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Social-Media-Protection: Macht eine Kontroll-App für Kinder Sinn?

Redaktion: Helene Aecherli; Bild: SXC

Social Media Protection: Macht eine Kontroll-App für Kinder Sinn?

App-Sicht: Lohnt es sich, seine Kinder per App zu überwachen, um zu sehen, was sie auf Facebook und Co. treiben?

ANNABELLE: Thomas Merz, eine neue App verrät Eltern, wem ihre Kinder Freundschaftsanfragen schicken, welche Fotos sie posten oder wer den Kindern auf Twitter folgt. Was halten Sie davon?
THOMAS MERZ: Eine solche App vermittelt Scheinsicherheit. Erstens deckt sie mit Facebook und Twitter nur einen winzigen Teil des Internets ab. Zweitens können Profile auf sozialen Netzwerken täuschen.

Sie raten also von einer solchen App ab?
Kommt drauf an. Entscheidend ist, dass Eltern ihre Kinder bei der Mediennutzung begleiten. Trägt die App dazu bei, dass Eltern und Kinder miteinander über Facebook und Co. sprechen, kann sie ein Hilfsmittel sein. Dient sie nur der Kontrolle oder Sanktionen, ist sie kontraproduktiv.

Ist Kontrolle der falsche Ansatz?
Besser ist, die Kinder einen selbstverantwortlichen Umgang mit dem Internet zu lehren.

Was, wenn das Kind nicht mit den Eltern über sein Facebook-Profil sprechen will?
Treten die Eltern ihrem Kind mit echtem Interesse gegenüber und lassen sie auch Fragen zu, hat das Kind weniger das Gefühl, etwas verstecken zu müssen. Signalisieren die Eltern aber, dass sie sowieso immer wissen, was am besten für das Kind ist, verweigert es sich eher.

Für wen kann die App trotz allem sinnvoll sein?
Für Eltern von Kindern, die am Anfang der Nutzung von sozialen Netzwerken stehen. Oder für Eltern, die Facebook oder Twitter kennen lernen wollen, um ins Gespräch mit ihren Kindern zu kommen. Wichtig ist, dass sie ihre Kinder darüber informieren, dass sie die App nutzen.

— Thomas Merz ist Dozent und Fachbeauftragter für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Die App «Social Media Child Protection» gibts auf www.socialmediachildprotection.com

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