Christa Rigozzi

«Ich bin eine Entertainerin»

Redaktion: Nathalie De Geyter, Text: Leandra Nef, Foto: Nadine Ottawa

Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
Business-Looks mit Christa Rigozzi
e
f

Überlanger Wollblazer von Blazé Milano 1326 Fr. bei Mytheresa.com. Rollkragenbody 225 Fr. und Strumpfhose mit Logo-Print 55 Fr., beides von Wolford. Vergoldete Gliederkette 990 Fr. von Studio Mason. Pumps mit Schnallen 645 Fr. von Rochas.

Rückenfreie Weste mit Print ca. 990 Fr. und Hose ca. 1020 Fr., beides von Off-White. Brille Dotey aus Titan 537 Fr. von Götti. Pumps 429 Fr. von Boss. Ringe privat (auf allen Fotos).

Hellblauer Blazer mit Doppelknopfreihe 539 Fr. von Marc Cain. Darunter hellgelber Blazer von Theory 780 Fr. bei Maison Gassmann.

Taillierter Blazer mit Schulterpolstern ca. 920 Fr. und weite Anzughose ca. 570 Fr., beides von Dries van Noten. Sneakers von Superga 79 Fr. bei Pomp It Up.

Blazer 1195 Fr. und Anzugshose 529 Fr. aus einem Mohair- Seiden- Gemisch, und transparentes Top 239 Fr., alles von Max Mara. Mules mit Schnallen von Jil Sander Navy 359.90 Fr. bei Jelmoli. Bürostuhl von Bogen 33, Preis auf Anfrage.

Blazer 749 Fr. und Wickeljupe 599 Fr. aus Leder, beides von Boss. Lederpumps ca. 640 Fr. von Acne Studios. Korsett privat. Armschmuck privat (auf allen Fotos). 

Trenchcoat 3490 Fr., Blazer 3490 Fr., Bluse 995 Fr. und Hose 1390 Fr., alles von Akris. Lederpumps ca. 640 Fr. von Acne Studios. Ohrclips Vintage von Versace 398 Fr. bei Love at the Bus Stop.

Hemd mit Brusttaschen ca. 1100 Fr., Radlerhose ca. 450 Fr. und Ledergürtel mit Taschen ca. 1260 Fr., alles von Fendi. Socken 12.95 Fr. von Nike. Sneakers von Superga 79 Fr. bei Pomp It Up

Blazer aus Wollmix 2210 Fr., transparenter Jupe aus Nylon 720 Fr. und Pumps aus Satin mit Blockabsatz 640 Fr., alles von Miu Miu. Sonnenbrille 369 Fr. von Prada.

Blazer mit Kontrastkragen und Reissverschluss 3500 Fr. von Louis Vuitton. Ohrclips Vintage von Moschino 398 Fr. bei Love at the Bus Stop.

Welche Rolle spielten Kleider auf ihrem Weg von der Miss Schweiz zur Geschäftsfrau? Moderatorin und Geschäftsfrau Christa Rigozzi (35) zeigt die Business-Looks der Saison und spricht über Karriere, Kleider und Kompetenz.

Dieses Interview hätte persönlich stattfinden sollen. Dafür wäre Christa Rigozzi – und man glaubt es ihr aufs Wort – nach einem Zehn-Stunden-Shooting und trotz Grippe gern noch länger in Zürich geblieben. Aber weil der Gotthard über Nacht gesperrt werden soll, musste sie sofort los, um noch gleichentags ins Tessin zu ihrer Familie zu kommen.

Dann eben aus dem Auto per Freisprechanlage. Anzeichen von Müdigkeit? Gejammere, weil sie krank ist? Nicht bei ihr. Christa Rigozzi ist ein Profi. Sie gilt als finanziell erfolgreichste Miss Schweiz aller Zeiten. 2006 zur schönsten Frau der Schweiz gewählt, hat sie sich schnell einen Namen als Moderatorin von Unterhaltungsshows und Events gemacht. Ab Sommer 2017 moderierte sie an der Seite von Jonas Projer die SRF-Liveshow «Arena/Reporter» mit Themen wie Kesb, Grenzwachkorps oder Frauenrechten. Inzwischen wurde die Sendung aus Kostengründen wieder abgesetzt. Für die Tessinerin hat die Zeit aber gereicht, um sich mit souveränen Auftritten als ernstzunehmende Stimme zu etablieren. Neben Professionalität beweist Christa Rigozzi dabei eines immer wieder: Stilsicherheit – damals als Miss Schweiz genauso wie heute als Moderatorin.

annabelle: Christa Rigozzi, mit «Arena/Reporter» haben Sie sich an ernste Themen gewagt. Wie wichtig war Ihr Outfit für einen kompetenten Auftritt?
Christa Rigozzi: Es sollte weniger meine Kompetenz unterstreichen, als zur Sendung passen. Dass ich ein solches Format moderieren kann, war klar, sonst hätte mich das SRF nicht angefragt. Im Vordergrund standen das Thema, die Gäste und das Publikum – es war uns wichtig, dass diese Dinge in Erinnerung bleiben und nicht, was ich getragen habe. Wir setzten darum eher auf Hosenanzüge statt auf Cocktailkleider.

Wer ist «wir»?
Für wichtige Liveshows im Schweizer Fernsehen berate ich mich mit SRF-Chefstylistin Tatjana Kotoric. Sie kennt mich seit Jahren und weiss genau, was mir steht.

Sie sprachen von klassischen Hosenanzügen. Derjenige aus der ersten Sendung war grasgrün – nichts, was eine Tagesschau-Sprecherin tragen würde. Wurden Sie als ehemalige Miss Schweiz anders beraten als andere Moderatorinnen?
Bei der Tagesschau liegt der Fokus klar auf den News. «Arena/Reporter» war aber auch eine Unterhaltungssendung. Ausserdem komme ich aus der Werbung, aus dem Showbusiness. Und ich liebe die Mode. Hätte das SRF das nicht bewusst gesucht, hätte es jemand anderes engagieren müssen. Mit den Farben – elektrisierendes Blau, Rot, Gelb, Grün – wollten wir meine Persönlichkeit unterstreichen. Farbe für Christa!

Wie wichtig ist Stil im Berufsleben?
Fachkompetenz und Persönlichkeit stehen immer an erster Stelle. Aber Stil ist enorm wichtig, um sich zu präsentieren und zu verkaufen – unabhängig davon, in welcher Branche oder für welchen Event jemand arbeitet. Wichtig ist, dass das Styling zum Anlass passt. So wie ein Pizzaiolo wegen des Mehls kein Schwarz trägt, würde ich eine Kaderkonferenz nie in einem Paillettenkleid moderieren. Das wäre lächerlich.

Hilft Ihnen auch abseits der Livesendungen eine Stylistin, solche Pannen zu vermeiden?
Bei Events entscheide ich allein über mein Outfit. Ich bin stilsicher, das wissen die Leute, sie vertrauen mir. Ich pflege enge Kontakte zu Labels, besuche Modenschauen und Showrooms. Die Kollektionen für den nächsten Herbst habe ich bereits gesehen: ich werde viele Ton-in-Ton-Outfits tragen.

Sie haben sicher auch schon mal daneben gegriffen.
Einmal habe ich im «Badrutt’s Palace» in St. Moritz einen Sport-Event mit internationaler Presse moderiert. Ich trug das schwarze Spitzenkleid eines amerikanischen Designers, mit enger Korsage und kurzem, ausladendem Tüllrock. Sehr sexy. Nicht sexy genug für den Designer. Als er mich darin sah, quietschte er: «So schöne Beine!», nahm eine Schere und schnitt den Rock noch kürzer. Hallo?! Da habe ich mich dann ziemlich unwohl gefühlt. Nur die Männer, die haben das geschätzt. (lacht)

Apropos Männer: Frauen argumentieren gern, dass Männer es im Berufsalltag einfacher hätten, stilsicher aufzutreten. Mit dem Anzug besässen sie eine Art universelle Uniform. Stimmen Sie zu?
Nein. Sowohl für Männer als auch für Frauen gibt es viele Möglichkeiten, stilsicher zu sein oder eben nicht: Accessoires, Frisuren, Outfits vom schicken Dreiteiler mit Krawatte bis hin zum ausgebeulten Anzug.

Ein weiterer Diskussionspunkt: In der Öffentlichkeit stehende Frauen würden eher auf ihr Äusseres reduziert als Männer.
Das ist schade. Wenn ich die Bundesratswahlen oder einen Talk am WEF schaue, tue ich das wegen des Inhalts, nicht wegen Äusserlichkeiten. Wenn ich mir hingegen ein Konzert von Beyoncé ansehe, will ich sehr wohl wissen, was sie trägt. Umgekehrt dürfen die Zuschauer auch gern auf meine Kleidung achten, wenn ich eine Sendung moderiere.

Stört Sie das weniger, weil Sie es sich als ehemalige Miss Schweiz gewohnt sind, auf Äusserlichkeiten reduziert zu werden?
Das musste ich zu Beginn meiner Karriere akzeptieren: Ich habe einen Schönheitswettbewerb gewonnen – dank meiner Schönheit. Erst im Nachhinein konnte ich zeigen, wer Christa ist. Konnte zeigen, dass ich fünf Sprachen spreche, spontan bin, hart arbeite. Schönheit verschafft sicherlich manchmal Vorteile. Aber schöne Menschen müssen auch härter kämpfen, um zu zeigen, dass sie etwas können. Ich habe viele Interviews gegeben, damit mich die Menschen besser kennenlernen.

Das scheint funktioniert zu haben.
Heute wissen die Menschen, was ich kann. Ich darf Livesendungen wegen meines Könnens moderieren, nicht wegen meines Äusseren. Dennoch bin ich nach wie vor Entertainerin, bewege mich in einer glamourösen Welt. Die Leute erwarten von mir, dass ich perfekt aussehe, modebewusst, schlank und gepflegt bin. Ich erlebe das aber nicht als Reduktion auf mein Äusseres. Es ist schlicht normal in meiner Branche. 

Producer: Martin Berz; Model: Christa Rigozzi; Haare und Make-up: Nicola Fischer; Fotoassistenz: Sabina Bösch und Johanna Hullár; Modeassistenz Chiara Schawalder

Empfehlungen der Redaktion

Das Kompliment

Liebe Christa Rigozzi

Von Kerstin Hasse

Digitale Post

Das Beste aus unserer Redaktion jede Woche in Ihrer Mailbox

Mehr aus der Rubrik

Keypiece

Overall

Von Chiara Schawalder