Reisetipps

Klug im Zug

Text: Verena Edinger; Foto: GettyImages

Tipps Zugfahren

Wie und wann reist es sich mit der Bahn am bequemsten? Und worauf sollten Sie schon beim Buchen achten? Unsere praktischen Tipps für eine ganz entspannte Zugreise.

«Eine Zugfahrt, die ist lustig, eine Zugfahrt, die ist schön.» Damit wirklich alles glatt läuft, vom Buchen bis zum Reisen, und Sie gut mit der Bahn in die Ferien starten können, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Buchen: Apps, Interrail und Sitzplatzreservationen

Natürlich kann man Zugbillette auch auf traditionellem Weg am Schalter kaufen, allerdings finden wir die bahneigenen Apps von SBB, ÖBB, Trenitalia & Co. am praktischsten. Hier sehen Sie auf einen Blick alle Informationen zur Bahnstrecke oder Verbindungsmöglichkeiten und haben Ihr Ticket jederzeit elektronisch mit dabei. Wenn Sie am liebsten morgens in einer neuen Stadt aufwachen möchten, empfehlen sich Nachtzüge. Die ÖBB bietet drei Komfortklasse-Schlafabteile an und fahren nachts direkt ab der Schweiz nach Berlin, Hamburg, Wien, Graz, Prag, Budapest und Zagreb. So sparen Sie auch die Übernachtung im Hotel.

Für günstige Angebote gilt ausserdem: Verbindungen unter der Woche und so früh wie möglich buchen, da Sparbillette oft limitiert sind. Vergleichen Sie auch die Preise auf den Websites der ausländischen Bahngesellschaften – diese sind manchmal eine Spur günstiger als auf der SBB-Site. Und wenn Sie mindestens vier Bahnfahrten innerhalb eines oder mehrerer europäischer Länder planen, zahlt sich der One Country Pass oder Global Pass von Interrail aus. Zudem bleibt man beim Interrail flexibel: Man kann die Tage und Strecken innerhalb der gekauften Reiseperiode spontan bestimmen und so einfach in den nächsten Zug einsteigen.

Bei längeren Reisestrecken sollten Sie eine Sitzplatzreservierung machen, um zu vermeiden, dass Sie den Platz für reservierte Tickets freimachen müssen. Bei Bahnfahrten nach Frankreich, Italien und Ungarn ist eine Sitzplatzreservierung nachts obligatorisch und im Ticketpreis inbegriffen. Werden Ihnen an einem starken Reisetag keine Sitzplätze mehr angezeigt, variieren Sie das Endziel. Möglicherweise kann man einen Sitz noch für eine Teilstrecke reservieren und muss so nur eine oder zwei Stationen stehen. Über welche Ausstattung der Zug verfügt, sehen Sie beim Online-Buchen in der Legende. Sollten Sie sich trotzdem nicht sicher sein oder wollen Sie mehr spezifische Information, wie etwa, in welchem Wagon Velos erlaubt sind, lohnt sich ein Blick auf die Website vagonweb.cz Hier sind fast alle Züge Europas mit ihrer spezifischen Konfiguration aufgelistet.

Planen Sie auch vor Ort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, lohnt es sich, beim Buchen des Zugbilletts auch ÖV-Tickets mitzukaufen. Im TGV können Metro-Tickets für Paris im Zug gekauft werden. Mit dem EuroCity-Billett erhält man zudem 20 Prozent auf City-Sightseeing-Touren.

Packen: Volle Akkus, Adapter und Proviant

Noise-Canceling-Kopfhörer, Nackenkissen und Proviant gehören bei Zugreisen selbstverständlich ins Gepäck. Das sollte am besten flach und aus Stoff sein, damit der Koffer oder die Tasche gut in die eher schmalen Gepäckfächer über den Sitzen passen. Ausserdem unbedingt vorher Mobiltelefone, Laptops, Tablets und Powerbanks voll laden – denn auch wenn die meisten Züge mittlerweile über Steckdosen verfügen, kann man die nicht immer für sich allein beanspruchen. Ausserdem immer an einen Adapter denken, wenn Sie Geräte mit einem dreipoligen Schweizer Stecker anschliessen möchten.

W-Lan ist zwar mittlerweile in vielen Zügen Standard. Trotzdem: Besser vorher zuhause Filme, Musik oder E-Books downloaden, da die Internetverbindung nicht immer stabil ist und die Bahngesellschaften gemäss Fair-Use-Prinzip das Datenvolumen aufteilen oder nach einem gewissen Megabyte-Verbrauch auf eine langsame Geschwindigkeit herunterdrosseln.

Reisen: Kinderabteil, Wecker und Faulenzen

Verreisen Sie mit Kindern, fahren diese dank speziellen Angeboten oft gratis mit. Und nicht nur das: Viele Bahngesellschaften verfügen auch über Kinderabteile. In diesen darf es gern auch mal etwas lauter zugehen, es gibt Tischchen zum Zeichnen oder Spielen, Wickeltische und – wie bei den ÖBB – ein Kinderkino.

Ansonsten: Machen Sie es sich bequem, und sehen Sie die Zugfahrt als Beginn Ihrer Ferien. Endlich mal Zeit, um in Ruhe einen guten Krimi zu lesen, diese eine tolle neue Netflix-Serie zu binge-watchen oder sich einfach mal dem Tagträumen hinzugeben, während die Landschaft vorbeizieht. Und stellen Sie sich zur Sicherheit – auch wenn Sie nicht vorhaben, ein Nickerchen zu machen – einen Wecker, der Sie zehn Minuten vor dem Um- oder Aussteigen weckt. Sie wollen ja nicht Ihre Ferien verpassen!

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