Anders ist anders: Der Mazda CX-5 im Autotest

Text: Lara Weitzel

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annabelle-Testerin Lara Weitzel mag grosse Autos. Doch der neue Mazda ist ihr zu möchtegern.

Ich bin Pendlerin. Seit Jahren verbringe ich täglich mehrere Stunden im Zug. Luzern–Zürich. Zürich–Luzern. Natürlich fahre ich während der Rushhour hin und her, bin mit den Unannehmlichkeiten des Berufsschienenverkehrs also bestens vertraut. Da kommt mir etwas Abwechslung gelegen. Meine neue Oase der ganz privaten Fortbewegung: der Mazda CX-5. Ein Kompakt-SUV mit Skyactiv-Technologie. Mazda bezeichnet damit die Verbindung von Umwelt und Fahrspass. Beim Chassis des CX-5 etwa wurden satte hundert Kilo abgespeckt.

Mein Testmodell ist ein 4x4 mit 2-Liter-Benzinmotor und erreicht damit Energieeffizienzklasse D – kann also nicht wirklich das Vorzeigemodell der neuen Ökolinie sein. Entscheidet man sich anstatt für Vier- nur für Zweiradantrieb und wählt dazu das Modell mit 2.2-Liter-Turbodieselmotor, fährt sichs in Energieeffizienzklasse A. Nur so schafft man stilsicher die Verbindung zwischen cool und öko.

Grundsätzlich muss ich zugeben, dass ich einegewisse Sympathie für grosse Autos hege. In ihnen fühle ich mich sicher, ein wenig wie zuhause. Der Mazda CX-5 bietet zudem einen guten Mix. Er hat viel Platz (die Rücksitze lassen sich sogar automatisch herunterklappen), ist aber trotzdem kompakt. Er sieht chic aus und bietet zugleich die neusten Sicherheitssysteme: Spurhalte- und Spurwechselassistent, Totwinkelwarner, City-Notbremsassistent, Berganfahr- und Parkierhilfe, Rückfahrkamera; einen Unfall zu bauen, scheint in diesem Auto ein Ding der Unmöglichkeit.

Allerdings bin ich beim ersten, urplötzlichen Aufheulen des Spurwechselassistenten bei 120 km/h auf der Autobahn fast zu Tode erschrocken. Alarm ist gut, aber so ein Mordskrach ist bestenfalls nervig. Klar, man kann auf diese Sicherheitssysteme auch verzichten oder sie einfach ausschalten. Nur, was bringt dann das ganze Theater?

Am Mazda CX-5 gefällt mir das Design besonders gut. Inspiriert hat die Macher dabei – wie könnte es anders sein – die Tierwelt. Genauer: der Gepard beim Absprung. Zudem mag ich, dass sich das Smartphone spielend via Bluetooth mit der Soundanlage des Autos verbinden lässt. So bleibt mir erspart, an CDs oder irgendwelchen Verbindungsschnickschnack zu denken, den ich ja dann doch immer vergesse.

In Sachen Dynamik und Sportlichkeit hält der neue CX-5 nicht, was er optisch verspricht. Schliesslich macht er einen auf Möchtegern-Offroader. Da wäre etwas mehr Pfupf schon angebracht. Auch «leidenschaftlich anders» ist irgendwie anders, wie ich finde. So anders als alle anderen ist er nämlich nicht.

Modell: Mazda CX-5 2.0 AWD
Motor: 2.0 Liter Vierzylinder, Allradantrieb
Fahrleistung: 160 PS, von 0 auf 100 km/h in 10.5 s
Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
Masse: Länge 4.5 m, Breite 1.8 m, Höhe 1.7 m
Leergewicht: ca. 1500 kg
Kofferraumvolumen: 463–1620 l
CO2-Emissionen: 155 g/km
Energieeffizienzklasse: D
Verbrauch: 6.6 l/100 km
Preis: ab 30 500 Fr.
Infos: www.mazda.ch

 

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