Weltreise

14 Tage, 7 Städte: Die Weltreise kann beginnen

Text: Stefanie Rigutto; Fotos: Laurent Brust

  • Fingerzeig Gottes: Ketut Liyer, der berühmteste Heiler Indonesiens

«You are very smart. Yes, very smart. Und sehr erfolgreich.» Reporterin Stefanie Rigutto trifft den berühmtesten Heiler Indonesiens.

«You are very smart. Yes, very smart. Und sehr erfolgreich.» Ketut Liyer fährt sich über den Kopf, als suche er nach Worten. Dann ergänzt er: «Du wirst hundert Jahre alt werden.» Jetzt entblösst er sein Gebiss. Zwei Zähne sind ihm geblieben, und die sind gelb. Dunkelgelb!

«Du hast ein schönes Ohrläppchen und eine gerade Nase», fährt er fort. Dann blickt Ketut Liyer wieder in die ihm dargebotene Hand. «Oh», entfährt es ihm, «du darfst nicht zu schnell Auto fahren.» Er kichert und fragt zum wiederholten Mal: «Wie alt bist du?» Er selber sei nicht mehr der Jüngste: «97 Jahre!»

Ketut Liar — Lügner

Ketut Liyer ist ein Heiler im Hippie-Dörfchen Ubud auf der Insel Bali. Dank dem Selbstfindungsbestseller «Eat Pray Love» ist er der berühmteste Heiler Indonesiens. Bereits morgens um zehn Uhr stehen die Touristen Schlange. Ich muss eine Nummer ziehen, wie auf der Post. 25 Dollar verlangt Ketut Liyer für eine zehnminütige Sitzung – für Bali eine freche Summe.

Ketut Liar – Lügner – nennen ihn die Einheimischen. Nicht nur, weil er Geld verlangt für etwas, das eigentlich mit Gaben honoriert wird. Sondern vor allem, weil er auch Ihnen, liebe Leserin, sagen würde: «You’re very smart.»

In 14 Tagen um die Welt. Crazy? Oberflächlich?

Heute Bali. Übermorgen Sydney. Vorgestern war ich in Bangkok. Vor fünf Tagen lief ich durch Dubai. Ich mache Ferien – liege aber nicht auf der faulen Haut. Ich reise um die Welt. In 14 Tagen. Crazy? Aber sicher! Musse ist nicht das Ziel, beim Wort «Slow Travelling» bekomme ich einen Ausschlag. Und für Jules Vernes «In achtzig Tagen um die Welt» habe ich ein müdes Jetlag-Lächeln übrig.

Oberflächlich? Klar! Und eben doch nicht: Selten gab es eine Reise, von der ich mit so vielen Eindrücken nachhause gekommen bin, von der ich so lange gezehrt habe. Darum, lesen Sie weiter, auch wenn Sie sich das selber nie antun würden – wobei «antun» natürlich das falsche Wort ist.

Die Reise kann beginnen: Erster Halt Dubai.

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