Neumond im Löwen am 12. August 2026: Licht aus, Wahrheit an
Eklipsen gelten astrologisch als Verdichtungsmomente, schreibt unsere Astro-Fee Alexandra Kruse über die Sonnenfinsternis zum Neumond im Löwen am 12. August 2026. Was das mit sich bringt, lest ihr hier.
- Von: Alexandra Kruse
- Bild: Unsplash
Power Moves, Ego-Struggle, Erdbeben, der Ätna spuckt Asche und auch sonst ist laut kosmischem Wetterbericht in diesen Tagen mit einigen – nennen wir sie liebevoll – Umbrüchen zu rechnen. Der Grund: eine totale und radikale Sonnenfinsternis im Zeichen Löwen.
Puuh, die dritte Hitzewelle in unseren Herzen ist das unaufhaltsame Sommermärchen 2026, langsam, aber sicher sind wir alle innerlich abgefackelt, gegrillt und weichgekocht. Wir sind kollektiv an unseren Resilienz- und Kapazitätsgrenzen angekommen. Und im Idealfall noch mit drei Kindern in drei verschiedenen Altersstufen, deren Freund:innen und anderen Eltern irgendwo im noch heisseren Süden.
Keine:r hat mehr Bock. Unsere Parks und Gärten sehen aus wie Wüsten, es hat seit Wochen keinen Regen mehr gegeben, die Flüsse haben Durst, die Wasserstände sinken. In Zürcher Flüssen fliesst teilweise nur noch ein Siebtel der üblichen Wassermenge – vom Müll der Street Parade mal ganz abgesehen. Am Morgen nach der Parade sieht Zürich jeweils aus, als hätte Dionysos persönlich versucht, die Bahnhofstrasse zu besetzen. Etwa 900’000 Menschen, Bass bis ins Zwerchfell, Glitzer in jeder Körperöffnung und am Ende rund 90 Tonnen Müll.
Für eine Stadt, in der an einem normalen Dienstag schon ein falsch entsorgter Karton moralische Erschütterungen auslösen kann, ist das fast schon beeindruckend effizient. Zürich kann eben vieles gleichzeitig: komplett eskalieren, sehr ordentlich bleiben und am nächsten Morgen so tun, als wäre nichts gewesen. Aber Double Standards sollen hier jetzt nicht das Thema sein.
Die Sonne geht aus
Viel wichtiger: Heute, am 12. August, geht die Sonne aus. Nicht metaphorisch, so ziemlich tatsächlich. Sonne und Mond treffen sich auf 20 Grad Löwe zu einem wirklich intensiven Neumond. Der Mond schiebt sich vor die Sonne und macht aus einem ohnehin wichtigen astrologischen Moment eine Sonnenfinsternis.
In Teilen Europas ist sie total zu sehen, andernorts partiell. Wer in der Schweiz eine totale Sonnenfinsternis erleben will, braucht noch etwas Geduld. Über der Schweiz wurde es zuletzt am 22. Mai 1724 vollständig dunkel und richtig dunkel-dunkel wird es erst am 3. September 2081 wieder.
Die Sonne ist das Zentrum all unseres Lebens, das unsere Welt zum Leuchten bringt; unsere Kraftspenderin, die für unsere Identität steht, unsere Vitalität und unser Selbstverständnis und die berühmte Frage, wer wir eigentlich so sind.
Der Mond hingegen regiert unsere Gefühle, unsere Bedürfnisse, unseren Instinkt und alles, was so unterhalb der ordentlich gebügelten Oberfläche passiert.
Bewusstsein und Gefühl treffen sich
Bei einem Neumond stehen beide am selben Punkt. Will heissen: Bewusstsein und Gefühl treffen sich im selben Raum und sind idealerweise einer Meinung. Normalerweise markiert das einen neuen, ungefähr 29 Tage dauernden Zyklus, der uns ermutigt, das Neue einzuladen, hübsch unsere Notizen zu schreiben und unsere Wünsche in den sternbeschnuppten Himmel steigen zu lassen.
Bei einer Sonnenfinsternis hingegen zeigt uns das Universum ganz klar und deutlich, wer hier am längeren Hebel sitzt. Eklipsen gelten astrologisch als Verdichtungsmomente, die Dinge beschleunigen sich aufs Unangenehmste, lange absehbare Entwicklungen werden auf einmal sichtbar, Türen gehen auf oder zu – oft mit diesem merkwürdigen Gefühl, dass ein Kapitel plötzlich nicht mehr verhandelbar ist.
Und als wäre das Ganze noch nicht drastisch genug, passiert das Ganze diesmal im dramatischen Zeichen Löwen. Löwe ist in einer idealen Welt Herz, Mut, Kreativität, Lebensfreude, Würde und Sichtbarkeit – quasi der rote Teppich des Tierkreises. Der Löwe kann grosszügig, warm, mutig und strahlend sein. Oder genauso gut nach Bestätigung hungern, Drama mit Leidenschaft verwechseln und jede noch so kleine Krise so aufbauschen, als hätte Netflix bereits die Rechte an der Story gekauft.
Was stimmt überhaupt noch?
Was von dem, was sichtbar ist, stimmt überhaupt noch? Diese Frage klingt zunächst harmlos. Ist sie aber nicht. Menschen können jahrelang sehr filmreife Leben führen, die von aussen brillant aussehen und sich von innen längst falsch anfühlen.
Karriere, Beziehung, Wohnung, Freundeskreis, Status, Familienrolle: alles hübsch arrangiert wie die Sonnenblumen von van Gogh, nur leider lebt darin niemand mehr besonders gern. Es gibt Beziehungen, die aussehen wie eine Ralph-Lauren-Kampagne und sich intern eher wie eine schlecht moderierte Eigentümer:innenversammlung anfühlen.
Jobs, die prestigeträchtig klingen, aber jeden Sonntagabend Migräne verursachen. Freund:innenschaften, die seit Jahren nur noch aus Geburtstagsherzen und «Wir müssen unbedingt mal wieder» bestehen.
Und Menschen, die so sehr damit beschäftigt sind, ein bestimmtes Bild von sich zu erhalten, dass sie irgendwann nicht mehr wissen, ob sie dieses Leben tatsächlich mögen oder nur sehr gut kuratieren.
Löwe hasst Halbherzigkeit
Profi-Tipp: Löwe hasst diese Art von innerer Halbherzigkeit. Löwe will Herz, nicht im Sinne von Romantik (auch!), sondern mehr im Sinne von Lebendigkeit. Und als wäre das noch nicht genug, ist Merkur – unser Kommunikationschef rund um diese Finsternis – ebenfalls ausgesprochen busy.
Merkur ist astrologisch unser Gehirn mit WLAN: Denken, Sprache, Nachrichten, Verträge, Kommunikation, Missverständnisse, Entscheidungen und selbstverständlich jene Nachricht, die man um 23:48 Uhr schreibt und am nächsten Morgen gern aus der Cloud entfernen würde.
Mars im moody Krebs macht die Sache emotional nicht unbedingt übersichtlicher. Mars steht für Willen, Handlung, Grenzen, Begehren, Wut und Durchsetzung. Im Krebs werden diese Themen sehr schnell sehr persönlich. Familie, Herkunft, Bindung, Vergangenheit und alte Verletzungen mischen sich auch noch ein.
Plötzlich geht es bei einem simplen Streit gar nicht mehr darum, wer den Müll runterbringt, sondern um Überbleibsel aus dem Jahr 1987. Um die eigene Mutter. Ums Verlassenwerden. Um Zugehörigkeit. Um die Frage, ob jemand überhaupt wichtig ist.
Es muss mit Chaos und Emotionen gerechnet werden
Merkur, ebenfalls im Löwen, steht in direktem Kontakt mit Uranus, Neptun und Pluto. Drei Planeten, die man in einer Krisensitzung wahrscheinlich nicht gleichzeitig an einen Tisch setzen würde.
Uranus steht für Überraschung, Befreiung und plötzliche Erkenntnisse. Er ist der kosmische Stromschlag, die eine Information, die das Fass zum Überlaufen bringt. Der eine Gedanke, der plötzlich etwas öffnet, das vorher festgefahren war.
Neptun dagegen ist der Nebel und regiert Fantasie, Sehnsucht, Spiritualität und Intuition – aber eben auch Projektion, Illusion und Selbsttäuschung. Neptun ist ganz wunderbar für Kunst und Musik; für nüchterne Beziehungsevaluationen eher weniger. Er ist der Planet, der sagt: «Ich sehe sein Potenzial», während alle Freund:innen bereits seit acht Monaten nur noch schweigen.
Pluto steht für Macht, Kontrolle, psychologische Tiefe, Tabus, Obsessionen und Wahrheiten, die man lieber hinter drei Umzugskartons im Keller gelassen hätte. Pluto zieht Dinge nach oben, die nicht mehr verdrängt werden können, und kennt alles, aber keinen Small Talk!
Wenn Merkur also gleichzeitig mit Uranus, Neptun und Pluto Karten spielt, während der Mond pokert, alles im Zeichen des Löwen stattfindet und die Sonne einfach mal an- und wieder ausgeht, muss mit einer gewissen geistigen Lautstärke, weltlichem Chaos und Emotionen gerechnet werden.
Was diffus war, wird glasklar
Erkenntnisse können plötzlich kommen. Gespräche können kippen. Unerwartete Nachrichten können in einem Moment alles verändern. Was lange diffus war, wird plötzlich glasklar – oder halt auch umgekehrt. Rechnen wir also mit dem Schlimmsten und erwarten das Beste.
So oder so ist es sehr gut möglich, dass wir in diesen Tagen erfolgreich den eigenen Wunsch mit Realität verwechseln und erkennen dürfen, dass nicht jeder paranoide Gedanke Wahrheit ist.
Das Gute an der Sache: das Universum spielt fair und hat die Venus, zuständig für Liebe, Beziehungen, Schönheit, Genuss, Werte, Selbstwert und Geld, höchstpersönlich am Freitag, ihrem Tag, aufgehen lassen!
Venus verwaltet alles, was angenehm und schön sein soll: Wenn wir bereit sind, für unser inneres und äusseres Gleichgewicht zu sorgen und das zu tun, was uns wirklich guttut. Aber es ist an uns Menschen, das zu erkennen. Und für uns zu sorgen. Und zu gucken, was wir sehen, wenn es dunkel wird. Im Idealfall unser inneres Leuchten und unser goldenes Herz.
Der Song dieser Mondphase:
1.
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Mit dem TGV nach Paris fahren.
Und die Ausstellung «Clair-obscur» in der Pinault Collection anschauen. Verarbeiten. Ein Teleskop besorgen. Sie zeigen uns das Mysterium des Himmels nochmal anders. Wichtig, wirklich wichtig: Wer es wagt, in das Herz der Sonne zu schauen, muss unbedingt einen Smart Solar Filter benutzen!
2.
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Nicht doch noch mit dem letzten Geld nach Ibiza fahren.
Es gibt jetzt schon Warnungen vor dem Verkehrs- und Eklipsen-Chaos, vor allem rund um den Alien-Felsen Es Vedrà. Die nächste sichtbare Sonnenfinsternis in Spanien ist schon nächstes Jahr wieder, also bitte: No Stress.
3.
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Den Tag der Finsternis ganz bewusst gestalten.
Druck und vor allem Drama rausnehmen, aktive Selbstfürsorge an erste Stelle stellen! Und daran denken: die Türen, die sich jetzt schliessen, waren schon lange rostig. Das Universum macht keine Fehler. Lassen wir alles auseinanderfliegen. Und schauen dabei zu, wie alles zurück in seine natürliche Ordnung kommt.
4.
4.
Trinken!
Genug trinken, WIRKLICH genug trinken. Wasser löscht Feuer. Am besten noch Elektrolyte dazugeben und rein damit. Beine hochlegen, nix machen und kommen lassen, was kommen will – aber auch gehen lassen, was gehen will!
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5.
Auf ein Date mit Venus.
Und es sich so richtig nach allen Regeln der Kunst schön machen. Und hinterfragen: Was begann, kippte oder wurde 2017/2018 sichtbar – und steht jetzt wieder auf der Bühne? Die letzten Sonnenfinsternisse im Löwen waren am 21. August 2017 und am 11. August 2018. Gruss an alle Themen, die auf einmal wieder da sind!
Klasse geschrieben!!! 👏👏👏👍
Danke!!!❤️
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