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Chani Nicholas: Die Star-Astrologin von Oprah & Co. im Interview

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Chani Nicholas: Die Star-Astrologin von Oprah & Co. im Interview

In der Astrologie führt kein Weg an Chani Nicholas vorbei. annabelle-Astrologin Alexandra Kruse traf die Kanadierin zum Video-Call – und war starstruck.

Jede Zeit hat ihre Ikonen. War es bis eben noch die legendäre Susan Miller, ohne deren Horoskope vor allem in der Modewelt so gar nichts ging, ist es jetzt die Kanadierin Chani Nicholas (46), die uns und Celebrities wie Lizzo oder Jane Fonda mit kosmischen Inputs versorgt. Sie hat eine riesige Social- Media-Fangemeinde, ist Chef-Astrologin von Oprah Winfreys Magazin, deutet auf Netflix VIP-Horoskope und hat sogar eine eigene App. Ihre moderne Astrologie soll zeigen, wie wir die Sterne für Selbstermächtigung und Potenzialentfaltung einsetzen können. Mit «Astro Power. Es steht in deinen Sternen» erscheint Chani Nicholas’ Bestseller jetzt in deutscher Übersetzung. Grund genug für ein Gespräch unter Kolleginnen, oder?

Am Himmel zog die rosige Liebesgöttin Venus gerade in die hochspirituellen Fische, als ich feststellte, dass ich «AM» mit «PM» verwechselt und unseren Zoom-Call mal eben für sechs Uhr morgens Schweizer Zeit geplant hatte. Klarer Fall von #mercuryretrograde – ich bat Chani also per Mail darum, den Termin zu verschieben. Sie schrieb sofort zurück, ob wir das Interview nicht einfach jetzt gleich machen wollten – bei ihr in L. A. war es morgens um halb sieben. Wie, jetzt sofort? Hilfe, ich wollte mit der wohl angesagtesten Astrologin unserer Zeit doch zumindest in der richtigen Bluse sprechen. Aber: Im Wassermann-Zeitalter geht es schliesslich um Instant-Vernetzung, ums Authentisch-Sein und darum, die persönlichen Grenzen zu sprengen. Halleluja, also los! Ich muss trotzdem drei Mal durchatmen, als Chani Nicholas’ Lockenmähne plötzlich in meinem Wohnzimmer auftaucht. Sie trägt einen weissen Hoodie – strahlend und klar wie sie selber.

Alexandra Kruse: Chani, ich habe der Redaktion versprochen, keinen Astro-Nerd-Talk abzuliefern, aber wie hat das «Age of Aquarius», die Zeit seit der Jahrhundert-Konjunktion Ende Dezember, für dich begonnen?
Chani Nicholas: Wir haben unsere Chani-App ein paar Stunden, nachdem Jupiter in den Wassermann ging, gelauncht. Meine Frau und ich werden vermutlich nie ein eigenes Baby haben, also ist die App so etwas wie unser Kind. Wir haben etwas wirklich Unglaubliches in die Welt gebracht, etwas, das uns gleichzeitig fordert und erschöpft. Generell ist dieses Zeitalter ja der Beginn von einem zweihundertjährigen Zyklus. Wir befinden uns also gerade in den ersten Momenten und ich denke, wir alle sollten darüber nachdenken, was jetzt gebraucht wird. Was ist die neue Art des Seins?

Was für eine schöne Antwort. Und wie schaffst du das alles?
Wir haben ein Team von Astrologen, mit denen ich an der App arbeite. Die Horoskope und Readings mache ich natürlich selber. Es gibt so viel Weisheit da draussen, ich bin so überwältigt vom astrologischen Wissen. Es ist eine Art von Coming-out, das gerade überall geschieht, der Beginn einer neuen Zeit. Als ich damals in die Thematik eingestiegen bin, war ich allein. So etwas wie mein Buch hat mir damals gefehlt. Ich spürte aber die Kraft dieser Kunst schon immer – umso mehr ist es traumhaft schön für mich, diese kollektive Hingabe an die Renaissance der astrologischen Traditionen zu erleben.

Erzähl mal. Wie lief der Prozess beim Schreiben des Buchs?
Prozess ist das richtige Wort – es war sehr chaotisch, um ehrlich zu sein. Dramatisch. Ich war bereits mit all den anderen Dingen, die ich so tat, überfordert. Mir ist erst kürzlich bewusst geworden, wie wichtig die letzten Jahre waren, um alles aufzubauen, aber auch, wie überarbeitet ich war. Ich habe den Abgabetermin oft verschieben müssen. Ein Buch zu schreiben und etwas von sich selber in ein physisches Objekt zu transformieren, ist wirklich schwer. Es war hoch emotional, eine stürmische, aber auch heilende Erfahrung. Ein grosses Loslassen, denn man weiss, dass man sich irgendwann wünschen wird, man hätte dies oder jenes nicht geschrieben – und dass es Fehler geben wird. Aber es hat ja auch etwas Magisches, dass Bücher nun mal irgendwann rauskommen müssen und dann für immer so bleiben.

Glaubst du daran, dass Astrologie heilen kann?
Ja, das glaube ich und das ist auch der Grund, weshalb ich mich mit Astrologie befasse – für mich ist es eine unglaublich intelligente und elegante Lehre. Wir können Astrologie auf sehr viele verschiedene Arten nutzen. Bei dieser lebenslangen Reise geht es darum, eine Beziehung mit den Sternen aufzubauen, sich auf den Prozess einzulassen, der einen auch an die eigenen Ängste heranführt und mit den eigenen Vorurteilen konfrontiert.

Das Thema Astrologie polarisiert ja auch. Wie reagierst du auf Kritiker?
Ich frage immer zurück, was diese Menschen bewegt. Was ist der Kontext ihres Lebens? Was hilft der Person, ihre Beziehung zu ihrer inneren Welt und damit zur äusseren Welt zu vertiefen? Wie ist sie mit der Natur verbunden? Man muss Astrologie nicht mögen, und ich erwarte auch nicht, dass das jeder tut. Für mich und viele andere Astrologinnen ist die Zeit, die wir gerade erleben, ein komplexer Moment. Eben weil ich dieses Handwerk und diese Kunst so sehr liebe, denke ich manchmal, dass Astrologie nicht so populär sein sollte.

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«Vielleicht glauben wir nicht an Astrologie, aber sie war schon immer da»

Wie meinst du das?
Astrologie hat immer an der Peripherie existiert. Nun bin ich jemand, der durch sie eine gewisse Aufmerksamkeit erlangt. Ich möchte natürlich, dass jeder Zugang zur Intelligenz seines Horoskopes hat, aber mir gefällt auch die Idee, dass es eben nicht für jeden ist. Es ist fragwürdig, was der Kapitalismus gerade mit der Astrologie macht – vieles wird verwässert und ist dann so weit weg von dem, was es eigentlich sein sollte. Also: Ich denke, es ist toll, wenn man Astrologie nicht mag. Ich denke nicht, dass jedem alles gefallen sollte. Es spielt sowieso keine Rolle, ob man an Astrologie glaubt oder nicht – sie ist im Gefüge der menschlichen Natur, der Menschheit, der menschlichen Evolution und mit unserem Bewusstsein verwoben. Die meiste Zeit unserer Existenz auf dieser Erde hatten wir keine Elektrizität. Wir hatten keine Computer, keine Bücher und Bildschirme – wir hatten nur den Himmel und die Natur. Und der Himmel erzählte uns seine Geschichte von den Jahreszeiten und von den Phasen der Sonne und des Mondes und der Finsternis. Bevor wir Elektrizität hatten, war der Nachthimmel unsere Referenz. In allen Kulturen gibt es Geschichten über den Himmel. Und so ist das Firmament in die Wissenschaft, die Literatur, in religiöse Riten, in Bräuche und Traditionen eingeflossen. Es ist doch so: Vielleicht glauben wir nicht an Astrologie, aber sie war schon immer da. Wir sollten alle ein bisschen mehr Dankbarkeit gegenüber dem Himmel haben.

Du wolltest Schauspielerin werden, warum ist es anders gekommen?
Ganz einfach, weil ich keinen Erfolg hatte. Keiner hat mich eingestellt, keiner wollte mich. Ich hatte eine Menge Spass beim Spielen, ich liebe das Theater. Wir haben so viele tolle Schauspieler und Regisseure und Autoren hier in L. A. – ich habe einfach eine andere Kunstform gewählt. Als ich damals nach L. A. kam, gab ich mir selber das Versprechen, nicht verbittert zu werden, aber genau das geschah. Das war der Moment, in dem ich realisierte, dass ich meinem eigenen Stern folgen muss, und ich ging zurück zu meinen früheren Wurzeln in der Heilarbeit. Ich unterrichtete Yoga und liess die Astrologie immer mit einfliessen, bis ich schliesslich nur noch mit Astrologie arbeitete. Ironischerweise landete ich dann wieder in Hollywood. Ehrlich gesagt, Jane Fonda und Lily Tomlin zu treffen war eines der Highlights meines Lebens.

Erzähl!
Jane war absolut fantastisch, zusammen waren sie unglaublich: Sie sind seit über vierzig Jahren befreundet und haben so viel Liebe füreinander. Als ich ihre Horoskope gelesen habe, haben sie sich immer wieder gegenseitig unterbrochen, die eine hat für die andere gesprochen. Und sie erzählten mir jeweils die passenden Geschichten über die andere. Es war so berührend, mit zwei Freundinnen zusammen zu sein, die sich seit Jahrzehnten gegenseitig unterstützen und lieben. Und sie waren so offen und positiv. Jane Fonda ist sich selbst immer treu, sie ist immer so gewesen, wie sie eben ist. Und als echte Schützin weiss sie einfach, wie man sich ständig wieder neu erfindet. Sie erreicht ihre Ziele und bleibt trotzdem bescheiden. Eine geborene Aktivistin – es gibt immer einen Grund, warum ein Star ein Star ist.

Jane Fonda ist Ende 1937 geboren, unser Magazin drei Monate später, am 1. 3. 1938 – kannst du uns eine kleine Prognose für die Zukunft abgeben?
Sehr gern! annabelle erlebt derzeit ihre Uranus-Rückkehr, eine Zeit, in der Innovationen, Aktualisierungen und Unterbrechungen veralteter Normen stattfinden. Es ist eine absolut aufregende Wachstumsphase, die das Unternehmen liebevoll zu zukunftsweisenden Systemen und modernen Arbeitsweisen zwingen wird.

Eine Sekunde nachdem Chani von meinem Bildschirm verschwunden ist, piepst mein Telefon. Die App meldet, dass die Venus im Fisch steht – ein idealer Moment für gute Gespräche. It’s magic!

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Buch

Chani Nicholas: Astro Power. Es steht in deinen Sternen. Wie du mit Astrologie dein wahres Potenzial erkennst und lebst. Verlag Goldmann, München 2021, 304 Seiten, ca. 24 Fr. bei Orell Füssli 

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