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Mondkolumne 

Vollmond im Schützen: Zwischen Vision und Illusion liegt ein Bubble Tea

  • Text: Alexandra Kruse
  • Bild: Unsplash

Die totale Mondfinsternis, die uns der Vollmond am Mittwoch beschert, hat es in sich, schreibt unsere Astrologin Alexandra Kruse.

Da ist er also. Der grosse Moment der Wahrheit – als könnte es nicht besser sein, hat sich selbst das extrem launische Wetter für etwas mehr Konstanz und Mitgefühl entschieden. Nach Wochen voller Regen, hardcore Moodiness und jeder Menge Regenbögen kommen endlich etwas lieblichere Temperaturen und die herzliche Einladung, die sorgfältig kuratierte Sommergarderobe ans Licht der Welt zu bringen. Halleluja. Allerdings werden wir wirklich jeden fröhlichen und farbenfrohen Jupe brauchen – denn die totale Mondfinsternis, die mit dem Vollmond am Mittwoch (gegen 13 Uhr) kommt, hat es, verdammt noch mal, in sich und lässt im Idealfall eine neue Freiheit erwachen.

Vollwaschgang ohne Weichspüler

Man darf sich seiner Ziele bewusst werden. Eklipsen sind immer so etwas wie Autobahnen, sie beschleunigen Prozesse und sind Katalysatoren der Transformation. Und kommen immer (mindestens) in Paaren – am 26.5. Mondfinsternis mit einem Vollmond – am 11.6. dann eine partielle Sonnenfinsternis mit einem Neumond, das heisst: Die nächsten Wochen werden von schicksalhaften Begegnungen, überraschenden Zerwürfnissen und einer eher dramatischen Energie geprägt. Vollwaschgang ohne Weichspüler.

Illusionen aka scheinbare Realitäten und Täuschungen haben in diesen Tagen eine gute bis sehr realistische Chance, sich in heisse Luft aufzulösen. Und das eine oder andere, von dem man dachte, es hätte sich erledigt beziehungsweise sei gut verdrängt, steht schwups wieder vor der Tür, die man doch so sorgfältig zugeschlagen hatte. Das ist der Moment, dieselbe Tür noch einmal – diesmal bei vollem Bewusstsein – zu schliessen. Rückblicke in den Mai 2002 und den Mai 2012 dürften aufschlussreich sein.

Etwas Neues darf sich final zeigen

Etwas Altes darf jetzt endgültig sterben und etwas Neues darf sich final zeigen – im Zeichen des Schützen geht es immer um die höchste Wahrheit und unsere Visionen. Wohin geht mein Leben? Was kann ich entdecken, erobern, wo fehlen mir Informationen? Was sind meine wahren Wünsche, was würde ich tun, wenn Zeit und Geld keine Rolex spielen würde? Was will ich wirklich? Weiss ich, dass ich nichts weiss? Was brauche ich konkret, um meine Pläne zu verwirklichen?

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Rasante Fahrten entlang der Memory Lane

Es gilt zu akzeptieren, das Leben nun einmal Wandel bedeutet, nichts mehr so bleibt, wie es mal war. Und nichts mehr, so ist wie immer. Und dabei nicht zu ungeduldig und nicht zu sentimental zu werden, was sehr gut passieren kann: Mond-Eklipsen wenden sich direkt an die Gefühle, ans Eingemachte und sind oft rasante Fahrten entlang der berühmten Memory Lane! Dazu kommt, dass es die erste Eklipse der neuen Zeit ist – so ein Aufstieg vom Erd- ins Luftreich ist nun einmal kein Spaziergang.

Apropos Spaziergang. Mein Sohn (9) und ich machen gern einen sogenannten «Zug durch die Gemeinde» durch die direkte Nachbarschaft, jedes Mal ein Trip voller Entdeckungen. Mal retten wir eine Biene, mal finden wir kitschige Porzellankatzen, meist treffen wir jemanden und immer lernen wir was dazu. Diesmal machte ich meine erste Bekanntschaft mit dem It-Getränk der Stunde – dem PaoPao Modern Tea. Kosmo schob mich zielsicher durch eine wirklich erstaunlich lange Schlange aus lauter auf «bauchfrei in Oversize» gestylten Nachwuchs-Hipstern in einen ultrapuderosa, sehr instagramfreundlichen Raum, in dem gefühlte 700 Winkekatzen (ebenfalls in Rosa) von der Wand winkten. Neben supernettem Personal grüsste die wohl niedlichste zirka Dreijährige in einem dunkelblauen Adidas-Anzug die Gäste mit einem kräftigen Thumbs-up. Justin Bieber sang von seinen Peaches in Georgia, der Sohn wippte mit den Füssen, alle waren supercool – wir kauften für fast zwanzig Franken zwei riesige Plastikbecher voll mit unglaublich süssem Tee in Regenbogenfarben, in dem schleimige Kügelchen und sonstiges Allerlei mit Guetzli und Frucht schwammen.

Der kluge Steinbock-Sohn zählte fix die anwesenden Besucher, multiplizierte das ganze mit acht Stunden Öffnungszeiten und Tagen, zog einen professionell kalkulierten Mietzins und etwaige Personalkosten ab und sagte knapp: «Mama, ich vermute, das Bubble-Tea-Business lohnt sich.» Ich ersticke nur fast an einem der Kügelchen dieser sensationellen Geschmacksexplosion, das irgendwie in der falschen Röhre landete. Selten habe ich mich so alt gefühlt.

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Themen der Vergänglichkeit rücken ins Bewusstsein

Apropos alt: Saturn, unser Herr der Ringe und unser Herrscher über «Zeit und Karma» und eben über das Alter, ist jetzt für fast fünf Monate rückläufig – damit rücken Themen der Vergänglichkeit automatisch in unser Bewusstsein. Merkur geht dann ab 29.5. in die Rückläufigkeit. Jetzt keine Panik – das ist eine gute Möglichkeit, um das ein oder andere im Leben zu restrukturieren, proaktive Rückschau zu halten und das neue Normal wirklich vernünftig in den Alltag zu bringen. Der supersmarte Merkur RX möchte, dass wir einfach wirklich gut aufpassen, was wir sagen, kommunizieren, und dass wir unsere sieben Sachen unter Kontrolle haben. Der richtige Test zur richtigen Zeit am richtigen Ort – also bitte #doublecheck und #backup.

Voller Mut seine eigenen Schatten besiegen

Saturn RX hingegen steht für langsamen, sorgfältigen und konstanten Wandel, das heisst also, dass Angelegenheiten, die jetzt keine Eile haben – gerade Dinge, die etwas grösser sind als wir selber – Zeit brauchen. Es ist also absolut kein Moment für spontane Moves. Aber ein Moment, um voller Mut seine eigenen Schatten zu besiegen. Mit Betonung auf die eigenen! Die Idee ist nicht, im Leben der anderen rumzufuhrwerken, sondern bei sich zu bleiben und sein inneres #gossipgirl in den Griff zu bekommen.

Das erste Gesetz der Zwillingszeit ist neben «Ruhe bewahren, Schock bekämpfen» einfach, mal den Schnabel zu halten, zuzuhören und beide Seiten einer Medaille möglichst wertfrei zu betrachten und zuzulassen, dass zwei Seelen in einer Brust schlagen können. Und das Paradox der eigenen Dualität zu überwinden. Das sieht man auch am Himmel – bei einer Mondfinsternis stehen sich Mond und Sonne, wie bei jedem Vollmond, gegenüber. Der visionäre Schütze Mond (halb Mensch, halb Tier) und die kluge Zwillingssonne (ein Teil weiblich, ein Teil männlich) verstärken allerdings bei einer Finsternis den Impact eines normalen Vollmonds um ein Vielfaches. Und das wirkt intensiver. Ohne Wertung kann man nur sagen: interessant. Darauf einen Bubble Tea. Pfirsich!

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Carmen Rosset

Grossartig geschrieben. danke für die Inspiration.

Dorothee Brumann

So treffend! Ich bin ja echt gespannt auf die nächsten Wochen!