Die Geschichte von OPI

OPI: Oupiäi - die Geschichte der kultigen Nagellack-Marke und ihre Gründungsgeschichte.

«I'm not really a waitress» (Ich bin eigentlich keine Kellnerin), «My auntie drinks Chianti» (Meine Tante trinkt Chianti) oder «Wanted... Red or alive» (Gesucht... Rot oder lebendig) - hier gehts weder um ein amerikanisches «Was bin ich?» noch um ein Fremdouting bei den Anonymen Alkoholikern noch um ein fehlgetextetes Fahndungsplakat. Hier gehts um Nagellacke. Hinter dem Produkt und den kreativen Namensschöpfungen steckt Opi, ein kalifornisches Beautylabel, das sich auf Nagelpflege spezialisiert hat. Und sich bei den Stylisten Hollywoods grösster Beliebtheit erfreut.
 

George Schaeffer gründete OPI

Auch eher ungewöhnlich ist der Anfang dieser Erfolgsgeschichte. Denn alles begann mit Zahnprothesen und einem Mann namens George Schaeffer. Der heute 61-jährige Gründer und CEO von Opi ist nie ohne seine Hosenträger anzutreffen und trägt des öfteren auf jedem Fingernagel einen anderen Farblack. In seinem Büro dreht eine elektrische Eisenbahn ihre Runden, voll beladen mit Nagellackfläschchen, die der Chef an seinen Besuch verteilt - an Stelle von Visitenkarten.
 

Was bedeutet OPI?

George Schaeffer wurde in Ungarn geboren, seine Eltern waren Überlebende des Holocaust. 1956 emigriert die Familie in die USA in der Hoffnung, den American Dream zu leben. Am City College in New York erwirbt George Schaeffer einen Abschluss in internationaler Wirtschaft und steigt ins familieneigene Textilunternehmen ein, das Unterwäsche und Sportbekleidung herstellt. Obwohl er damit erfolgreich ist, fehlt ihm «die sonnige Lebensqualität». Und er sucht eine neue berufliche Herausforderung. Die Traumdestination ist diesmal Südkalifornien, wohin er 1981 mit der Familie zieht und wo er eine kleine Firma für Zahnarztbedarf kauft, die Odontorium Products Inc., kurz O. P. I.

Zu den treuen Kunden der Firma zählten zahlreiche Nagelstylisten, die das eigentlich für Zahnprothesen verwendete Acryl orderten. Von ihnen erfährt George Schaeffer, dass das Dentalacryl viel mehr zur Herstellung künstlicher Nägel taugt als die handelsübliche Variante. Damit ist sein Ehrgeiz geweckt: Wenige Monate später begibt er sich mit seinem neuen Produkt, einem Material für künstliche Nägel, auf Verkaufstour zu den Nailstudios in Downtown LA ? und hier beginnt die Erfolgsgeschichte des neuen Opi.

Acht Jahre später erweitert Opi seine Produktepalette um Nagellacke, für George Schaeffer ein folgerichtiger Schritt: «Was tut man, wenn der Kunstnagel fertig manikürt ist? Es kommt Farbe drauf!» Der kreative Kopf hinter den Lack-Kollektionen ist George Schaeffers Schwägerin Suzi Weiss-Fischmann, Vizepräsidentin und von Anfang an dabei. Ihr Flair für Mode, ihr untrügliches Gespür für Farben und dafür, was Frauen wollen, haben entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Für jede Opi-Kollektion kreiert sie zwölf Neuheiten, die perfekt zu den aktuellen Trends auf den Laufstegen passen, und stellt sie unter ein geografisches Thema wie Route 66, Greek Isles oder Japanese.
 

OPI goes global

Diese Idee der weltumspannenden Verortung seiner Lacke geht auf eine Vision George Schaeffers zurück: Er will aus seiner Firma ein internationales Unternehmen machen, das es Frauen rund um den Globus ermöglicht, an der Opi-Farbenwelt teilzuhaben. Und damit diese Farbenwelt in der Masse existierender Pinks und Rottöne nicht untergeht, werden die Lacke nicht wie branchenüblich durchnummeriert, sondern mit Namen versehen, die unter Umständen wenig bis nichts mehr mit Farbe zu tun haben. Aber die auffallen, in Erinnerung bleiben. Marketing at its Best, also.

Als heute weltweit grösster Hersteller für Nagelpflegeprodukte füllt das Unternehmen pro Tag 150 000 Fläschchen ab, die in 75 Nationen vertrieben werden. Der Umsatz beträgt 104 Millionen Franken pro Jahr. George Schaeffers American Dream hat sich also erfüllt ? und er lässt andere daran teilhaben. Mit der Schaeffer Family Foundation unterstützt seine Familie zahlreiche gemeinnützige Projekte und Organisationen auf der ganzen Welt. Aber auch die 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können finanzielle Unterstützung erhalten, beispielsweise für die Ausbildung ihrer Kinder. Denn, so George Schaeffer, «ohne die Menschen, die hier arbeiten, wäre Opi heute nicht, was es ist».

Die Nagellack-Kollektion für den nächsten Winter ist übrigens Frankreich gewidmet. La Collection de France ist inspiriert von der ungezwungenen Eleganz der französischen Mode und amüsiert einmal mehr mit Produktenamen wie «You don?t know Jacques!» (Du kennst Jacques nicht!) oder «Louvre me Louvre me not» (Louvre mich, Louvre mich nicht). Quel Plaisir.

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