Stilfragen

Caro Daur im Interview: «Crème steht jeder Frau»

Interview: Leandra Nef

Caro Daur für Boss
Caro Daur für Boss
Caro Daur für Boss
e
f

Caroline Daur hat für ihre Boss-Kollektion Pieces kreiert, die für sie unverzichtbar sind.

Etwa einen weissen Anzug ...

... oder einen Trenchcoat.

Welches Kleidungsstück sieht nur auf Fotos, aber nie in der Realität gut aus? Was sollten Frauen in der Männerabteilung kaufen? Das haben wir Caroline Daur (25) – eine der erfolgreichsten deutschen Influencerinnen – gefragt, die mit Boss eine Capsule Collection entworfen hat. 

annabelle: Welches Kleidungsstück ist überbewertet?
Caroline Daur: Highheels. Die können zwar toll aussehen und jede Frau sollte ein schönes Paar im Schrank haben, aber ich trage privat selten welche, weil mir Bequemlichkeit dann doch wichtiger ist. Es gibt flache Alternativen, die sehr elegant sind.

Welche Investition in Mode ist es absolut wert?
Ein guter Wollmantel ist essenziell. Einer, der alles mitmacht, den man von Herbst bis Frühling tragen kann. Da lohnt es sich, etwas mehr auszugeben.

Welche modische Investition ist es überhaupt nicht wert?
Alles, was zu sehr nach kurzlebigem Trend aussieht. Mancher Sneaker ist zwar eine Zeit lang cool, ein paar Monate später aber will man sich nicht mehr damit blicken lassen.

Sollte man eher in Taschen oder Schuhe investieren?
Taschen, weil man sie besser schützen kann. Schuhe sind viel stärker den Elementen ausgesetzt und sehen bald abgenutzt aus. Taschen hingegen steigen im Wert.

Welche Schuhe passen in jeder Situation?
Lederboots. Ich bin froh, dass die gerade so en vogue sind, vor allem in Kombination mit eleganten Pieces.

Welcher Schnitt eines Kleides passt immer und allen Frauen?
A-Linie. Diese Passform liegt nicht zu eng an, falls jemand bestimmte Regionen kaschieren möchte.

Welches Kleidungsstück sieht nur auf Fotos, aber nie in der Realität gut aus?
Ich kann die Frage besser umgekehrt beantworten, weil es bei mir viel häufiger vorkommt, dass etwas in echt cool aussieht, auf Fotos aber wie ein Kartoffelsack. Ich habe etwa aufgegeben, in Karottenhosen oder Baggy Jeans gute Fotos machen zu wollen – das ist hoffnungslos.

Von welchem Material sollte man die Finger lassen?
Polyester. Es fühlt sich unschön an auf der Haut und belastet wegen des Mikroplastiks, das beim Waschen ins Wasser gelangt, die Umwelt.

Worauf sollte man beim Kleiderkauf eher achten: Schnitt oder Material?
Beides ist ausschlaggebend, weder auf das eine noch das andere möchte ich verzichten. Ein schön geschnittenes Kleidungsstück aus einem minderwertigen Stoff taugt nichts und umgekehrt.

Welche Farbe lässt jede Frau sofort frisch wirken?
Crème. Das lässt sich mit Schwarz und Weiss genauso kombinieren wie mit knalligen Farben und sieht immer chic aus.

Von welcher Farbe sollte man die Finger lassen?
An Koralle und Türkis habe ich mich sattgesehen, aber das ist Geschmackssache.

Welches Stück sollten Frauen in der Männerabteilung kaufen?
Einen Blazer, damit er schön oversized ausfällt. Natürlich am liebsten von Boss. (lacht) Spass bei Seite: Anzüge sind die besondere Stärke von Boss. Deshalb wollte ich unbedingt einen weissen und einen schwarzen Anzug in meine Kollektion integrieren.

Apropos: Worauf haben Sie Wert gelegt bei der Zusammenarbeit mit Boss?
Ich sah dieses Projekt als Gelegenheit, ein für alle Mal die Styles zu kreieren, ohne die ich nicht leben kann. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich stundenlang vor meinem Schrank stand und mich fragte, was ich anziehen möchte.

Ihr Lieblingsstück aus der Capsule Collection?
Der Trenchcoat, für mich der Inbegriff des Herbstes. Unserer ist minimalistisch und fokussiert auf die markantesten Merkmale eines Trenchcoats.

Haben Sie ein Stilvorbild?
Carolyn Bessette-Kennedy. Ihren Stil und ihre Ausstrahlung kann niemand toppen.

Was hat Ihnen Ihre Mutter über Stil beigebracht?
Ich glaube, Ludwig Mies van der Rohe hat diesen Satz zuerst gesagt, aber ich schreibe ihn mal meiner Mutter zu: «Weniger ist mehr.»

Das erste Kleidungsstück, an das Sie sich erinnern können?
Nicht an ein Kleidungsstück konkret, aber als Kind waren mir alle Klamotten viel zu gross. Ich habe eine ältere Schwester und ihre Garderobe immer viel zu früh übernommen. Es gibt zahlreiche Kinderfotos, die das bestätigen.

Wie hat sich Ihr Stil im Laufe der Jahre verändert?
Er wird immer schlichter und, wie ich finde und hoffe, bewusster.

Empfehlungen der Redaktion

Influencerin Xenia Tchoumi über ihr erstes Buch

«Als ich im Spital lag, bekam alles eine andere Wichtigkeit»

Von Vanja Kadic

Mehr aus der Rubrik

Accessoire Trends

Big Bags - maximal angesagt!

Von Mariella Ingrassia