Minimalismus

5 Dinge, die ich mir nicht mehr kaufe

Text: Vanja Kadic; Bild: Unsplash

Die Netflix-Dokumentation «Minimalismus – Weniger ist jetzt» beleuchtet, welche Rolle Konsum in unserem Leben spielt und inwiefern weniger Besitz die Lebensqualität aufwerten kann. Auch Redaktorin Vanja Kadic liess sich von der Minimalismus-Bewegung inspirieren.

Seit Jahren liebäugle ich mit dem minimalistischen Lebensstil und schaue mir immer wieder gern Youtube-Videos zum Thema, sogenannte Anti-Hauls, an. Minimalismus hat viele Vorteile, heisst es: Wer wenig besitzt, braucht weniger Platz, spart auf Dauer Geld, hat mehr Ordnung, ist flexibler. In der neuen Netflix-Dokumentation «Minimalismus – Weniger ist jetzt», die seit Januar verfügbar ist, zeigen die Filmemacher und Autoren Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus, wie sie ihr Konsumverhalten drastisch änderten und heute Millionen mit ihren Podcasts, Büchern und Filmen zum minimalistischen Lifestyle inspirieren.

In ihrem Film beleuchten sie die Frage, was uns im Leben wirklich erfüllt und welche Rolle dabei Konsum spielt: Welcher materielle Besitz ist tatsächlich nötig, wie viele meiner Sachen werten mein Leben wirklich auf? Die Message: In einer Zeit, in der wir uns mit einem Klick alles nachhause liefern lassen können, ist es leicht, im Leben den Fokus aufs Wichtige zu verlieren und sich in unüberlegtem Konsum zu verrennen.

Während «Minimalismus – Weniger ist jetzt» zum Nachdenken anregt, bezweifle ich, jemals ein materiell streng reduziertes Leben wie Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus zu führen. Der Krimskrams in meiner Wohnung macht mich glücklich. So clean und simpel wie die japanische Entrümpelungskönigin Marie Kondo werde ich nie wohnen – aber das ist auch nicht mein Ziel. 

Minimalismus wird oft als elitärer Hipster-Trend kritisiert. Möglichst wenig besitzen, dafür aber in qualitativ Hochwertiges investieren – diese Lebensrealität können sich nicht alle leisten, ein fairer Punkt. Interessant und sinnvoll finde ich die Bewegung dennoch. Vor allem, wenn man sich davon für künftige Kaufentscheide inspirieren lässt.

Der Minimalismus-Content verhalf mir zu einem verantwortungsvolleren Kaufverhalten. Impulskäufe gibts praktisch keine mehr, ich kaufe viel weniger und dafür überlegter. Auf einige Dinge, die früher selbstverständlich im Einkaufskorb landeten, verzichte ich heute komplett:

  • Modeschmuck 
    Ohrringe, Ringe, Armreifen – immer mal wieder kaufte ich mir in der Vergangenheit Modeschmuck bei Billigmodeketten. Spätestens nach dem dritten Tragen verfärbten sich die Stücke jeweils oder brachen auseinander. Nachdem ich im vergangenen Jahr bei einem Ring-Set in der Filiale einer schwedischen Modekette wieder schwach geworden war und die Ringe nach einigen Tagen grün angelaufen waren, schwor ich mir: Nie mehr Cheapo-Schmuck.
     
  • Alufolie 
    Alu- und Frischhaltefolie hat sich in meinem Haushalt als komplett unnötig entpuppt. Es gibt inzwischen gute Alternativen für Essensreste und Co.: Nebst Tupperware oder anderen Behältern kann man in der Küche etwa Bienenwachstücher nutzen. Diese sind wiederverwendbar, natürlich antibakteriell und kompostierbar. Auch auf Haushaltpapier, das ich früher in rauen Mengen verbrauchte, verzichte ich heute komplett und greife stattdessen einfach zum Geschirrhandtuch. Es lohnt sich, zu überlegen, ob man solche (Wegwerf-)Produkte nur aus Gewohnheit nutzt oder ob man sie wirklich braucht.  
     
  • Highheels 
    Ich lege mir keine unbequemen Schuhe mehr zu – in meinem Fall sind das vor allem Highheels mit dünnem Absatz. Es können die schönsten Stilettos sein, doch wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, weiss ich, dass ich sie nie tragen werde und sie schliesslich in einer Ecke verstauben. Ich lege mehr Wert auf Qualität: Früher shoppte ich beispielsweise billige Sommersandalen, die ausnahmslos immer schnell kaputt gingen oder so schmerzten, dass ich sie gar nicht tragen konnte.  
     
  • Partyzubehör 
    Ich weiss, es ist unsinnig, aber herzige Party-Dekoration ist mein Kryptonit. Girlanden, Lametta-Vorhänge, bunte Papierservietten? Kaufte ich haufenweise – auch wenns nichts zu Feiern gab. Ich hortete in zwei Schubladen «lustiges» Zubehör für den passenden Event zuhause, der viel zu selten kam, um zwei volle Schubladen zu rechtfertigen. Sehr unökologisch, sehr unnötig.
     
  • Souvenirs
    Nach einem Trip nach Mexiko vor einigen Jahren zog ich die Reissleine: Mein Koffer auf dem Rückweg war zum Brechen voll mit unnützen Souvenirs. Davon machten mir nur die wenigsten auf lange Dauer Freude. Ich habe den Grossteil inzwischen im Internet verscherbelt und meine Lektion gelernt: Der Strohhut, der am Strand toll aussah, wird zuhause früher oder später im Keller landen – lass es sein. Heute mache ich auf Reisen lieber schöne Fotos und kaufe zur Erinnerung eine Postkarte.

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