Gossip of the Day

Gwyneth Paltrow verrät, wie schwierig das «Conscious Uncoupling» wirklich war

Text: Marie Hettich; Bild: Instagram

In einem Essay für die britische «Vogue» gibt die Schauspielerin und «Goop»-Chefin intime Einblicke in ihre Ex-Beziehung – und erklärt, wie das berühmt-berüchtigte «Conscious Uncoupling» für sie und Chris Martin funktioniert hat. Ein Begriff, der auch bei ihr am Anfang für Stirnrunzeln sorgte. 

Im März 2014 gaben Gwyneth Paltrow und Coldplay-Frontman Chris Martin nach zehn Jahren Ehe ihre Scheidung bekannt. Eine Promi-Trennung ist ja immer eine spannende Angelegenheit – aber die von Gwyneth und Chris war noch ein bisschen spannender.

Denn die beiden prägten weltweit den Begriff des «Conscious Uncoupling» – eine sehr besondere Trennungsart für sehr besondere Menschen, bei der es darum geht, im Alltag weiterhin achtsam und liebevoll miteinander verbunden zu bleiben. Dementsprechend gross war die mediale Aufmerksamkeit – und dementsprechend zynisch waren die Kommentare. 

Trennungs-Trendsetter

Mittlerweile gibt es zum Begriff «Conscious Uncoupling» etliche Ratgeber-Bücher und Google zeigt über vier Millionen Treffer an. Man kann Gwyneth Paltrow und Chris Martin also guten Gewissens als Trennungs-Trendsetter bezeichnen. 

In einem sehr persönlichen, sehr pathetischen – und deshalb sehr interessanten – Essay für die britische «Vogue» blickt die heute 47-jährige auf ihre Trennung zurück und erklärt, wie das fancy Uncoupling in der Praxis tatsächlich funktionieren kann.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Die Highlights aus Gwyneth Paltrows Essay:

  • Der Moment der Realisation
    Gwyneth verbrachte ihren 38. Geburtstag mit Noch-Ehemann Chris in der Toskana. Es war Herbst – und alles sei perfekt gewesen («ein gemütliches Wohnzimmer mit Kamin und ein Küchentisch voller Lebensmittel vom nahegelegenen Bauernhof – Pfirsiche, Strauchtomaten, Basilikum, Eier»). Und doch habe sie plötzlich – inmitten «langer Spaziergänge, grossen Gläsern Barolo und vielem Händchenhalten» gespürt, dass ihre Ehe vorbei war. Es war «wie das Läuten einer Glocke, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Wie die unbeabsichtigte Freisetzung eines Heliumballons in den Himmel.»
     
  • Die Beziehung mit Chris
    Krass: So richtig geklappt hat es bei den beiden nie, schreibt Gwyneth. «Mein Ex und ich waren von Anfang an enge Freunde. Wir waren uns sehr nahe, aber als Paar haben wir uns nie ganz gefunden. Wir passten einfach nicht so richtig zusammen. Immer lag ein bisschen Unbehagen und Unruhe in der Luft.»
     
  • Das langsame Auseinanderdriften
    «Wir haben alles versucht», so Gwyneth. «Wir wollten nicht scheitern. Wir wollten unsere Kinder nicht verletzen. Wir wollten unsere Familie nicht verlieren. Und dann all diese komplizierten Fragen: Wer schläft wo, was sagen wir den Kids? Ich habe mich so lange davor gedrückt, diese Frage zu beantworten. Doch dann stellte ich plötzlich fest, dass ich schon längst nicht mehr vor einer Weggabelung stand. Wir waren, fast ohne es zu merken, auseinander gegangen.»
     
  • Der Startschuss des «Conscious Uncoupling»
    Als klar war, dass die Trennung unumgänglich ist, fragte sich Gwyneth: «Könnten Chris und ich eine gemeinsame Welt kreieren, in der wir weiterhin gemeinsam essen? Sogar gemeinsam in die Ferien fahren? Können wir zusammen Leichtigkeit spüren, zusammen lachen? Könnte mein Ex weiterhin ein Familienmitglied sein – jemand, der mich beschützt und das Beste für mich will? Und könnte ich das für ihn sein?» Dann habe ihr gemeinsamer Therapeut «Conscious Uncoupling» vorgeschlagen – ein Begriff, der selbst bei Gwyneth anfangs für Stirnrunzeln sorgte, wie sie schreibt: «Das Ganze klang für mich zuerst nach einer sehr von sich selbst eingenommenen Sache – so proggressiv, das es weh tut.»
     
  • Die gar nicht so easy Umsetzung
    Gwyneth und Chris hätten «grossartige und schreckliche Tage» gehabt. «Es gab Tage, an denen wir einander nicht ausstehen konnten, aber gezwungen waren, uns daran zu erinnern, was wir uns vorgenommen hatten. Wir mussten irgendwie einen Weg zu finden, zu lächeln, uns zu umarmen und die Kinder zum Brunch auszuführen, wie wir es geplant hatten. Wenn ich zurückblicke, war es wahrscheinlich das herausforderndste Jahr meines Lebens.»
     
  • So kann es klappen (oder: So hat es zumindest bei Gwyneth und Chris geklappt)
    Im letzten Teil ihres Essays beschreibt die 47-Jährige, was es auf Dauer alles zu beachten gilt, wenn man mit dem oder der Ex verbunden bleiben will: Man muss vergeben können («nicht mehr in der Erinnerung leben»), die Verantwortung für den eigenen Anteil übernehmen («in den meisten Fällen ist eine Beziehung 50/50»), auf Boshaftigkeit und Gehässigkeit verzichten («das macht nur blind für unsere eigenen Fehler») und – Achtung – weiterhin ein bisschen verliebt bleiben: «Behalten Sie die grossartigen Qualitäten Ihres Ex in Ihrem Herzen. Tatsächlich ist es genau das, was das Conscious Uncoupling funktionieren lässt: Lieben Sie alles Wunderbare an ihm. Denn das Wunderbare existiert auch nach einer Trennung weiter.»
     
Marie Hettich ,
Redaktorin
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