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Mondkolumne 

Supervollmond im Steinbock: Die Struktur im Chaos finden

Dieser Vollmond bringt einen Reality-Check mit, während wir uns sicher und geborgen fühlen möchten, schreibt Alexandra Kruse. Was uns mit dem Vollmond im Steinbock sonst noch alles erwarten könnte, lest ihr hier.

Am 13. Juli um ganz genau 20 Uhr 37 Minuten und 37 Sekunden steht unser wunderschöner Mond in seiner absoluten Fülle. Die Sonne im Krebs und der Mond im Steinbock stehen sich – auf 22 Grad – gegenüber. Ein wahrlich spannungsreicher Vollmond erwartet uns, zumal Merkur und Pluto auch noch am Start sind.

Transition everywhere

Beinahe hätte es diesen Text schlicht nicht gegeben. Wegen krasser Überforderung. Und meinem persönlichen Mond im Steinbock. Die Autorin muss schon bei den ersten Pfeiftönen des «Wind of Change» weinen, hat irgendwie grausamen Hunger, weil die Nummer mit der Selbstvorsorge mal wieder so gar nicht klappt, und spürt in jeder Zelle, dass das, was heute noch eine softe Brise ist, schon in wenigen Momenten ein Orkan sein kann. Dabei hört sie gleichzeitig das Gras wachsen, ist hochemotional, dramatisch und von einer unglaublichen Schuljahresende-Müdigkeit umtrieben.

Selbstständig sein, getrennt erziehend, ein guter Mensch sein wollen, der die Welt irgendwie besser macht, dazu zweimal in der Woche ins Yoga gehen, die richtige Creme an die richtige Stelle schmieren und dabei die Haare an unterschiedlichen Körperteilen unter Kontrolle haben ist schon viel. Gleichzeitig damit zu leben, dass (schon wieder!!!) das für das Kind super wichtige Fussballtunier, für das wochenlang geübt wurde und T-Shirts gebatikt wurden, nur aus einem anderen Land digital begleitet werden konnte. Puh.

Dasselbe Kind übrigens, das jetzt mit Zeugnisangst und fast 40 Grad Fieber im Bett liegt, aber noch genug Kraft hat, sich über die Petersilie in der Suppe zu beschweren. Ah, und dass dazu – Gruss von der Sonne im Krebs – die Wohnung in einem Übergangschaos schwebt. Transition everywhere.

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«Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, die Verhärtungen aufweichen und easy bleiben»

Ein Vollmond ist immer ein gegensätzlicher Spannungsmoment – dieser allerdings ganz besonders, denn es ist der ultimative Supermond (und damit näher an der Erde, so nah, dass es sich seit Tagen so anfühlt, als könne man den Mond so ET-mässig berühren und natürlich super intensiv spüren).

Ein Blick in die Vergangenheit und ins tiefe Innere

Die Sonne und Nachrichtensprecher Merkur stehen im Familienzeichen Krebs. Der möchte, dass wir uns sicher und geborgen fühlen, der Krebs wiederum regiert den Mond, der für unsere Gefühle steht. Der Mond und der Pluto wiederum stehen im pflichtbewussten, gradlinigen und strukturierten Steinbock. Eine Art Reality-Check. Und ein idealer Moment der Wahrheit, glasklar hinzuschauen, Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen und tiefer zu gehen.

Manchmal muss man alte Wunden und Verletzungen nochmal mit liebenden Augen anschauen und den eigenen Beitrag anerkennen. Und gaaaaanz achtsam in der Kommunikation und Wortwahl sein. Worte haben Macht und das ist im Moment deutlich fühlbar, wir haben einfach schlechtere Nerven als auch schon, also bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, die Verhärtungen aufweichen und easy bleiben.

Der Transformationsplanet Pluto, ebenfalls im Steinbock, sorgt für einen extra emotionalen Tiefgang (#stirbundwerde) und kann auf radikale Weise Geheimnisse ans Licht befördern. Abgesehen davon – die Natur erzählt es uns, schickt trockenes Gras, Sonnenblumen und Bienen, die sich schon wieder verabschieden – neigt sich das Jahr 2022 auf leisen Sohlen seinem Ende entgegen.

Pluto erinnert uns daran, dass wo viel Licht ist, eben auch viel Schatten ist. Noch steht die Sonne im EMO-Krebs und uns bleiben noch wenige Tage für den Deepdive in die tiefen Gewässer unserer Seele und unserer Gefühlswelten, bevor die Löwen-Sonne alles wegbrennt.

Oder aber auch, um das ganze Drama beim Mann von der Sunrise-Hotline abzuladen. Den man natürlich nur angerufen hatte, weil «das verdammte Internet kaputt ist». Natürlich nicht, weil das Modem schlicht aus optischen Gründen in ein Stahlregal geräumt wurde. Wir führten das schönste Gespräch über Frequenzen, Elternschaft und sein sechs Monate altes Baby. Er würde gerne allen Müttern sagen, wie stark sie sind. Und sich bei uns allen bedanken. Bitte, gerne!

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Die To-dos von diesem Vollmond:

1.

1.

Emotionalen Ballast loslassen, neue Strukturen finden.

2.

2.

Raus aus der Opferhaltung, rein in die Verantwortung.

3.

3.

Ein Loslassritual machen, idealerweise an einem Ort, an dem Wasser auf Erde trifft. Oder Erde auf Wasser. Hauptsache so richtig durchspülen und Platz schaffen. Auch eine Colon-Hydro-Therapie wäre eine gute Idee.

4.

4.

Hotline anrufen. Irgendeine. Und feststellen, dass wir alle Menschen sind.

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Simone Schröder

wenn alexandra kruse gut ist, ist sie überragend. trifft herz und verstand gleichzeitig und erklärt tiefgründiges mit kluger leichtigkeit und grossartiger eloquenz. aber oft verzettelt sie sich und berichtet zuviel über ihr leben, ihren alltag und sich selbst, es sollen sicherlich realitätsnahe beispiele sein. alexandra KRISE in der regel.
ich kann damit nicht viel anfangen. und insbesondere finde ich es nicht in ordnung, die grenzen der intimsphäre ihres sohnes zu einzureissen. ich glaube, dass es nicht ok von ihr ist, alle leser wissen zu lassen, womit der junge gerade hadert.