Kindermode

Kindermode MuKi-Styling: Aus Fashionistas werden Familianistas

Styling: Cati Soldani; Interviews: Christina Duss; Fotos: Karin Heer

Andrea Bornhauser (36) mit Teo (3 1/2), Nicole Gutschalk (36) mit Liv (4)
Susanne Gottet (41) mit Avery (7) und Cosmo (4)
Melanie Holzmann (37) mit Joshua (7), Eve (6) und Misha (3 1/2)
Angela Tomas (37) mit Gian-Pol (6) und Ferran (4)
Franziska Lüthy (38) mit Charlotte (1)
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Andrea Bornhauser (36) mit Teo (3 1/2), Nicole Gutschalk (36) mit Liv (4)

Susanne Gottet (41) mit Avery (7) und Cosmo (4)

Melanie Holzmann (37) mit Joshua (7), Eve (6) und Misha (3 1/2)

Angela Tomas (37) mit Gian-Pol (6) und Ferran (4)

Franziska Lüthy (38) mit Charlotte (1)

Mamas und ihre modischen «Minis»: Sechs Mütter und ihre Kinder stellen coole Mode für jedes Budget vor. In Kleiderfragen sind Kids und ihre Mütter nicht immer eins. Müssen sich auch nicht – ausser wenn im Fotostudio annabelle ein MuKi-Styling ansteht.

In Kleiderfragen sind Kids und ihre Mütter nicht immer eins. Müssen sie auch nicht – ausser wenn im Fotostudio annabelle ein MuKi-Styling ansteht.

Als einstige annabelle-Lifestyleredaktorinnen sind Andrea Bornhauser und Nicole Gutschalk bekennende Fashionistas. Privat sind sie begeisterte Familienfrauen. Beides vereinen sie nun im Onlinemagazin Familianistas.ch, einer Plattform, auf der es nicht nur, aber auch um Kindermode geht.

ANNABELLE: Warum haben Sie beschlossen, eine Website für Familien zu machen?
NICOLE GUTSCHALK: Aus einem eigenen Bedürfnis heraus. Als arbeitende Eltern organisiert man viel übers Internet, das ist am praktischsten. Wenn man aber seine Infos auf vielen Plattformen zusammensuchen muss, dann nervt das. Deshalb wollten wir eine Site anbieten, die diese ganze Sucherei unnötig macht.
ANDREA BORNHAUSER: Wir tragen News zu Mode, Wohnen, Reisen und vielen anderen Familienthemen zusammen, bieten einen Service, geben Tipps. Die Site ist ein persönliches Archiv von Sachen, die wir gut finden. Es handelt sich also nicht um theoretische Empfehlungen, sondern um Produkte und Tipps wie zum Beispiel kindertaugliche Ausflüge, die wir alle getestet haben.

Welche Rubriken sind bei jungen Familien gerade am beliebtesten?
GUTSCHALK: Mode und Wohnen. Für ein schönes Designerbett mit einer langen Lebensdauer sind Eltern offensichtlich bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Wie halten Sie es mit Kinderkleidern?
BORNHAUSER: Wir stellen eine Mischung aus Designermode und günstigeren Teilen vor. Es gibt eine Reihe skandinavischer Kinderlabels, die wir in ihrer Schlichtheit viel schöner finden
als die verrüschten Stücke aus so manchen italienischen Kinderkollektionen. Dazu kombinieren wir dann beispielsweise Tanktops von Coop und Migros oder Jeans von H&M.

In den letzte Jahren sind Kinderlabels wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wie erklären Sie sich diesen Boom?
GUTSCHALK: Vielleicht weil die Leute weniger Kinder haben. Da kann man es sich eher leisten, in Frühförderung oder Designerkleidung zu investieren.
BORNHAUSER: In Kleider, die qualitativen und ästhetischen Ansprüchen genügen. Praktisch müssen sie allerdings auch sein. Ich habe zum Beispiel keine Lust auf nasse Skihosen beim Schlittelausflug. Wenn eine Skihose optimal verarbeitet, strapazierfähig und geschmackvoll ist, dann bezahle ich dafür gern ein wenig mehr.

Wann fangen Kinder an, sich für Kleider zu interessieren?
GUTSCHALK: Schon früh, aber auf ihre Weise. Grundsätzlich beobachten wir bei unseren Kindern, dass sie nicht auffallen, sondern lieber so sein wollen wie alle andern. Liv macht die Schublade momentan jeden Morgen selber auf. Und möchte am liebsten genau das anziehen, was ihr grosser Bruder Fin trägt.

Birgt die Kleidungsfrage schon bei den Kleinen Konfliktstoff?
BORNHAUSER: Durchaus. Teo ist Fussballfan, und wenns nach ihm ginge, würde er jeden Tag Trikots tragen. Ab und zu weigert er sich beharrlich, ein T-Shirt, das ihm nicht gefällt, anzuziehen.
Meistens finden wir einen Kompromiss. Grelle Comicprints wie Sponge Bob oder Cars – no Way! Da lasse ich nicht mit mir verhandeln, aus rein egoistischen, ästhetischen Gründen.

Wann ist ein Kind für Sie überstylt?
BORNHAUSER: Wenn es wie die Zwillinge von Mariah Carey angezogen ist, Trenchcoats, Handtaschen und Designerlederjäckli trägt und plötzlich zum Mini-Me wird. Kinder sollen draussen spielen und sich schmutzig machen können.
GUTSCHALK: Warum Eltern ihren Kindern Kunstfrisuren verpassen, kaum dass sie laufen können, ist mir ein Rätsel. Muss man einem 2-Jährigen
wirklich einen Kamm scheren?

Neu werden Nicole Gutschalks und Andrea Bornhausers Tipps zu Kindermode, Wohnen, Reisen und anderen Familiengeschichten auch einmal in der Woche auf annabelle.ch/familianistas zu lesen sein.
 

Kindermode der beiden Familianistas

Andrea Bornhauser (l.): Top ca. 120 Fr. von Cos. Bundfaltenhose mit Lederstreifen von Sandro 399 Fr. bei Globus. Lackschuhe mit Ponyfell 479 Fr. von Navyboot
Teo: Pullover 55 Fr. von C de C. Cordhose von Finger in the Nose 75 Fr. bei Zirkuss. Lederschuhe von Dera 155 Fr. bei Lolipop.
Nicole Gutschalk: Kleid von Maje 409 Fr. bei Globus Goldkette privat. Strumpfhose ca. 10 Fr. von Kunert. Wildlederpumps von L’Autre Chose 375 Fr. bei Lovers Lane.
Liv: Strickpullover 108 Fr., Tellerjupe 71 Fr., beides von Kekita bei Nepomuk. Wollstrumpfhose 12.90 Fr. von H&M. Lederstiefel von Momino 179 Fr. bei Lolipop

Weitere Kindermode sehen Sie auf den Folgeseiten, klicken Sie bitte einfach auf die Zahlen in Pink. Die Bilder der Mütter mit ihren Kindern sehen Sie auch oben in Gross.

 

Kindermode: Günstig muss nicht unmodisch sein

Susanne Gottet (41) mit Avery (7) und Cosmo (4)
«Meine Kinder haben keine teuren Kleider, nur Sachen von Zara und H&M. Günstige Kleider zu kaufen, heisst nicht, dass man unmodisch rumlaufen muss. Eine Jacke mit echtem Pelzkragen würde ich meinen Kindern nicht kaufen, auch wenn ich das Geld dazu hätte. Sowieso würde es mir nicht im Traum einfallen, bei Kinderlabels einzukaufen. Schon, weil ich selber auf Labels keinen Wert lege. Avery trägt eigentlich nie diese verspielten Mädchensachen – Jeans, Boots, das mag sie am liebsten. Sie ist kein Prinzesschen mehr. Cosmo würde am liebsten den ganzen Tag in einer Feuerwehrmann-Uniform rumrennen. Im H&M wollte er kürzlich einen Rennfahreranzug. Den musste er sich aber mit dem eigenen Geld aus seinem Kässeli kaufen.»

Susanne Gottet: Jacke von Patrizia Pepe 659 Fr. bei Jelmoli. T-Shirt ca. 120 Fr. von Zadig & Voltaire. Jeans ca. 177 Fr. von Current/Elliott. Pumps von Givenchy 520 Fr. bei Lovers Lane.
Avery: Kleid mit Ledergürtel von Scotch R’belle 149 Fr. bei Jelmoli Rotes Tütü, Vintage. Strumpfhose 9.90 Fr. von H&M. Stiefel mit Schnallen von Momino 199 Fr. bei Lolipop.
Cosmo: Blazer von Scotch R’belle 199 Fr. bei Jelmoli. T-Shirt von Scotch Shrunk 59.90 Fr. bei Jelmoli. Bluejeans von Levi’s 79.90 Fr. bei Jelmoli. Fellboots 180 Fr. von Ugg

Kindermode: Früh zu gutem Stil hinführen

Melanie Holzmann (37) mit Joshua (7), Eve (6) und Misha (3 1/2)
«Es macht Spass, für die drei Kleider auszusuchen: Ich möchte, dass meine Kinder stylish und cool angezogen sind, ohne dass man gleich sieht, welche Marken sie tragen. Als sie Babys waren, kaufte ich auch mal einen Gucci-Strampler, aber je älter Kinder werden, desto abgedroschener wirkt es, wenn sie nur in Designersachen rumlaufen. Sie sollen ihre Wertschätzung
für Luxus und Qualität nicht verlieren. Das ist mir wichtig.»

Melanie Holzmann: Kariertes Cape mit Lederschnallen von Ralph Lauren 2230 Fr., Tweedblazer von Burberry Prorsum 1695 Fr., beides bei Grieder. Seidenbluse von Gucci, Preis auf Anfrage. Lederhose ca. 4010 Fr. von Hermès. Overkneestiefel ca. 1800 Fr. von Hermès.
Eve (stehend): Mantel ca. 213 Fr. von Junior Gaultier. Hemd ca. 98 Fr. von Paul Smith Junior. Taillenjupe von Simonetta Mini 339 Fr. bei Gassmann. Strumpfhose privat. Cowboystiefel privat.
Joshua: Jackett von Hacket 339 Fr., Pullover von Hacket 99 Fr., Baumwollhemd von Hacket 89 Fr., Jeans mit Gürtel von Fendi 359 Fr., alles bei Gassmann. Moccassins von Walder Shoes
199 Fr. bei Jelmoli.
Misha: Wollblazer von Simonetta Mini 434 Fr., Kaschmirpullover von Polo bei Ralph Lauren 369 Fr., Jupe von Gucci 310 Fr., alles bei Gassmann. Strumpfhose privat. Lederstiefel von Gucci, Preis auf Anfrage

Kindermode: Im Internet entdecken

Angela Tomas (37) mit Gian-Pol (6) und Ferran (4)
«Ich achte darauf, dass ich den Buben hauptsächlich Kleider kaufe, die aus nachhaltigen Materialien gefertigt sind. Schon von daher betreibe ich wahrscheinlich mehr Aufwand bei der Kleidersuche als andere Mütter, aber bisher hat es sich gelohnt, ich habe online schon viele kleine Kinderlabels entdeckt. Vieles kriegt man übrigens im Schweizer Onlineshop Zirkuss.ch. In der Schweiz ist es irgendwie nicht so einfach, die Buben cool anzuziehen. Die Auswahl ist nicht so gross wie bei den Mädchen. Ich kaufe meistens Jeans und T-Shirts mit – da legen die Jungs Wert drauf – coolen Drucken oder Stickereien.»

Angela Tomas: Jacke von Le Jean de Marithé François Girbaud 779 Fr. bei Jelmoli. T-Shirt von Armedangels 49 Fr., Bluejeans von Monkee Genes 129 Fr., Kaschmirschal von Koi by König Walter
279 Fr., alles bei Wink. Lederstiefel privat.
Gian-Pol (l.): Langarmshirt von Esp No.1 68 Fr., Jeans von k.j. 89 Fr., Lederstiefel von BonTon 142 Fr., alles bei Zirkuss.
Ferran: Strickcardigan von Popupshop 119 Fr. bei Zirkuss. T-Shirt 98 Fr. von Kazu Huggler. Cordhose von Monkee Genes 99 Fr. bei Wink. Lederstiefel von Bisgaard 125 Fr. bei Lolipop

Kindermode: Trouvaillen statt immer Neues

Franziska Lüthy (38), Modedesignerin, mit Charlotte (1)
«Statt dauernd neue Kleider zu kaufen, schaue ich regelmässig in Kinderkleiderbörsen vorbei. Einfach, weil mir spannender scheint, was man dort findet, ältere Sachen, schöne Einzelstücke,
richtige Trouvaillen. Die Kinder tragen die Sachen ja nur kurz, schon von daher lohnt es sich nicht, immer alles neu zu kaufen. Mal ganz abgesehen vom Umweltaspekt. Wenn ich Zeit und Lust habe, nähe ich auch selber mal was. Manchmal liegt ein Stück Strickstoff rum, woraus man einen kleinen Pulli machen kann. Ich ziehe Charlotte kein Meitli-Chichi an. Wenn sie später Glitterprints oder ein Hello-Kitty-Jäckli anziehen möchte, darf sie das schon, so dogmatisch bin ich auch wieder nicht. Wenn aber alles aus Polyester wäre, dann müssten wir einen Kompromiss finden.

Franziska Lüthy: Cardigan 329 Fr. von Franziska Lüthy. Hemdbluse von Claudia Zuber 320 Fr. bei Vestibule. Cordhose von Sessùn 209 Fr., Schnürschuhe
von Royal Republiq 189 Fr., beides bei Dings. Socken privat.
Charlotte: Strickpullover 63 Fr., Wollleggins 65 Fr., beides von Selena of Switzerland bei Nepomuk. Lederschuhe von Tera 155 Fr. bei Lolipop
 

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