Das grosse Hundeshooting

Diese Hunde bekommen keine Leckerli

Redaktion: Dinah Leuenberger (Text), Daniella Gurtner, Michèle Boeckmann (Mode); Fotos: Sven Bänziger, Monica Pozzi

Diese Hunde bekommen keine Leckerli
Diese Hunde bekommen keine Leckerli
Diese Hunde bekommen keine Leckerli
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Antonia Schröder (53) mit Jolie (9), Deutscher Schäfer und Berner Sennenhund. Dazu Pablo (5), Rhodesian Ridgeback; Aura (7), Golden Retriever; Gyles (8), Labrador Retriever; Nacho (2), Mittelpudel, und Tina (4), Border-Collie-Mix

Das Shooting ist für Antonia Schröder eine ungewohnte, aber spannende Erfahrung

Alle sechs Hunde warten gebannt, während Antonia Schröder von unseren Stylingprofis fürs Shooting vorbereitet wird

Antonia Schröder betreibt eine Hundepension und erzieht die Tiere nach dem Natural-Dogmanship-Konzept. Was es damit auf sich hat und warum sie ihre Hunde manchmal anknurrt, hat sie annabelle im Interview zum grossen Hundeshooting erzählt.

annabelle: Antonia Schröder, Ihr Umgang mit den Hunden ist speziell. Wodurch zeichnet er sich aus?
Antonia Schröder: Ich arbeite mit den Hunden nach dem Natural-Dogmanship-Konzept. Es geht dabei weniger darum, was ich als Besitzer brauche, sondern was der Hund braucht. Ich gehe auf die Instinkte der Hunde ein und arbeite nicht mit Leckerli.

Die Hunde bekommen nie ein Leckerli?
Nein.

Sie haben einen eigenen Hund, betreuen im Hundehotel aber auch fremde Tiere. Springen die Ferienhunde schnell auf Ihre Art der Erziehung an?
Ja, sehr. Aber ich mache das auch schon seit zehn Jahren. Das Problem sind die Hundebesitzer, sie sind Amateure und müssen zuerst lernen, wie man die Methode anwendet. Viele Menschen glauben, einen Hund zu erziehen, sei einfach. Aber man kann auch keine Schulklasse betreuen, ohne eine Lehrerausbildung zu haben.

Gehen Sie mit den Hunden um wie mit Menschen?
Sie haben natürlich andere Bedürfnisse als wir. Ich liebe Hunde mehr als Menschen, und ich respektiere sie mehr. Aber ich vermenschliche die Tiere nicht.

Ihre eigene Hündin, Jolie, hiess früher Ronja. Wie kams zum Namenswechsel?
Jolie kam mit zwei Jahren als Problemhund zu mir. Ihre früheren Besitzer hatten sie Ronja getauft. R ist für Hunde aber ein unangenehmer Laut, er klingt wie knurren. Bei Natural Dogmanship knurrt man den Hund an, wenn er etwas nicht darf. Darum habe ich sie umgetauft.

Gibt es etwas, das Sie mit Jolie gemeinsam haben?
Wir sind beide sehr dominant.

Gibt es etwas, das Sie an Jolie nervt?
Sie ist ein Controllfreak.

Und worüber ärgert sich Jolie bei Ihnen?
Auch ich muss alles kontrollieren können. Es gibt schon gelegentlich Zickenkrieg zwischen uns beiden.

Wie würde der Film über Sie und Jolie heissen?
Das darf Jolie jetzt nicht hören, aber eigentlich hätte ich den Film am liebsten mit Gent gedreht, das war mein früherer Hund. Leider ist er gestorben. Mit Jolie könnte der Film «Schlüssel zum Herzen» heissen, symbolisch für die zweieinhalb Jahre, die es gedauert hat, bis sie ihren Platz in meinem Herzen gefunden hatte.

Wie hat Jolie Ihr Leben verändert?
Ich bin durch sie härter geworden. Das hat wohl auch mit dem Zickenkrieg zu tun.

Die gesamte Modestrecke finden Sie in der annabelle-Ausgabe 2/17.

– Informationen zum Natural-Dogmanship-Konzept finden Sie hier: natural-dogmanship.ch

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