Fab Five: Filme von Frauen

Unsere Highlights am Zurich Film Festival

Text: Lara Marty; Foto: Keystone

ZFF
  • Das Zürich Film Festival zeigt vom 26. September bis am 6. Oktober Filme aus aller Welt – auf dem Programm stehen so viele Werke von Regisseurinnen wie noch nie

Ein Drittel der 170 Filme, die am diesjährigen Zurich Film Festival gezeigt werden, stammt von Frauen. Ein Rekord! Wir wissen bereits jetzt, welche fünf Highlights wir uns nicht entgehen lassen.

Film ab: Zum 15. Mal werden in Zürich die grünen Teppiche ausgerollt. Über diese wird in den kommenden Tagen eine ganze Starparade schreiten, angeführt von grossen internationalen Namen wie Javier Bardem, Kristen Stewart, Cate Blanchett oder Nikolaj Coster-Waldau (Jawohl liebe GOT-Fans, der «Kingslayer» kommt und wir sind deswegen auch etwas aufgeregt).

170 Filme aus 58 Ländern sind es, die bis zum 6. Oktober am Zürich Film Festival ZFF über die Leinwände flimmern. Darunter sind so viele Werke von Regisseurinnen zu finden wie noch nie: 55 Stück - was einer Zunahme von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

Ihren Porträtfilm «Radioactive» über die Physikerin Marie Curie, der ersten Frau, die einen Nobelpreis gewann, wird Regisseurin Marjane Satrapi persönlich vorstellen. «My Zoe» von und mit Julie Delpy, die eine Wissenschafterin spielt, die ihr Kind klonen möchte, gilt als weiteres Zugpferd. Der Film läuft als Europapremiere und Delpy wird am Symposium «Women of Impact» über ihre Erfahrungen als Frau in der Filmindustrie sprechen. Noch etwas weniger bekannt, aber nicht weniger spektakulär und berührend sind die folgenden fünf Filme, die wir zu unseren «Fab Fives» erkoren haben und Ihnen ans Herz legen möchten. Nein, die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und Ja, ein Taschentuch würden wir vor allem bei «Immer und ewig» von der Schweizerin Funny Bräunig empfehlen.

 

«Systemsprenger» von Nora Fingscheidt 

Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Das 9-jährige Mädchen ist das, was man beim Jugendamt einen «Systemsprenger» nennt. Ein schwieriges Elternhaus und ein frühkindliches Trauma haben beim aufgeweckten und liebenswürdigen Mädchen tiefe Wunden hinterlassen.

«Una Primavera» von Valentina Primavera

40 Jahre voller Demütigung und Gewalt sind genug – nach dem jüngsten Aussetzer ihres Ehemannes reicht die Italienerin Fiorella Primavera die Scheidung ein.  Auf dem Weg zurück zur Selbstbestimmung wird Fiorella von ihrer Tochter und Regisseurin Valentina mit der Kamera begleitet.

«Immer und ewig» von Fanny Bräuning

Niggi und Annette starten eine Reise im Camper quer durch Südeuropa. Seit fast 20 Jahren ist Annette halsabwärts gelähmt und rund um die Uhr auf Niggis Pflege angewiesen. Mutig und mit Witz und Charme ringen die beiden dem Leben alles ab, was es an Schönem zu bieten hat. Regisseurin Fanny Bräuning ist die Tochter der beiden, und hat mit ihrem Film eine hinreissende Hommage ans Leben geschaffen.

«The perfect candidate» von Haifaa Al Mansour

Nachdem ihre Reiseerlaubnis wieder einmal nicht verlängert wurde und die Zufahrtsstrasse zu ihrer Klinik auch nach Jahren noch nicht asphaltiert ist, hat die junge saudi-arabische Ärztin Maryam genug. Wenn niemand für eine Veränderung sorgt, dann muss sie es eben selbst in die Hand nehmen. Gesagt, getan: Als erste weibliche Kandidatin lässt sich Maryam für den Stadtrat aufstellen.

«Scheme Birds» von Ellen Fiske, Ellinor Hallin

«Wer hier bleibt, wird schwanger – oder landet im Knast.» Von den guten Zeiten der einst blühenden schottischen Industriestadt Motherwell hat Gemma nichts mehr mitgekriegt. Als sie 1997 auf die Welt kam, waren die Stahlöfen erloschen, der Himmel ergraut, und ihre drogenabhängige Mutter war auch bald weg. Die Filmemacherinnen Ellen Fiske und Ellinor Hallin haben die Teenagerin über mehrere Jahre hinweg begleitet.

Mehr Informationen zu den Vorstellungen gibt es hier

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