischen den Wettkämpfen wird trainiert.

Die Ruderin Jeannine Gmelin aus Uster tritt an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro für die Schweiz an. Für annabelle.ch führt die 26-Jährige Tagebuch und erzählt uns von ihren Erlebnissen im Athletes Village.

Erschöpft und todmüde von der 20-stündigen Reise stand ich auf der Dachterrasse im obersten Stock und liess meinen Blick über die Lichter Rio de Janeiros schweifen. Der Anblick war atemberaubend und die ganze Situation fast etwas surreal. Tausende Male hatte ich mir schon ausgemalt wie es im Athletes Village wohl sein würde und nun war es so weit: Ich war offiziell an den Olympischen Spiele angekommen.

Aber alles der Reihe nach: in Zürich wurde ich von meiner Familie an de Flughafen begleitet und in mein grösstes Abenteuer verabschiedet. Auch wenn mir der Abschied eigentlich nicht hätte schwerfallen sollen, verspürte ich doch eine gewisse Schwermut. Zu wissen, dass meine Mutter eine Woche später nachreisen würde, um meine Rennen live mitverfolgen zu können, gab mir Gelassenheit.

Kurz vor dem Boarding traf ich den Schweizer Sportreporter  Lukas Studer, den ich im vergangenen April im Zusammenhang mit meiner Einladung in die Sportlounge kennenlernen durfte. Neugierig fragte er, ob ich denn schon nervös sei. Nervös war ich nicht, aber positiv angespannt und natürlich erfüllt mit Vorfreude. Im Flugzeug selbst traf ich abermals jemanden, den ich bereits einmal im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen kennenlernen durfte: den Musiker Marc Sway. Im vergangenen Herbst hat er uns am Olympiatreff in Magglingen die brasilianische Kultur näher gebracht und schon mal den Rhythmus von Samba mit auf den Weg gegeben.

Kaum in der Luft gab Marc Sway für die gesamte Fluggesellschaft seinen Hit «Severina» unplugged zum Besten, als schöne Einstimmung auf die brasilianische Kultur. Etliche Stunden und vier Spielfilme später landeten wir in Rio. Danach folgte ein kleiner Marathon: Passkontrolle durchlaufen, Akkreditierung erstellen lassen, Gepäck fassen, Transfer ins Olympic Village – und das alles in hungrigem und müdem Zustand. Als mir schlussendlich mein Zimmerschlüssel vom Swiss-Olympic-Organisationsteam überreicht wurde, war ich mehr als glücklich.

Da war ich also: auf der Dachterrasse im olympischen Dorf in Rio de Janeiro. Ich liess den Ausblick, den ich von da oben hatte, noch ein bisschen auf mich wirken, bevor ich endlich in das lang ersehnte Bett fiel. Was klingt wie ein Traum war Realität. Das wurde mir bewusst, als sich mir am nächsten Morgen von der Dachterrasse aus die gleichen Aussicht bot, nur diesmal mit Tageslicht.

 

Die 26-jährige Jeannine Gmelin bloggt ab sofort über ihren Alltag in Rio de Janeiro während den Olympischen Spielen. Die gelernte Kauffrau aus Uster hat schon früh gemerkt, dass sich ihre Begeisterung für ihr Hobby zu einer grossen Leidenschaft entwickelt hat. Sie begann, neben ihrer Ausbildung zu trainieren, und ist heute Teil des Elitekaders des Schweizerischen Ruderverbands in Sarnen. Seit 2006 nimmt Jeannine Gmelin an Wettkämpfen teil, vor ihrer Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 holte sie den ersten Platz – und den Schweizer Rekord – an den Swiss Rowing Indoors in Zug. Neben ihren Beiträgen für annabelle.ch bloggt die Sportlerin auch auf ihrer Website.

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