Summer in Switzerland

Schluchten, Seen und Bergketten: Diesen Sommer entdecken wir die Schweiz

Text: Céline Geneviève Sallustio

e
f

Madonna del Sasso

Wunderbarer Blick auf Locarno und den Laco Maggiore in Orselina: Die Walllfahrtskirche Madonna del Sasso ist eine der bedeutendsten historischen Plätze im Tessin. Der Ort gilt auch als guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die umliegenden Berge, da er sich in unmittelbarer Nähe der Talstation der Bahn Orselina-Cardada-Cimetta befindet. Und: Der Weg hinunter zur Piazza Grande führt an zahlreichen Kappelen und an einer wunderbaren Naturlandschaft vorbei. Für alle Gourmands: Das Ristorante Cittadella, das sich mitten in der Altstadt befindet. 
Foto: swiss-image.ch/Ivo Scholz

 

 

Viamala-Schlucht

Die Viamala-Schlucht ist ein Treffpunkt für Wanderer. Von dort führen zahlreiche Wanderwege durch dunkle Schluchten, sagenhafte Täler und auf atemberaubende Berge. Abenteuerlustige, die die Viamala-Schlucht von einer anderen Perspektive erleben möchten, können dies vom Wasser aus tun: Beim Viamala-Canyoning können die bis zu 300 Metern hohen Felswände entdeckt werden.
Foto: swiss-image.ch/Ivo Scholz

Sion

Für Weinliebhaberinnen: Sion ist die sonnenverwöhnteste Stadt der Schweiz. Es überrascht daher nicht, dass die Kleinstadt zu den wichtigsten Schweizer Weingebieten zählt. Nebst den zahlreichen Weindegustationen können sportliche Gäste die Velotour Châteaux de Sion wagen. Die Route führt durch terrassenförmig angelegte Weinberge, Obstgärten, Wälder und Dörfer - vorbei an Burgen und Alpenpanorama.
Foto: swiss-image.ch/Andreas Gerth

 

 

Brienzer Rothorn

Die einzige Schweizer Zahnradbahn, die Brienz-Rothorn-Bahn, führt von Brienz aufs Rothorn Kulm. Nach der 15 Kilometer langen Strecke oben angekommen, gewährt das Brienzer Rothorn eine unglaubliche Sicht auf den Brienzersee mit Dreigestirn - Eiger, Mönch und Jungfrau - im Hintergrund. 
Empfehlenswert: Eine Schiffsfahrt auf dem türkisplauen Brienzersee nach Interlaken. Die Stadt wird normalerweise von gut siebzig Prozent ausländischen Touristen besucht. Dieser Sommer bietet also eine gute Gelegenheit, ein etwas ruhigeres Interlaken zu entdecken. 
Foto: swiss-image.ch/Ivo Scholz

 


 

Neuenburgersee

Der grösste See, der vollständig in der Schweiz liegt: le Lac de Neuchâtel. Die Strecke rund um das Gewässer bietet ein tolles Velo- und Skatingnetz. Ausserdem findet man beim Campingplatz VD8 in Cheseaux ein Bade-Juwel der Extraklasse: Sandstrand und ein von Pinien gesäumtes Ufer. Falls Sie in einem der Restaurants auf dem Campingplatz eine Glace bestellen wollen, dürfen Sie endlich mal wieder Französisch sprechen. Das fühlt sich an wie Sommerferien in Südfrankreich!
Foto: Switzerland Tourism/David and Kathrin Photography and Film 

Valposchiavo

Borgo di Poschiavo - so nennen Einheimische ihr Stadtquartier. In Wirklichkeit ist der Borgo jedoch keine Stadt: Mit zirca 1500 Einwohner ist er gewissermassen die Stadt im Valposchiavo. Auf der Piazza können Besucherinnen etwas italiensiche Luft schnuppern: Das Ristorante Motrice serviert die besten Pizzoccheri im Tal und das Biobistro Semadeni verkauft feine hausgemachte Glaces. Für alle Besucherinnen ein Muss: ein Besuch in der Tessitura Valposchiavo, einer der letzten Handwebereien der Schweiz.
Ans Ende der Schweiz gelangen Sie ab Chur mit dem Bernina-Express. Es erwartet Sie eine spektakuläre Alpenüberquerung. 
Foto: Valposchiavo Turismo

 


 

Val Frisal

Für Hobby-Botaniker: Das Gletschervorfeld, die Wasserläufer und ein Flachmoor machen das Val Frisal zu einem Ort mit seltener Flora und Fauna. Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt im ältesten Dorfteil von Brigels in Cuort am Flembach. Die knapp sechstündige Wanderung führt an zahlreichen Feuerstellen vorbei - die schönsten finden Naturliebhaberinnen beim Aufstieg entlang der Flem.
Foto: Surselva Tourismus

Baden

Die einstige Hauptstadt der Schweiz hat einiges zu bieten: Egal ob eine abenteuerliche Gratwanderung von Baden über die Lägern nach Regensberg, Entspannung im Bagno Naturale - natürlich heisse Quellen - oder der atemberaubende Garten des Kunstmuseums Villa Langmatt. Wer den Tagesausflug bei einem Negroni ausklingen lassen möchte, besucht am besten die Triebguet-Frischluftbar. Die Bar befindet sich direkt an der Limmat mit Blick auf die wunderschöne Altstadt. Und: Sie dürfen Ihren Cervelat selber in der Bar grillieren und dabei dem Live-Konzert lauschen.
Foto: Stadt Baden/Tibor Nad

Klöntalersee

«Chlüntel» : So nennen Glarner ihren wunderschönen, fjordähnlichen Bergsee. Dieser ist am besten mit den ÖV oder via Wanderung zu erreichen. Ausgangspunkt ist Riedern, wo man am besten dem Bach, der Löntsch, Richtung Klöntalersee folgt. Vor dem Löntschtobel mit der Löntschtobelbrücke links abbiegen - sehr sehenswert. Von dort aus alles hoch bis zur Schwammhöhe. Der Wanderweg führt direkt zum Restaurant Schwammhöhe, wo man eine atemberaubende Aussicht geniessen darf. Zum See runter ist es dann nicht mehr weit. Für alle, die s'Chlüntel gerne länger geniessen möchten: Am Bergsee liegt der symphatische Campingplatz Gütnlenau - inmitten der idyllischen Natur.
Foto: Samuel Trümpy

Gotthardpass

Für Architekturinteressierte, wandernde Hobbygeologinnen und sportlich ambitionierte Velofahrerinnen: der Gotthardpass. 
Foto: swiss-image.ch/Andre Meier

Sommerferien in der Schweiz? Daran dachte Online-Praktikantin Céline Geneviève Sallustio nicht im Entferntesten – nun bleibt ihr wohl keine andere Option. Auf der Suche nach den schönsten Schweizer Seen, Tälern, Schluchten, Bergen und Städten. 

Ich verzockte mein Geld beim Roulette in Las Vegas (warum musste ich immer auf Schwarz setzen?), wanderte Stunden durch den atemberaubenden Jungle hoch zum Machu Picchu, um dann knapp 30 Minuten auf der touristischen Inkastätte zu verbringen. Und: Ich fischte Oktopusse in Halong Bay und wurde von einer Mücke gestochen. Das Resultat: Dengue-Fieber.

Diesen Sommer wollte ich etwas bescheidener verbringen: ohne Flugzeug und nur in Europa. Ich buchte also für Juni ein Interrail-Ticket von Zürich über Valencia nach Barcelona. Meine Hoffnung – trotz Corona meine Zugreise ins Ausland antreten zu können – wollte ich um keinen Preis aufgeben. Bis die Grenzen dichtmachten und ich dazu gezwungen wurde. Schweren Herzens drückte ich also dem jungen Herrn am SBB-Schalter meine Zugbillette in die Hand und flüsterte: «Das Retourgeld bitte.»

Dieses Jahr gibt es also keine 16-stünidge Zugfahrt, keine Tapas auf Las Ramblas und keine Flasche Hacienda Monasterio in El Carmen. Das Schlimmste ist für mich jedoch: keinen warmen Sand zwischen den Zehen spüren zu können, kein Meeresrauschen in den Ohren und keine Salzrückstände auf der gebräunten Haut zu haben. 

Es ist ein Phänomen meiner Generation, behaupte ich, nicht Tourist im eigenen Land sein zu wollen. Viel lieber suchen wir nach Life Changing Adventures in Australien, nach der Vida Loca und unserer inneren Latina in südamerikanischen Städten und nach Entspannung und Kulturschock in Bali. Hauptsache, möglichst weit weg von der vermeintlich langweiligen und stressigen Schweiz. Schliesslich wollen wir etwas erleben.

Doch Berge, Natur und ja, sogar Entspannung findet man auch hierzulande. Nicht umsonst sind das die drei häufigsten Hauptreisemotive einheimischer Gäste. Dieses Jahr heisst es für mich und viele andere also Summer in Switzerland und so mache ich mich auf die Suche nach den schönsten Flecken der Schweiz, die ich im Sommer gerne (wieder-)entdecken möchte. Von meiner Heimatstadt Baden, wo man nicht nur in warmen natürlichen Quellen enstpannen, sondern auch eine abenteuerliche Gratwanderung über die Lägern bis nach Regensberg wagen kann, bis ans Ende der Schweiz: Poschiavo, die östlichste Schweizer Gemeinde, wo man italienische Luft schnuppern und eine der letzten Schweizer Handwebereien besuchen darf. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie und lassen Sie sich zu Ihrem nächsten Ausflugsziel inspirieren.

Übrigens: Für den Spätsommer ist bereits eine Reise angedacht: zu Fuss von meiner Heimatstadt Baden über den Gotthardpass bis ins Tessin. Gelebt wird aus dem Rucksack, geschlafen im Zelt. Eine grosse Herausforderung – ganz ohne Geldausgeben, Massentourismus und Tropenkrankheiten. 

 

Empfehlungen der Redaktion

Sommerferien in der Schweiz

Mehr aus der Rubrik

Fab Five

Reisen: 5 Dinge, die man in Tokio getan haben muss

Von Dinah Leuenberger