Heft 21/15

Weisse Stille: Hamilton Lodge auf der Belalp VS

Redaktion: Frank Heer; Fotos: Ornella Cacace

Weisse Stille: Hamilton Lodge in Belalp VS
Weisse Stille: Hamilton Lodge in Belalp VS
Weisse Stille: Hamilton Lodge in Belalp VS
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Refugium auf 2100 Metern: Weit und breit kein Auto – dafür winterliche Romantik bis zum Horizont

Ob Wellness oder Interieur: Die Hamilton Lodge gibt sich nordisch

Da annabelle-Redaktorin Barbara Achermann lieber in autofreien Dörfern Skiferien macht, wählte sie die Hamilton Lodge auf der nur mit einer Seilbahn erreichbaren Belalp.

Seit ich in einem autofreien Dorf Skiferien gemacht habe, kommt für mich nichts anderes mehr infrage. Geht man abends raus, hört man nur die Schuhe im Schnee knirschen, mein Inbegriff von Bergromantik. Klar ist es komfortabler, mit dem Gepäck direkt in die Tiefgarage zu fahren. Aber das für den Preis von Autokolonnen, die sich auf der matschigen Hauptstrasse durchs Dorf schieben? Da schleppe ich lieber.

Die Belalp gehört zu der Handvoll Walliser Wintersportorten, die nur mit der Seilbahn erreichbar sind. Kleiner als die Riederalp, grösser als Rosswald, 60 Kilometer Piste, blau, rot, schwarz, Schlittelweg, Kinderlift. Im Panorama inbegriffen sind 17 Viertausender und der Aletschgletscher. Die Hamilton Lodge liegt auf 2100 Metern nahe der Gondelbahn und klingt erst mal gar nicht nach Wallis. Tatsächlich hat das Haus einen globalen Charme, man duzt sich, die Atmosphäre ist ungezwungen. Die Gäste sind zwischen dreissig und fünfzig, urban, manche mit Kindern, aus den Beneluxländern oder der Schweiz, man kommt rasch miteinander ins Gespräch. Die Zimmer, nordisch freundlich, wurden im Herbst mit neuen Holzböden und Textilien ausgestattet. Draussen im Schnee nehmen drei Frauen ein Bad im Hot Tub, im Restaurant flackert ein Feuer, die Speisen, mit nettem Smalltalk garniert serviert, heben sich ab vom Älplermagronen-Einerlei, die Produkte sind frisch und regional, die Rezepte international. Auch die Deko ist ein witziger Mix aus Schweiz und Welt, bezeichnend dafür ist das Geschirr, das Hotelière Emma-Marie Wegink selbst designt hat, «Heidi goes Safari», der Lockenkopf ist von Elefanten umringt.

Emma-Marie Wegink und ihr Mann haben das Haus vor 13 Jahren entdeckt. Die Amsterdamerin war auf der Belalp am Wandern, um sich von ihrer Krebserkrankung zu erholen. Man spürt noch heute, dass hier jemand einen radikalen Neuanfang gewagt hat.

– Belalp, Blatten b. Naters, Tel. 027 923 20 43, www.hamiltonlodge.ch, DZ mit Frühstück ab 200 Franken, mit Halbpension ca. 240 Franken

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Barbara Achermann

Barbara Achermann ist Redaktorin und Reporterin im Ressort Reportagen. Sie möchte Geschichten erzählen, die in die Tiefe gehen und die man auch noch Wochen später gern liest.

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