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Neumond in der Waage am 10. Oktober 2026: Balance ist eine Schönwetterfantasie

Neumond in der Waage am 10. Oktober 2026: Balance ist eine Schönwetterfantasie

Astrologisch ist dieser Neumond in der Waage am 10. Oktober 2026 eine Einladung, unsere Vorstellungen von Liebe, Nähe, Geld und Selbstwert zu überprüfen, schreibt Astro-Fee Alexandra Kruse. Was uns sonst noch erwartet.

Drei gesperrte Kreditkarten; eine fiebrige Mutter, die sich selbst mit einem Brotmesser so tief in den linken Zeigefinger geschnitten hat, dass sie seitdem wie E.T. durch die Gegend läuft; ein ebenso stark erkälteter Teenager, für den Nein zurzeit ein ganzer Satz ist: ein Ferienparadies.

Kosmo und ich haben uns unsere gemeinsamen Ferien anders vorgestellt. Sonniger vor allem. Es regnet seit drei Tagen Hunde und Katzen in Andalusien, alles dampft und der Felsen von Gibraltar könnte auch irgendwo in Rio sein.

Nach Monaten Hin und Her, Arbeiten, Organisieren, Alleinerziehen und dem täglichen Versuch, aus einem Tag eventuell noch einen zweiten herauszupressen, schien mir ein bisschen Liegen am Meer und der eine oder andere Ausritt auf einem dieser schönen Andalusier (immerhin ist das Jahr des Pferdes jetzt schon halb rum!) durchaus angemessen.

Stattdessen: ein Flug mit Fieber. Kann ich als Freizeitaktivität wirklich nicht empfehlen. Schön haben wir die Schweiz verlassen, um uns in Andalusien unter einer Decke aufzuhalten. Aber immerhin ist es ein 5-Sterne-Hotelbett mit Fernseher davor, perfekter Infrastruktur und Netflix.

Wir sind an einem wirklich herrlichen Ort, an dem es uns an nichts mangelt und man so ziemlich gut nichts tun könnte mit Meerblick und diversen Pools. Ich nicht. Ich kann arbeiten, kümmern, vorausdenken. Erholen kann ich offenbar erst, wenn das Wetter sämtliche Alternativen streicht. Drei Tage Regen bringen drei Segen, nur wann?!

Balance ist eine ausgesprochen attraktive Idee

Während draussen das Meer die Ferienplanung übernimmt, denke ich über Balance nach. Diese ausgesprochen attraktive Idee davon, dass irgendwann alles gleichzeitig einfach mal stimmt. Arbeit, Liebe, Kind, Konto, Schlaf. Vielleicht sogar die Eisenwerte.

Dass wir ausreichend Geld verdienen und ausreichend Zeit haben, dabei gut aussehen und niemanden enttäuschen. Und dann, wenn alles erledigt ist, ganz entspannt am Pool liegen. Ohne Haare an den Beinen. Insta-friendly halt. Ich finde, diese Zeit hat die Eigenschaft, alle Illusionen, die wir so jede:r auf seine:ihre Art und Weise haben, auseinanderzunehmen.

Am 10. Oktober treffen sich Sonne und Mond in der lieben und schönen Waage. Ein Neumond, der uns astrologisch dazu einladen will, unsere Beziehungen und die Verteilung unserer Kräfte noch mal genauer anzuschauen.

Empfindliches Gleichgewicht

Ausgerechnet die Waage, dieses Zeichen mit dem Ruf, Gwyneth Paltrow zu sein (wobei ihr Image auch nicht mehr das ist, was es mal war!) und für Harmonie zuständig zu sein. Dabei ist eine Waage ja per se ein äusserst empfindliches Instrument. Ein kleines Gewicht genügt, und schwupps, schon bewegt sich alles. Sternzeichen: Wippe!

Zweimal jährlich, zu den Tag-und-Nacht-Gleichen, kommen Licht und Dunkelheit einander ungefähr gleich. Ungefähr! Selbst dann sind Tag und Nacht nicht exakt gleich lang. Wir verlangen also etwas von uns, das nicht einmal die Erde sauber hinbekommt?! Eben. (An dieser Stelle muss ich direkt laut niesen, mein Sohn neben mir auch. «Mama, haben wir ein Taschentuch?» – «Wir haben 400, mein Schatz.» Dann rascheln in der Chipstüte, wir haben die Minibar schon dreimal durch.)

Die Waage gehört zum Element Luft und damit zu unseren Gedanken, Gesprächen, Perspektiven. Sie braucht Austausch und ist als «kardinales Zeichen» eins der vier Zeichen, die eine Jahreszeit (in dem Fall den Herbst) eröffnen. Das heisst viel Initiative und viel Bewegung, die die Waage anstossen will.

Reichlich Gelegenheit zur Revision

Begegnungen, Tische und Kontinente, sie will Verhandlung beginnen und Frieden bringen. Ihr Boss ist die sexy Venus, zuständig für Liebe, Schönheit, Genuss und unsere Werte.

Nur dass diese Venus, die für den Neumond zuständig ist, gerade im Darkroom unterwegs ist. Sie ist seit dem 3. Oktober im Skorpion rückläufig und das ist genauso giftig, wie es klingt. Hände hoch, wer in den letzten Tagen nicht dachte, dass irgendwas im Busch ist!

Astrologisch ist das Ganze eine Einladung, unsere Vorstellungen von Liebe, Nähe, Geld und Selbstwert zu überprüfen. Zwischenmenschlich einfach Drama O’Clock. Im Skorpion geht es dabei um das, was wir gern unter einer ausgesprochen glänzenden Oberfläche verstecken: unsere Angst vor Verlust, Abhängigkeiten, Eifersucht. Oder die Überzeugung, dass wir erst genug leisten müssen, um Zuwendung und Ruhe verdient zu haben. (Erneutes Niesen!)

Zum Neumond sind ausserdem Saturn, Uranus, Neptun und Pluto rückläufig. Es ist also reichlich Gelegenheit zur Revision vorhanden. So langsam macht meine Erkältung Sinn, am Ende handelt es sich um ein kosmisches Upgrade!

Was kommt hoch, sobald es still wird?

Für mich heisst das in diesen Ferien, einfach weiter zu niesen, die angebotenen Yogastunden weiter zu ignorieren, keine Körbe zu flechten und nicht zu überlegen, welches Motiv noch hübsch sein könnte. Und leider keine Delfine zu sehen.

Was ist eigentlich los mit mir, wenn ich einmal nichts organisieren muss? Was kommt hoch, sobald es still wird? Der Weg nach innen kann zunächst ziemlich ungemütlich sein. Da wartet nicht zwingend eine lichtdurchflutete Lounge mit einer aufgeräumten Seele.

In meinem Fall wartet dort schlicht die Erschöpfung der letzten Jahre – es ist und bleibt alles einfach too much. Und bevor wir uns neu mit anderen verbinden, dürfen wir uns selbst erst mal wieder mitbekommen und checken, wie es uns eigentlich selbst geht. Wo fehlt Verbindung? Wo fehlt eine faire Absprache? Und wo wäre es höchste Zeit, einmal jemanden zu enttäuschen, bevor wir uns selbst völlig abhandenkommen?

Vielleicht können wir uns zum Neumond eine Balance wünschen, die beweglich bleiben darf. Und bemerken, wenn eine Seite seit Monaten zu schwer geworden ist. Und dann etwas ändern. Um Hilfe bitten, eine Aufgabe abgeben, einen Termin absagen. Möglichst bevor drei Kreditkarten und der gesamte Organismus gleichzeitig streiken.

Ich bin wirklich kein gutes Beispiel, aber irgendwer muss all die Geschichten ja erleben, um sie zu erzählen. Darauf noch einen Kamillentee. Und: Irgendwann kommt die Sonne wieder. Natürlich kommt sie wieder. Immer wieder. Wenn wir unter der Decke hervorkommen, werde ich zugeben: Ich habe mich erholt. Vielleicht hat bis dahin auch jemand seine Rechnungen bezahlt. Und alles ist wie immer am Ende gut.

Der Song zu dieser Mondphase:

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Die To-dos zum Neumond:

1.

1.

Wir sagen ein ehrliches kleines Nein.

Bei einer Einladung, einem Gefallen, einer zusätzlichen Aufgabe. Wir prüfen kurz, ob wir wirklich möchten und können. Falls nicht, antworten wir freundlich und klar: «Das schaffe ich diese Woche nicht.» Wir dürfen anschliessend beobachten, wie erstaunlich oft die Welt weiterläuft, obwohl wir nicht persönlich für ihre gesamte Versorgung zuständig sind.

2.

2.

Freitag ist der Tag der Venus.

Und damit ein ziemlich guter Moment für alles, was Schönheit, Kunst, Genuss und Beziehung in unser Leben zurückholt. Wir zünden morgens eine Kerze an, ziehen etwas an, in dem wir uns schön fühlen, kaufen Blumen oder gehen in eine Ausstellung. Zum Beispiel ins Kunsthaus Zürich zu Maria Lassnig und Edvard Munch: Frau und Mann, zwei sehr verschiedene Blicke auf Körper, Innenleben und das Menschsein. Wir müssen Kunst dabei nicht verstehen oder besonders klug darüber sprechen. Wir schauen einfach: Was berührt mich? Was zieht mich an? Was lehne ich ab?

3.

3.

Wir melden uns bei jemandem von früher.

Nicht zwingend beim:bei der Ex, wir wollen ja nicht sofort übertreiben. Aber vielleicht bei der Freundin, an die wir seit Wochen denken, dem alten Kollegen oder einem Menschen, bei dem das Leben einfach dazwischenkam. Eine kurze Nachricht reicht: «Ich musste heute an dich denken. Wie geht es dir eigentlich?» Gerade jetzt können Begegnungen aus der Vergangenheit überraschend zeigen, was sich verändert hat!

4.

4.

Trash to Treasure ist gerade ein ziemlich gutes Prinzip.

Reparieren, verkaufen, beantworten, neu kombinieren. Bevor wir etwas Neues kaufen, anfangen oder erfinden, schauen wir einmal in Schubladen, Kleiderschränke und digitale Ablagen. Das Kleid, das wir längst verkaufen wollten. Die Lampe, die nur einen neuen Schirm braucht. Die unbeantwortete Mail im Junk-Ordner. Der Termin, den wir seit Wochen verschieben.

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