Handwerk: Designer setzen bei Accessoires auf Detailarbeit

Text: Silvia Binggeli, Yolanda Pantli

Designer Roberto Cavalli über die Arbeit an seinem It-Bag: «Ich überlasse nichts dem Zufall»
  • Designer Roberto Cavalli über die Arbeit an seinem It-Bag: «Ich überlasse nichts dem Zufall»

Bei den Accessoires zelebrieren immer mehr Labels das Handwerk. Auch der Florentiner Roberto Cavalli setzt bei seinem neusten It-Bag Florence auf Detailarbeit.


Roberto Cavalli, warum ist Handwerk derzeit so in Mode?

Ich glaube nicht, dass es in Mode sein kann. Denn es ist eine langfristige Leidenschaft. Um Handwerk zu würdigen, braucht man Verständnis und das Wissen um die Geschicklichkeit und die Hingabe, die bei der Herstellung nötig ist. Das Interesse an solidem Handwerk war übrigens der Grund, weshalb ich in die Modebranche eingestiegen bin. In den Siebzigerjahren habe ich eine Drucktechnik für Leder erfunden, die patentiert wurde.

Nun präsentieren Sie Ihren neusten It-Bag, den Florence. Was macht eine Tasche zum Klassiker?
Details! Jedes einzelne Detail muss sich harmonisch in die Gesamtkreation einfügen. Ich überlasse nichts dem Zufall.

Sind Accessoires zeitloser als Kleider?
Nein. Beide helfen, die Persönlichkeit einer Frau zu betonen. Aber Accessoires passen zu jedem Look, deshalb sind sie so wichtig geworden.

Die meisten It-Bags sind einer bekannten Frau gewidmet. Warum widmen Sie Ihren einer Stadt – Florenz?
Starke Frauen und meine Heimatstadt Florenz – beide sind gleichermassen Inspiration für mich. Ausserdem passt die Tasche zu Florenz: Sie ist schön, einzigartig und detailverliebt.

Mit welchen Handwerkern arbeiten Sie am liebsten zusammen?
Die Arbeit muss mich überzeugen – egal bei welchem Handwerk. Aber mir gefällt die Vorstellung, das Handwerk über Generationen in einer Familie weiterzugeben.

Warum spielt Handwerk in Florenz eine so wichtige Rolle?
Hier bist du von Kunst umgeben. Sie steckt in unseren Genen. Wir wissen, was schön und gut ist. Und wir streben danach.

Weitere Labels mit einem Hang zum Handwerk


Prada

Schon Miuccias Nonno Mario Prada wusste, wo sonst auf der Welt auch noch qualitativ hochstehende Produkte entstehen. Heute arbeitet Prada beim Spezialprojekt «Made in …» mit Handwerkern ausserhalb Italiens zusammen. Die aktuelle Kollektion dieses Projekts wurde in Indien gefertigt.
www.prada.com


Bottega Veneta

Die Scuola della Pelletteria Bottega Veneta ist eine von Bottega Veneta initiierte Ausbildung – in Zusammenarbeit mit der altehrwürdigen Scuola d’Arte e Mestieri di Vincenza. In einem dreijährigen Kurs werden Studierende von den talentiertesten Handwerkern Bottega Venetas in die Kunst des Lederverarbeitens eingeführt.
www.bottegaveneta.com


Creative Academy

Wie kommt man zu einem Praktikum bei Richmont-Marken wie Van Cleef & Arpels, A. Lange & Söhne, IWC oder Vacheron Constantin? Man macht einen Studiengang Master of Arts in Design an der Creative Academy in Mailand, mit der Richmont zusammenarbeitet.
www.creative-academy.com


Louis Vuitton

Pimp your Louis Vuitton: Der Monogram Service Mon Monogram macht aus jedem Produkt ein besonderes Einzelstück für seinen Besitzer. In allen Läden von Louis Vuitton.
www.louisvuitton.com


Gucci

Der Artisan Corner von Gucci wird in ausgesuchten Verkaufsstellen weltweit aufgebaut und ermöglicht den Kunden, die florentinische Handwerkskunst des Hauses hautnah zu erleben.
www.gucci.com


Hermès

Ob bei Siebdrucken, der Taschen- oder Handschuhherstellung, beim Uhrenmachen oder Besticken: Hermès legt wie kaum ein anderes Label Wert auf Handwerks-kunst – meist von langjährigen Mitarbeitern ausgeführt. In speziellen Ausstellungen – wie unlängst in Zürich – können Interessierte ihnen bei der Arbeit zusehen.
www.hermes.com

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