Mode Suisse

Backstage an der Mode Suisse

Text: Gina Sergi; Fotos: Bon Wongwannawat

Backstage an der Mode Suisse
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Backstage an der Mode Suisse
Backstage an der Mode Suisse
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Roland Rahal und Kathrin Jokubonis verleihen einem Model den letzten Schliff, bevor es auf den Laufsteg geht.

Die Charles Aellen Company AG sorgt für die Frisuren an der Mode Suisse.

Mit dem Dyson Supersonic Föhn können Haare schonend gestylt werden und wirken geschmeidig und glanzvoll.

Charles Aellen kontrolliert die Looks.

Für das Make-Up ist MAC Cosmetics zuständig.

Der erste Make-Up Look in Arbeit: Glitzeraugen.

Kathrin Jokubonis, Lead Make-up Artist von Mac Cosmetics beim Schminken.

Roland Rahals Lieblingsstück seiner Kollektion: Das schwarze Kleid mit der Federboa von Mourjjan.

An der 16. Mode Suisse von Yannick Aellen präsentierten acht Schweizer Labels und zwei Modeschulen ihre neuen Designs. Dyson gewährte uns einen Blick hinter die Kulissen der Modeschau und zeigt die Arbeit, die hinter dem Glitzer und Glamour der Show steckt.

Der Catwalk der diesjährigen Mode Suisse befand sich zum ersten Mal unter freiem Himmel, nämlich im fünften Stock auf der langgezogenen Terrasse der Allgemeinen Berufsschule in Zürich. Nur einen Stock weiter unten befindet sich der Backstage-Bereich, versteckt hinter einer Fotowand. Wir zwängen uns hinter die Fotowand und stehen schon mitten im hektischen Geschehen: Models, die in Schlabberpullover oder nur in Unterwäsche herumhuschen – meist mit einem Snack in der Hand – und gestresst wirkende Dresser, Coiffeure, Make-up Artists und weitere helfende Hände. Der erste Raum ist das Modelzimmer. Es ist der Ort, wo sich die Stars des Abends zurückziehen, plaudern und sich am Buffet stärken können. Die Models werden erst relativ kurzfristig für die Show vom Mode-Suisse-Team ausgewählt. Dies aus dem einfachen Grund, dass man so auf die Models zählen kann und weiss, dass Outfits und Styling passen.

Zahlreiche Kleiderstangen mit den Outfits stehen an den Wänden entlang des langen Gangs im Backstage-Bereich. An jedem Kleidungsstück hängt ein Zettel. Darauf der Name des Models, welches das Teil tragen darf, und ein Foto von der Anprobe – damit jedes Model und jeder Dresser weiss, welcher Stoff an welchen Körper gehört. Die Dresser, meist Designstudenten, helfen den Models beim Anziehen. Natürlich checken die Designer vor dem Laufsteg nochmals, ob alles richtig sitzt, und bei komplizierten Looks legen die Macher selbst Hand an.

Wir betreten das vollste Zimmer im Backstage – den Stylingroom. Hier werden in stickiger und stressiger Atmosphäre Haare und Make-up der Models gezaubert. Dort treffen wir Charles Aellen, Lead-Hairstylist der Mode Suisse, der uns mehr zur Kreation der Looks erzählt.

annabelle: Charles Aellen, wie passen Sie Ihr Styling an die gezeigte Mode an?
Charles Aellen: Wir arbeiten schon seit Jahren mit Yannick Aellen und seinem Team zusammen. Sie schicken uns Inspirationen zu, wir machen Vorschläge, und so trifft man sich irgendwo in der Mitte. Es ist ein langer und kreativer Prozess, wobei die Zusammenarbeit im Vordergrund steht.
 
Sprechen Sie sich mit den Designern ab?
Nein, normalerweise nicht. Es gibt aber immer spezielle Wünsche, die wir zu berücksichtigen versuchen. In der Regel haben die Designer aber Vertrauen in unser Schaffen.
 
Werden die Looks vor der Show ausprobiert?
Ja, es gibt ein paar Tage vorher einen Haartest. Pro Look haben wir ein Model. Da schauen wir gemeinsam mit Yannicks Team, was passt und wo man etwas ändern muss.
 
Sind diese Tage stressig für Sie?
Nein, es macht Freude. Klar ist es anders, als in einem Salon zu arbeiten. Aber durch meine Erfahrungen bei zahlreichen Fashionshows lasse ich mich nicht stressen. Für mein Team kann es aber schon hektisch werden.
 
Welche Produkte braucht man, um die Looks zuhause nachzustylen?
Das kommt ganz auf die Frisur und den Haartyp an. Föhn, Glätteisen oder Gel. Zuhause heisst es einfach ausprobieren!
 
Was darf in Ihrer persönlichen Hairstylingtasche nie fehlen?
Ein gutes Shampoo. Das ist der Grundstein für den ganzen Look. Wenn die Basis stimmt, kann das Styling einfacher weitergeführt werden. Es lohnt sich ausserdem, in ein professionelles Gerät zu investieren. Ich persönlich benutze vor allem Backstage den Dyson Supersonic Föhn.

 

Im gleichen Raum entsteht auch das Make-up. Wenn möglich wird dies erst nach dem Haarstyling gemacht – die Hitze und die Luft vom Föhnen könnten das Make-up verwüsten. Kathrin Jokubonis, Lead Make-up Artist von Mac Cosmetics, beantwortet unsere Fragen, während sie den Pinsel an einem Model schwingt:

annabelle: Kathrin Jokubonis, wie haben Sie die Looks für die Mode Suisse kreiert?
Kathrin Jokubonis: Es gibt drei Gruppen, und jede hat einen anderen Look. Alle sollten natürlich und mit verschiedenen Texturen aufgebaut sein und die Persönlichkeit unterstreichen.
 
Wie sehen die Looks aus?
Der erste ist ein regelrechter Eyecatcher. Die Augen werden mit Glitzer umrahmt, dies soll wie Schmuck wirken. Das restliche Gesicht ist natürlich gehalten: wenig Foundation und die Lippen nicht geschminkt.
Der zweite Look hat stark betonte Wimpern und etwas Gloss auf den Lidern. Auch hier verwenden wir nur wenig Foundation und natürliche Lippen.
Der letzte Look ist ein kompletter Nude-Look. Da haben wir nur Concealer eingesetzt, wo es nötig war. Augen und Lippen haben nichts drauf. Lediglich die Augenbrauen wurden mit einem Gel etwas aufgeraut. That’s it.
 
Natürlichkeit liegt also im Fokus?
Ja genau. Endlich kommen wir weg von diesem Masken-Make-up!
 
Warum setzen Sie keine Farben ein?
Weil die Models für verschiedene Designer laufen und sich die Farbe im Gesicht mit der Mode beissen könnte. Anstatt mit Farbe spielen wir mit Texturen.
 
Ihr Lieblingstipp?
Vorbereitung ist das A und O. Mit schön gepeelter und gepflegter Haut und Lippen sieht das Gesicht schon ohne Make-up schön aus. Dann wird mit leichten Texturen nachgeholfen.
 
Haben Sie noch mehr Beautyhacks?
Ich mische gern Sachen oder zweckentfremde sie – einfach ausprobieren!
Und für einen tollen Mascara-Look sollte man die Wimpern wie gewohnt tuschen, in der üblichen Zickzackbewegung. Danach mit der Spitze der Mascara-Bürste einzelnen Wimpern einen extra Touch geben. Das sieht so gut aus, da muss man sonst gar nichts mehr machen.

 

Neben den Models und Assistenten schwirren auch die Designer selbst im Backstage herum. Wir haben uns Roland Rahal geschnappt, einen der Designer von Mourjjan, um mehr über seine Kollektion zu erfahren:

annabelle: Roland Rahal, was war die Inspiration für Ihre Kollektion?
Roland Rahal: Das Leben ist ein Zirkus, und egal was passiert, egal in welcher Rolle, egal was das Leben uns bringt: Wir sollten es geniessen. Unsere Kollektion steht deshalb unter dem Motto «Circus of Life».
 
Haben Sie ein Lieblingsstück aus der Kollektion?
Das erste Kleid unserer Show mag ich besonders: das schwarze Kleid mit den Glitzerdetails und der Federboa. Es soll ein Gesicht darstellen, das in den Dschungel eintaucht.
 
Was ist speziell an dieser Kollektion?
Sie wurde gemeinsam mit syrischen Flüchtlingen gemacht, und ich durfte mit ihnen zusammenarbeiten. Die Einnahmen nach der Mode Suisse sollen diese Flüchtlinge unterstützen.
 
Wieso machen Sie in der Schweiz Mode?
Wieso nicht? Wir leben hier, und es war einfach klar, dass wir hier Mode machen werden. Unser Style ist anders als die Mode in der Schweiz. Das gibt der Schweizer Modewelt einen gewissen und anderen Touch mit all den Farben und der Dramatik.
 
Was spricht gegen Ihren früheren Wohnort London?
London wäre eine Möglichkeit, aber da ist die Mode schon extravaganter als hier. Deshalb wollen wir hier in Zürich bleiben. 
 
Wie beschreiben Sie Ihren Style in drei Wörtern?
Feminin, farbenfroh und von den Schnitten von Yves Saint Laurent inspiriert.
 

Während hinter den Kulissen fleissig weiter gepudert und geföhnt wird, laufen einen Stock höher die letzten Vorbereitungen für die Show. Bald treffen auch schon die ersten Gäste ein, die vom ganzen Backstage-Wirbel nichts mitkriegen. Sie geniessen das glitzernde Spektakel, während nur ein paar Meter unter ihnen alles dafür vorbereitet wird. Man sagt nicht umsonst: Der Backstage-Bereich ist das Herz der Show.

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