Heidi: Ein Teil Schweizer Kindergeschichte neu erzählt von Marlene Stör

Text: Andrea Monica Hug

Der Alpöhi hätte ihr wohl zufrieden auf die Schulter geklopft: Marlene Stör hat die Heidi-Geschichte in vereinfachter Form orginalgetreu in Worten und Bildern neu interpretiert.

Das Resultat sind fünf einzigartige Bildbände , die ein Stück Schweizer Literatur- und Kulturgeschichte wieder aufleben lassen. Die Buch-Vernissage zum fünften und letzten Heidi-Bilderbuchband findet am 6. November im Johanna-Spyri-Museum auf dem Hirzel statt.

Die Heidi-Geschichte von Johanna Spyri ist jedem vertraut, und wird noch immer über Generationen hinweg weitererzählt. Auch die Toggenburger Künstlerin Marlene Stör wollte ihren Enkelinnen die Geschichte von dem Waisenmädchen Heidi, ihrem Grossvater Alpöhi, dem Ziegenhüter Geissenpeter und Heidis Freundin Klara erzählen. Sie konnte jedoch nirgends ein Buch finden, das die Schweizer Berge und Landschaft naturgetreu vermittelte.

Also griff die vierfache Mutter selbst zum Farbstift und zog sich in die Berge zurück. «Ich habe die Texte von Johanna Spyri immer wieder gelesen und liess mich von der Landschaft inspirieren, die mich umgab», beschreibt Marlene Stör ihre Arbeit. Ihre detailreichen und farbenfrohen Bilder scheinen Anklang zu finden: «Fast täglich erhalte ich E-Mails oder Telefonate. Eltern, Lehrer und Kindergärtnerinnen sprechen mit mir über die Bücher und erzählen mir, wie diese sie selber berührt haben und die Kinder ins Staunen versetzten.»

Die Heidi-Bücher sind im Buchhandel oder über www.heidibilderbuch.ch ab 39 Franken pro Buch in Deutsch oder Englisch erhältlich.

Hintergrund:
Im Jahr 1880 erschienen die ersten Heidi-Romane von der Schweizer Autorin Johanna Spyri (1827-1901). Nur wenige Jahre nach der Erstpublikation wurden die Heidibücher zu einem Welterfolg. Bis heute wurden sie in über 50 Sprachen übersetzt, mehrmals verfilmt und als Musical aufgeführt. Seit die Urheberrechte abgelaufen sind, erscheinen immer mehr Versionen und Varianten der Heidi-Bücher und –Geschichten.

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